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Delunamagma: AK klagt 200.000 Euro ein

Bludesch - Für vier Delunamagma-Beschäftigte fordert die Arbeiterkammer Vorarlberg 200.000 Euro brutto ein. Eine Klage ist schon eingebracht, weitere sollen folgen. Fakten

„Eine Klage haben wir schon am 1. August eingebracht, drei weitere mit heutigem Tag. Diese vier Klagen verkörpern einen Streitwert von 200.000 Euro brutto. Und voraussichtlich kommenden Dienstag wird eine fünfte Klage für einen Delunamagma-Mitarbeiter durch uns verfasst.“ Das bestätigte auf unsere heutige Anfrage der Bereichsleiter für Sozialpolitik in der Arbeiterkammer Vorarlberg, Dr. Michael Simma.

Grund für das gestrige Aktivwerden ist ein gesetzlich vorgegebener Fristenlauf, der dann zum Tragen kommt, wenn wie im Fall von Delunamagma Beschäftigten teils über Monate hinweg das Gehalt vorenthalten wird. Simma bestätigte gestern auch, dass es schon im Vorfeld der nunmehrigen AK-Aktivitäten zusätzliche Klagen von Delunamagma-Mitarbeitern gab, die aber nicht über die Kammer liefen. Der AK-Sozialrechtler schätzte gestern die Zahl jener Delunamagma-Beschäftigten, die noch in einem aufrechten Dienstverhältnis stehen und auch noch keine Klage gegen ihren Arbeitgeber einbrachten, auf „rund ein Dutzend“. In besagten 200.000 Euro sind laut Simma Gehalts-, Urlaubsgeld- sowie Ansprüche aus Dienstverhältnis-Beendigung (Kündigung) summiert, jedoch keine Abfertigungsansprüche – die werden ja laut ,Abfertigung neu’ zum nächsten Arbeitgeber mitgenommen.

Laut Simma hat Delunamagma-Geschäftsführer Gottfried Pfister die Zahlung der überfälligen Gelder bis Ende Juli zugesagt. Der Termin verstrich ohne Einlösung der Zusage. Dafür stellte Pfister eine Zahlung bis Ende Kalenderwoche 33 in Aussicht: „Die von uns vertretenen vier bzw. fünf Dienstnehmer schenkten dieser Vertröstung offenbar keinen Glauben mehr, sodass wir für sie aktiv wurden. Wir stehen aber auch mit den anderen MitarbeiterInnen, denen noch nicht der Geduldfaden riss, in Kontakt“, versicherte Simma.

Geschäftsführer Pfister, den wir heute um Auskunft zu diesem Säumigbleiben, vor allem jedoch über die mehrfach angekündigten neuen Delunamagma-Investoren ersuchten, teilte uns leider nur mit, dass er „auf Geheiß eben dieser neuen Geldgeber einer Schweigepflicht unterliegt“. Die Kommunikation des Unternehmens werde „völlig neu aufgesetzt“, es sei „sehr vieles geplant“, und außerdem werde nächste Woche sowieso „alles Offene bezahlt“. Auf unsere Frage, ob sich am Delunamagma-Areal dem Betrachter nicht doch schon „ein Anfang vom Ende“ darstelle – anstatt Delunamagma-Aktivitäten nimmt man unübersehbar geparkte Fernzüge der benachbarten Vögel Transporte wahr – verwies Pfister zuerst erneut auf sein Schweigegebot. Um dann doch von sich zu geben, dass „wir halt friedliebende Leute sind, die dem Nachbarn angesichts seiner Platznot gern ausgeholfen haben“.

Als Pfister zum letzten Mal über die neuen Investoren gesprochen hatte, war die Rede von einem „Konsortium mitteleuropäischer Provenienz“ gewesen, das Pfisters Geschäftsfidee einer Treuhandschaft für Entwickler „begeistert mitträgt“. Auch die Unterbrechung der Bautätigkeiten am ehemaligen Degerdon-Gelände sollte, sobald die Anonymität der neuen Geldgeber erst einmal gelüftet ist, ein Ende haben. Schließlich verfolge man ehrgeizige Ziele.

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