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Das "Ländle-Derby" fasziniert immer

Gregor Günther juckt es nach wie vor in den Händen, wenn es um das Nachbarschafts­duell Bregenz gegen Hard geht
Gregor Günther juckt es nach wie vor in den Händen, wenn es um das Nachbarschafts­duell Bregenz gegen Hard geht ©Stiplovsek
Zwei ehemalige Stars von Bregenz und Hard sprechen über den Mythos des „Ländle-Derbys“.

Wenn am Mittwoch das 58. Vorarlberger Handball-Derby in der Bregenzer Halle Rieden-Vorkloster (19 Uhr) angepfiffen wird, sind zwei ehemalige Akteure beider Mannschaften besonders gespannt. Auf der gelb-schwarzen Seite der Bregenzer Gregor Günther, auf Seiten der „Roten“ der Harder Robert Weber. Beide haben in ihrer aktiven Zeit die Vereine auf ihre Art und Weise geprägt.

Lebende Bregenz-Legende

Günther gilt heute nach wie vor als Reinkarnation einer Handball-Legende in Bregenz. Achtmal konnte er den Meisterpokal als Kapitän in die Höhe stemmen. Auch aufgrund seines Charakters auf und neben dem Spielfeld war er maßgeblich an den großen Erfolgen des Hauptstadtklubs beteiligt. Von seinem Start 1998 bis hin zum historischen Heimsieg in der Champions League über den deutschen Bundesligaklub Magdeburg. Damals stellte Günther sogar Handball-Ikone Stefan Kretzschmar kalt. Nach elf Jahren im gelb-scharzen Dress hat der baumlange Defensivkünstler seine Karriere inzwischen beendet.

Star in Deutschland

Der Harder Robert Weber steht hingegen noch mitten in seiner Karriere. Derzeit „zerbombt“ er für Magdeburg die deutsche Bundesliga. Letzte Saison fehlten dem Flügelspieler nur lächerliche vier Tore zum Schützenkönig der besten Liga der Welt. Die Ballbehandlung lernte der 26-Jährige aber bei den „roten Teufeln aus Hard“. Fünf Saisonen (2003 bis 2008) lief er für Hard die Linie entlang. Und verzückte Fans und Handballexperten gleichermaßen.

Der Mythos

Angesprochen auf das große „Ländle-Derby“, glänzen bei beiden die Augen. Noch immer zieht sie das Duell der Nachbarvereine in den Bann. In den Vorarlberger Nachrichten blicken die beiden nochmal zurück auf ihre Derby-Karriere. Und versuchen den Mythos „Bregenz gegen Hard“ zu erklären.

 

Was macht ein Ländle-Derby aus?

Gregor Günther: Das Nachbarschaftsduell ist vor allem für die vielen Handballfans im Ländle ein Leckerbissen. Da geht es ums Prestige: Bregenz gegen Hard. Und die Rivalität ist bekanntlich sehr groß.

Robert Weber: Jeder Derby-Tag war und ist etwas Besonderes. Rundherum wird man schon Tage davor auf dieses besondere Match angesprochen. Jeder Spieler weiß, dass die Halle, egal ob in Hard oder in Bregenz, voll sein wird. Alleine dieser Umstand macht das Match so spannend. Für mich war es auch ein Highlight, weil es immer gegen den Serienmeister ging. Da wollten wir zeigen, dass Hard die wahre Nummer eins im Ländle ist.

 

Wie war es im Derby als Spieler?

Günther: Es war und ist immer ein ganz besonderes Spiel. Vorderrangig ist es mir aber immer um die Punkte gegangen. Wenn wir diese dann auch noch den Hardern stehlen konnten, umso schöner. Klar war die Rivalität unter den Akteuren immer sehr groß, doch nur auf dem Spielfeld. Dort haben wir den Hardern und sie uns immer alles abverlangt. Aber danach haben wir auch wieder zusammen ein Bier getrunken. Besonders war auch immer die Stimmung in den Hallen. Es ist einfach geil, wenn die Bude voll und in zwei Farben geteilt ist.

Weber: Schon am Morgen war ich auf die Partie fixiert, habe eigentlich den ganzen Tag danach ausgerichtet. Ich wusste, es wird wieder ein Spitzenspiel und ich kann mich vor den ganzen Handballfans in Vorarlberg von meiner besten Seite zeigen. Die Vorfreude auf die Partie war immer riesig. Es war klar, dass die Halle wieder voll sein wird. Ich war immer bis in die Haarspitzen motiviert. Es war zugleich ja immer was Spezielles, wenn man gegen seine Kumpels aus Bregenz, die man schon lange kennt, auf der Platte antritt. In diesen 60 Minuten gab es aber nie Freundschaft. Erst danach trank man wieder ein Bierchen zusammen.

 

Welches war ihr absolutes Derby-Highlight?

Günther: Klar, als wir in Hard im Finale um den Meistertitel siegen konnten und dort die Meisterschaft feierten. Das war grandios.

Weber: Jedes Derby war einfach sensationell. Egal ob zuhause oder auswärts. Aber mein erstes Lokalduell mit Hard in Bregenz werde ich sicher nicht vergessen. Damals im Jahr 2003 noch in der Schendlinger-Halle. Zugleich war es auch eines meiner ersten Spiele in der Kampfmannschaft von Hard. Mir lief es sehr gut, erzielte gleich mehrere Tore. Wie das Spiel ausging, weiß ich aber nicht mehr (schmunzelt).

 

Ihre schlimmste Derby-Erinnerung?

Günther: Uh, jedes Duell gegen die roten Teufel, das wir nicht gewinnen konnten, tat sehr weh.

Weber: Jede Niederlage schmerzt, aber wenn man gegen die Schwarz-Gelben verliert, tut das eben doppelt weh. So etwas musste man dann schnell wieder vergessen.

 

Wie fühlt es sich an, ein Ländle-Duell von der Tribüne aus mitzuerleben?

Günther: Mein Herz wird immer für Bregenz schlagen. Und wenn es gegen Hard geht noch mehr. Zuschauen ist manchmal sehr hart. Vor allem wenn es knapp hergeht. Da juckts gewaltig.

Weber: Kurioserweise habe ich noch kein Derby von der Tribüne aus mitverfolgt, seit ich weg bin aus Vorarlberg. Aber ich denke, dass es mich auch jucken würde. Ihr Tipp für heute: Wer ­gewinnt? Günther: Bregenz. Weber: Hard.

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