"Das Minimalziel, aber nicht mehr, erreicht"

Vorarlberg Corratec Manager Thomas Kofler hat bei der Österreich-Rundfahrt mehr von seinem Team erwartet.

Dornbirn bzw. Vorarlberg erwiesen sich als perfekte Gastgeber der Startetappe der 61. Österreich-Radrundfahrt. Die Tour selbst verlief für das Team Vorarlberg Corratec nicht nach Wunsch. Mit einen dritter bzw. vierter Etappenrang durch Siedler und Hollenstein blieb man klar hinter den Erwartungen. Das Ziel, einen Etappensieg bzw. einen in den Top 15 der Gesamtwertung, wurde verfehlt.

VN: Wie ist Ihr erstes Resumée aus?
Kofler:
Wir haben unser Minimalziel mit einem Podestplätzen bei einer Etappen erreicht. Hollenstein und Siedler haben hart gearbeitet und die Erwartungen erfüllt, was man von anderen nicht behaupten kann. Bei der Tour de Suisse ist es besser gelungen, uns als Team zu präsentieren.

VN: Den ersten leichten Rückschlag gab es bereits beim Auftakt in Dornbirn. Warum?
Kofler:
Bis kurz vor dem Ziel lief alles perfekt. Doch bei der Vorbereitung des Sprints waren Haselbacher und Siedler auf der falschen Seite und der Zug fuhr ohne sie ab. Trotzdem war Dornbirn eine tolle Etappe. Die Organisation war perfekt und wir wollen Dornbirn für die nächsten Jahre als Tourstartort fixieren.

VN: Hat sich die Investition von René Haselbacher bisher gelohnt?
Kofler:
Natürlich haben wir uns mehr von ihm erwartet. Doch er hatte auch Pech und der Schlüsselbeinbruch nach der Flandern-Rundfahrt hat ihn zurückgeworfen. Einen Sieg konnte er bis dato nicht verbuchen, aber er dirigiert die jungen Fahrer und übernimmt Verantwortung.

VN: Wie zufrieden sind Sie mit den Leistungen von Morscher und Ludescher?
Kofler:
Sie haben beide viel für das Team gearbeitet und ihre Aufgaben prinzipiell gut erfüllt. Natürlich wäre es uns recht gewesen, wenn sich einer bei der einen oder anderen Etappe noch besser ins Rampenlicht bringen hätte können.

VN: Würden Sie heute bei der Teamaufstellung für die Ö-Tour etwas ändern?
Kofler:
Im Nachhinein ist man immer klüger und würde etwas anders machen. Hollenstein haben wir nachnominiert, was sich als richtig erwiesen hat. Vielleicht hätte man mit dem Wissen danach die ein oder andere Veränderung vorgenommen müssen.

VN: Der beste Österreicher Stefan Denifl als Gesamt Achter fuhr 2007 in Ihrem Team. Warum ließ man einen so starken Nachwuchsfahrer gehen?
Kofler:
Wir waren mit seinen Leistungen damals sehr zufrieden. Doch es war sein eigener Wunsch, uns zu verlassen und sich dem Team Elk anzuschließen. Er hat sich enorm weiterentwickelt und ist eine tolle Ö-Tour gefahren.

VN: Gab es auch Gespräche mit dem Hohenemser Matthias Brändle, der als Gesamt-14. zweitbester ÖRV-Fahrer im Endklassement wurde?
Kofler:
Ja natürlich, aber auch er hat wie Denifl den Wechsel zu Elk vorgezogen. Ich habe um ihn gekämpft, ich hätte es mir gewünscht, dass er bei uns fährt. Er hat eine große Talentprobe abgeliefert, hat sich als Allrounder bewiesen und ist sicher neben Denifl der große Gewinner der Tour aus heimischer Sicht.

VN: Haben Sie sich bereits Gedanken über die Teamzusammenstellung im kommenden Jahr gemacht?
Kofler:
Wir setzen nach wie vor auf die jungen Fahrer aus Österreich, Deutschland und der Schweiz. Hollenstein und Ackermann haben sich gut entwickelt, und auch Van Huffel hat bereits aufgezeigt. Die älteren Fahrer dienen als Leitfiguren. Von einigen anderen Fahrern würden wir uns eine klare Leistungssteigerung wünschen. Trotzdem heißt das Motto Erfolg nicht um jeden Preis. Für eine österreichische Mannschaft ist es momentan schon ein Auszeichnung, wenn man zur ProTour-Rennen eingeladen wird. Es ärgert mich, dass die Österreicher durch die jüngsten Dopinggeschichten in Verruf gekommen sind und damit die Sache für die Teams enorm schwer machen. Um sich weiter zu entwicklen, sind solche Renneinsätze sehr wichtig und können über den Verbleib eines Teams entscheiden.

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