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Das Warten in der Wiener Fanzone

Während die Kroaten in den Straßen der Wiener Innenstadt bereits Stunden vor dem Match ausgelassen Party feierten, kam in der offiziellen Fanzone nur zögerlich Feierstimmung auf.

Statt geschminkter Fußballanhänger tummelten sich vor allem “neutrale” Spaziergänger auf dem 100.000 Quadratmeter großen Areal.

Erst am späteren Nachmittag tauchten langsam einzelne Fangruppen auf, die sich, gemütlich spazierend, mit einem Bier in der Hand, völlig gelassen, auf das Spiel vorbereiteten. Auf Schlachtrufe musste man bis am frühen Abend vergeblich warten.

Während “Türkiye” vor allem durch junge Männer mit um Kopf, Arme und Nacken gebundenen Fahnen vertreten war, zeigten sich viele Kroaten mit Frau, Kind und Kegel. Die rot-weiß-karierte Landestracht durfte allerdings auch bei den kleinen Fans nicht fehlen: Selbst Babys im Kinderwagen waren mit Dress und Flagge ausstaffiert, “größere” Fans legten vor allem auf überdimensionale Stoffzylinder in den Team-Farben großen Wert.

Eine Erklärung für das spärliche Eintrudeln der Fans hatten vor allem die türkischen Anhänger auf Lager: “Hast du das letzte Match gesehen, wir kommen zum Schluss”, grinste der in Wien lebende Türke Cemk und spielte auf den knappen Sieg seiner Mannschaft beim letzten Spiel an. Das späte Auftauchen der “Türkiye”-Fans sei normal, man treffe sich in großen Gruppen und ziehe dann kurz vor Anpfiff gemeinsam in die Fanzone.

“Vielleicht ist es noch zu früh”, mutmaßte auch der aus Dubrovnik angereiste Kroate Rezo über das vorläufige Ausbleiben seiner Landsleute. “Es wird sicher ein sehr schweres Spiel, aber ich glaube, dass wir gewinnen”, meinte er über die Chancen seiner Mannschaft. “Die Türkei dürfen wir nicht unterschätzen, die sind kämpferisch und sehr stark – aber die Kroaten auch.”

Absolut siegessicher zeigten sich hingegen die türkischen Fans: “Eigentlich können wir zu Hause bleiben und den Pokal einfach abholen”, scherzte ein Grüppchen. Bessere Chancen habe man allein schon wegen der Farben Rot und Weiß – damit stehe man den österreichischen Fußballanhängern – ohne blau in der Flagge – einfach näher.

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