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Das Herz liegt ihm am Herzen

Feldkirch, Hohenems - 20 Jahre invasive Kardiologie im Land. Werner Benzer hat den Aufbau bewerkstelligt.

Er ist das Urgestein der Kardiologie in Vorarlberg. Aus kleinsten Anfängen hat Werner Benzer umfassende Versorgungsstrukturen für die Herzpatienten im Land aufgebaut. Mit der Eröffnung des Instituts für Interventionelle Kardiologie am LKH Feldkirch wurde der Schlusspunkt unter eine beeindruckende Entwicklung gesetzt, die vor gut zwanzig Jahren ihren Anfang nahm. Werner Benzer gehört zur unkomplizierten Sorte Mensch. Zwischen Einkäufen im Baumarkt und Dienstbeginn im Krankenhaus schiebt er noch schnell ein Gespräch ein. Auch das ist typisch für den Herzspezialisten. Er will für jeden erreichbar sein. Das gilt für Kollegen ebenso wie für Patienten. Deshalb hat er sich Anrufbeantwortern stets hartnäckig widersetzt. Ist niemand im Sekretariat, nimmt er die Anrufe eben selbst entgegen. „Ich fühle mich als Frontmann“, sagt er und lebt seinen Beruf konsequent nach dieser Devise.

Den Vollausbau im Auge

Begonnen hat der Hohenemser 1978 als Turnusarzt im LKH Feldkirch. Wobei das Interesse für die Kardiologie schon während des Studiums gegeben war. Sein damaliger Chef Gerd Mähr beauftragte den Jungarzt denn auch bald mit dem Aufbau einer Herzabteilung. Zur damaligen Zeit gab es gerade einmal zwei Spitalskardiologen. „Der eine war Hans-Peter Bischof in Bregenz, der andere war ich“, erzählt Benzer. Erste Kathetereingriffe und Herzschrittmacherimplantationen wurden in Feldkirch schon in den 1970er-Jahren durchgeführt. Doch für Benzer stand fest, dass eine Kardiologie ohne Herzkatheterlabor immer unvollständig sein würde. So betrieb er, stets den Vollausbau der invasiven Kardiologie im Auge, ein Projekt nach dem anderen: 1989 nahm das Herzkatheterlabor seinen Betrieb auf. Im Dezember 2006 wurde nach einem unerfreulichen Ereignis ein 24-Stunden-Dienst zur Behandlung von akuten Herzinfarkten eingerichtet, und 2009 erhielt Werner Benzer seine Bemühungen mit eigenem Institut und neuem Ärzteteam belohnt. Heute verfügt er über neun hoch qualifizierte Kolleginnen und Kollegen, dank derer „alle gängigen kardiologischen Eingriffe möglich sind“, wie der Primar stolz anmerkt.

Beharrlich geblieben

Beharrlichkeit ist wohl eine seiner hervorstechendsten Eigenschaften. „Ich lasse mich durch nichts aus der Bahn werfen“, behauptet Werner Benzer von sich. Das brachte ihm nicht nur Lob, aber es ging vorwärts. „Am Schluss haben jedoch alle zusammengehalten, weil alle den Ausbau der Kardiologie wollten“, freut sich Benzer über das Vertrauen, das ihm Krankenhausleitung und ­Politik schenken.

Eigenverantwortung

Daneben kümmerte er sich als Sportmediziner auch noch um den „Menschen hinter dem Organ“. Weil Wener Benzer wusste, dass sich durch Sport und gesunden Lebensstil Herzkrankheiten vermeiden bzw. Rückfälle nach Infarkten verhindern lassen, schaffte er zusätzlich die nötigen Strukturen für eine ambulante Herz-Rehabilitation. Diesbezüglich fordert er allerdings „eine gewisse Eigenverantwortung“ von den Patienten ein. Und weil er nicht Wasser predigt und Wein trinkt, geht er, ganz Sportsmann, mit gutem Beispiel voran. Wenigstens zwei bis drei Mal pro Woche betreibt Benzer eine Stunde Ausdauersport. Wenn es knapp wird, auch im Garten. „Gartenarbeit ist sehr gesund für Herzpatienten“, merkt er mit Augenzwinkern an. Ins Ausland zog es ihn, abgesehen von kurzen Gastspielen, hingegen nie. „Ich bin überzeugter Vorarlberger und empfinde es als Geschenk, im eigenen Land wirken zu können“, sagt Werner Benzer. Allein schon im Dialekt reden zu können tue Arzt und Patieten gut.

ZUR PERSON

Dr. Werner Benzer

Geboren: 28. Juli 1952 in Hohenems

Familienstand: Verheiratet, 2 Kinder

Beruf: Kardiologe

Hobbys: Tennis, Radfahren, die Berge, Golfen, Skifahren, Gartenarbeit

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