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Das größte Konzert der Rockgeschichte - 35 Jahre Live Aid

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Mehr als 1,5 Milliarden Menschen sahen zu, als die größten Musiker der 1980er Jahre auf zwei Bühnen in Großbritannien und den USA zusammenkamen.
Live Aid Konzert 1985

Bob Geldof hatte mit Live Aid eine Idee geboren, die bis heute lebendig geblieben ist.

Was für eine Machtentfaltung der Musik: Vor 35 Jahren stiegen die größten Stars der Rock- und Popszene bei zwei Parallel-Konzerten im Londoner Wembley-Stadium und im John-F.-Kennedy-Stadium von Philadelphia auf die Bühne.

Mitglieder der Rolling Stones und der Beatles, Tina Turner und Phil Collins, David Bowie, Madonna und ein unvergessener Auftritt von Queen mit Freddie Mercury als Frontmann - alle spielten sie für Hungernde in Äthiopien.

1,5 Milliarden Zuseher übers Fernsehen

Als sich am 13. Juli zum Schluss in Philadelphia alle in den Armen lagen und "We Are The World" anstimmten, war das bis dato größte Live-Konzert der Musikgeschichte zu Ende gegangen.

Hunderttausende in den beiden Stadien und 1,5 Milliarden Menschen an den Fernsehern sahen und hörten in 150 Ländern der Erde zu. Über 100 Millionen Euro an Spenden für Äthiopien kamen im ersten Anlauf zusammen.

Bob Geldof hatte für den guten Zweck gemeinsam mit Promoter Harvey Goldsmith und Midge Ure die Crème de la Crème der Musikszene zum Live-Auftritt zusammengetrommelt. Aus Geldofs Projekt Band Aid war Live Aid geworden. 35 Jahre danach ist die Vision noch immer lebendig, wenn auch nicht mehr so unumstritten wie einst.

Eigenartige Dynamik

Dennoch: Geldof und die Großen der 1980er haben ein Erbe hinterlassen. Die Konzerte in London und Philadelphia waren zu gut, zu groß, zu überwältigend, als dass sie nicht Spuren hinterlassen hätten. Der Hilfsgedanke brachte eine eigenartige Dynamik in die ansonsten abgebrühte und vor allem auf Gewinnmaximierung ausgerichtete Musikindustrie.

Phil Collins flog mit der damals noch fliegenden Concorde von London nach Philadelphia, um an beiden Orten hintereinander auftreten zu können.

In der selben Maschine saß Cher, die nichts von den Konzerten wusste und sich Collins für den Auftritt beim Finale in Philadelphia spontan anschloss. Madonna, sonst nicht gerade für ihre Flexibilität bekannt, sang mit den Thomson Twins "Revolution", Sting rockte mit den Dire Straits, Phil Collins setzte sich bei Led Zeppelin ans Schlagzeug - was allerdings wegen fehlender Probezeiten in einen musikalischen Offenbarungseid mündete. Collins bezeichnete seinen Einsatz später als "Fehler".

Guter Zweck vs. PR-Nutzen

Das Musikereignis machte trotz einiger Aussetzer weit über die Branche hinaus Eindruck. Prinzessin Diana schüttelte in London jedem einzelnen Musiker dankbar die Hand. Die britische Regierung strich 1985 alle Steuern auf den Verkauf der Platten. Ohne Kritik ging jedoch auch Live Aid nicht ab. Einigen Musikern war der gute Zweck der Großveranstaltung offenbar nicht so wichtig wie der PR-Nutzen. So weigerte sich Mick Jagger etwa, mit seinen Stones-Kollegen Keith Richards und Ronnie Wood zu spielen, weil er gerade eine Solo-Platte plante.

(dpa)

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