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Das Internet vergisst NICHTS!

Einige  Frauensprecherinnen des Bregenzerwaldes mit der ortragenden Cornelia Müller
Einige Frauensprecherinnen des Bregenzerwaldes mit der ortragenden Cornelia Müller ©blusky
Das Frauennetzwerk Bregenzerwald lud am 16.10. zum Vortrag „Chancen und Gefahren neuer Medien - Whatsapp, Facebook & Co“ nach Egg in den Rot Kreuz Saal. Egg (blu) „Das Internet vergisst nichts!“ erklärte Mag.
Chancen und Gefahren neuer Medien

a Cornelia Müller von der Supro den Besucherinnen des Vortrags, den das Frauennetzwerk Bregenzerwald organisiert hat. Cornelia Müller ist als Medienpädagogin in ganz Vorarlberg unterwegs, um Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Eltern und Lehrer über das Internet aufzuklären. „In der heutigen Zeit läuft vieles parallel ab, neben dem Fernsehen sind Internetuser auf Facebook, schicken Whatsapp Nachrichten, erzählt die Vortragende von ihren Erfahrungen. Um früher Fotos digital ins Netz zu bringen, musste zuerst der Film entwickelt, das Foto eingescannt und erst Tage später konnte das Foto ins Netz gestellt werden. Eine kleine Gruppe von Internetusern haben damals das Foto zu sehen bekommen, erinnerte sich Cornelia Müller. Heute ist ein Bild innerhalb von Sekunden fotografiert, online und einer großen Gruppe zugänglich. Über alles, was einmal im Internet ist, verliert der User die Kontrolle. Inhalte werden geteilt, auf Whatsapp in Sekundenschnelle weiter geschickt. Auch dann wenn der Inhalt wieder gelöscht wird, kursiert er weiterhin im Netz, erklärte Müller.

Der digital Gap

Cornelia Müller hat die Erfahrung gemacht, dass zwischen Eltern und Kindern der “digital Gap” entsteht. Kinder (digital Natives) wachsen mit Technik auf, haben einen intuitiven Zugang zu Medien und tun sich leicht, im Vergleich zu den Eltern (digital Emigrants), die Technik schwer durchschauen. Kinder verstehen jedoch die Dimension hinter der Technik nicht. Sie überschauen die Reichweite nicht und gehen naiv mit ihren Daten im Netz um. Die digitale Kluft zwischen Eltern und Kinder lässt sich schließen, indem Kindern den Eltern technisch helfen und Eltern Kinder auf die Gefahren der neuen Medien hinweisen, empfiehlt Cornelia Müller.

Die großen Vorurteile

Mit den großen Vorurteilen gegenüber neuer Medien hat die Vortragende aufgeräumt. “Neue Medien machen dick, dumm, süchtig und gewalttätig” kursiert schon lange in den Köpfen. DICK machen Fernsehen und Computer nur dann, wenn man sich schlecht ernährt und keine Bewegung macht. DUMM machen Medien auch nicht unbedingt. Es kommt auf die Dauer des Konsums an, ob neben der Medienwelt noch ein aktives Leben außerhalb des Hauses stattfindet. Computerspiele können auch fördern. Es gibt gute Förderspiele und die Hand-Auge-Koordination verbessert sich. SÜCHTIG: Meistens hat ein „Mediensüchtiger“ Probleme im sozialen Umfeld und versucht diese mit Computerspielen und der virtuellen Welt zu kompensieren. Sucht ist eine Krankheit. Symptome müssen über einen Zeitraum von mindestens einem Jahr auftreten, dann kann man von Sucht sprechen. GEWALTTÄTIG: Wer psychisch ganz gesund ist und in einem guten Umfeld aufwächst, wird durch Spiele nicht zum Amokläufer. Cornelia Müller ist überzeugt „Wer einen guten Ausgleich in der „wirklichen“ Welt hat , sollte auch mit der virtuellen Welt klar kommen. Wer die Lebenskompetenzen und Sozialkompetenzen im „wahren“ Leben nicht lernt, lernt sie auch nicht durch Computerspiele oder in der virtuellen Welt.“

Die Gefahren des Internets

Alles was im Internet landet, bleibt dort. Das Internet vergisst nichts und der User hat darüber die Kontrolle verloren, sobald etwas „online“ ist. Niemand weiß genau, wohin Fotos, Videos und Statements geteilt werden, wohin sie mit Whatsapp sekundenschnell verschickt werden und wie groß die Reichweite ist. Cybermobbing gibt es in jeder Schule, weiß Cornelia Müller aus ihrer Tätigkeit. Es passiert jedes Jahr, dass private Fotos und Videos auf einmal in der ganzen Schule oder im ganzen Land kursieren, dadurch Kinder und Jugendliche bloß gestellt werden. Benutzer neuer Medien sollten nur Inhalte ins Netz stellen, die sie der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen möchte. Die beste Privatsphäreneinstellung auf Facebook und Whatsapp schützt vor Missbrauch nicht. Dass im Internet jeder Spuren hinterlässt, darüber sind sich die meisten Internetuser auch nicht klar, erklärt Cornelia Müller. Google speichert alles, jede Internetseite, die man aufruft, jeden Urlaub, den man übers Internet bucht, jeden Einkauf, den man tätigt, jedes Video, das man sich ansieht, jede Suchanfrage. Google bekommt ein eindeutiges Profil der Internetuser und platziert geschickt Werbungen angepasst auf den User, z.B. auf Facebook. Wer auf Facebook Wohnort, Schule, Arbeitgeber, Beziehungsstatus, Hobbys angibt wird sehr transparent. Mit der Handyeinstellung „aktueller Standort“ ist auch noch sichtbar, wo die Menschen sich gerade befinden. Pädophile geben sich auf Kinderplattformen gern als gleichaltrige Freunde aus und erschleichen sich so das Vertrauen der Kinder. Eltern sollten unbedingt kontrollieren, was ihre Kinder im Netz machen und wen sie dort „treffen“.

Schutz im Internet

Um die eigene Privatsphäre zu schützen, sollten User so wenig wie möglich persönliche Daten preisgeben. Einen Nickname, statt dem richtigen Namen angeben, für Internetregistrierungen kann man sich eine Gratisemailadresse wie gmx, yahoo oder Hotmail zulegen, dann bekommt man weniger Werbejunkmails auf die Hauptemailadresse. Auf Facebook und Whatsapp schützen die strengsten Privatsphäreneinstellungen zumindest vor fremden oder ungebetenen Besuchern auf dem Profil. Vor Hackern schützen sich User am besten durch gute Passwörter. Man sollte sich auch für jede Seite ein eigenes Passwort zulegen, wer es sich merken kann. Im Falle eines Hackangriffs, ist dann nur ein „Konto“ von dem Angriff betroffen.

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