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Das Werden eines Visionärs

Bregenz -  Es muss jemand nicht als Visionär auf die Welt kommen. Der Dornbirner Martin Assmann tat dies jedenfalls nicht. Denn der Zwei-Meter-Hüne blickt auf einen beruflichen Werdegang zurück, der ihn weder in die Nähe von Fantasien noch von Visionen rückte.

Als HTL-Absolvent studierte der heute 39-Jährige Raumplanung an der Technischen Universität in Wien und fand schließlich beim Land Vorarlberg eine Anstellung. Als dann die „Vision Rheintal“ als gemeindeübergreifendes Zukunftsprojekt mit der Ideenfindung für überregionale Entwicklungsmöglichkeiten im Rheintal aus der Taufe gehoben wurde, fungierte der Diplomingenieur zuerst als Projektkoordinator. „Das Projekt war extern vergeben. Für zwei Jahre.“ Doch als sich nach zwei Jahren plötzlich „intensive Diskussionen mit dem Wunsch nach einer Fortsetzung des Projekts“ einstellten, war Martin Assmann plötzlich mittendrin – als Hauptvisionär und Leiter des Unterfangens.

29 Gemeinden

Assmann freut sich über das große Engagement der Mitglieder und erlebt seine Arbeit als tägliches „Sammeln von Mosaiksteinchen, die irgendwann ein Gesamtbild ergeben ohne dass die einzelnen Teilchen ihre Individualität verlieren“. Wie zum Beleg dessen, was er meint, legt Assmann eine Postkarte mit den schwarz gefärbten Umrissen der 29 Rheintal-Gemeinden auf den Tisch. „Erkennen Sie darauf die eine oder andere Ortschaft?“, fragt er lächelnd und freut sich darüber, wie der Gesprächspartner gespannt auf die Karte starrt, um seinen im Rheintal gelegenen Heimatort zu erkennen.

Ein Zusammenspiel

Der Dornbirner ist überzeugt davon, dass „Vision Rheintal“ auch durch die sich verschlechternden Rahmenbedingungen für Gemeinden mehr denn je Zukunft hat. „Natürlich spricht gerade in Zeiten wie diesen viel für Kooperationen und gemeinsame Wege.“ Das Zusammenspiel von zusammenhängenden Wirtschaftsräumen mit einheitlichen Verkehrskonzepten, das Erarbeiten von überregionalen Lösungen in Bereichen wie Pflege und Betreuung, die Schaffung von großangelegten Naturschutzräumen und vieles mehr – es sind wagemutige Unterfangen, mit denen sich der Raumplaner da beschäftigt und Überzeugungsarbeit leisten muss.

Ende ungewiss

Als Privatperson sei er eigentlich wenig wagemutig, räumt Assmann ein. „Wenn man das im Sinne von Risikobereitschaft interpretiert.“ Der großgewachsene „Berufsvisionär“ weiß diesbezüglich wovon er spricht. Er ist Bergsteiger und als solcher immer mit gewissen Risikosituationen konfrontiert. „Sicherheit gilt für mich beim Bergsteigen immer als oberstes Prinzip“, stellt er klar und deutlich fest. Das Projekt in der Niederung des Rheintales ist für den Dornbirner eine ganz spezielle Expedition. Eine Expedition, deren Ende sich nicht abschätzen lässt. „Doch das ist ja auch das Faszinierende daran“, sagt Assmann und reicht ein Lächeln nach, das große Abenteuerlust verrät

zur Person
Martin Assmann
Geboren: 18. April 1971
Wohnhaft: Dornbirn
Familienstand: ledig
Beruf: Raumplaner
Hobbys: Bergsteigen, Skitouren
Lieblingsspeise: Gulasch

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