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"Das ganze Hotel hat vibriert"

Bilder der Zerstörung nach dem verheerenden Beben in Norditalien.
Bilder der Zerstörung nach dem verheerenden Beben in Norditalien. ©EPA
Norditalien wurde von einem schweren Nachbeben erschüttert. VOL.AT CR Marc Springer befindet sich gerade in Nord-Italien. Er war etwa 100 Kilometer vom Epizentrum des Bebens entfernt.
Bilder aus dem Bebengebiet
Berichterstattung in Italien
Video aus der Region
Video der Zerstörung

“Meine Familie und ich wurden von dem heftigen Erdstoß geweckt. Das ganze Hotel hat vibriert und die Alarmanlage wurde ausgelöst. Erst heute am Morgen haben wir vom wahren Ausmaß des Bebens erfahren”, schildert Springer die bangen Minuten.

Schweres Nachbeben in der Region

Am Sonntagnachmittag wurde die Region von einem schweren Nachbeben erschüttert. Wie die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien berichtete, wurde um 15.18 Uhr im Raum Bologna ein Erdstoß mit der Stärke 5,0 registriert. Es ist mit weiteren Schäden zu rechnen , hieß es in einer Aussendung.

Tote bei Beben

Bei dem Erdbeben in der norditalienischen Region Emilia Romagna sind Sonntagfrüh sechs Personen ums Leben gekommen, mindestens 50 Personen wurden verletzt, teilten die Rettungsmannschaften mit. Das Erdbeben, das auch in Österreich spürbar war, hatte eine Stärke wie jenes, das 2009 die mittelitalienische Stadt L’Aquila verwüstet hatte. Ein marokkanischer Migrant wurde in einer eingestürzten Halle in einem Industriegebiet in Bondeno westlich von Ferrara leblos aufgefunden. Zwei italienische Arbeitnehmer, die Nachtdienst hatten, wurden in der Ortschaft Sant’Agostino unter den Trümmern einer Keramikfabrik entdeckt, berichteten italienische Medien am Sonntag.

Eine 37-jährige Deutsche starb nach dem Erdbeben in Sant’Alberto di San Pietro in Casale in der Provinz Bologna. Nach den Erdstößen hatte sie Atemprobleme bekommen und hatte dann das Bewusstsein verloren. Sie starb kurz daraufhin. In Sant’Agostino kam eine über hundert Jahre alte Frau, vermutlich aufgrund von Panik, ums Leben. In der selben Ortschaft wurde nach einem Arbeiter gesucht, der in einer Stahlfabrik arbeitete, die wegen des Erdbebens eingestürzt war – er konnte nur noch tot geborgen werden. Ein fünfjähriges Mädchen musste zwei Stunden lang unter den Trümmern ihrer Wohnung in Finale Emilia ausharren, bevor sie gerettet werden konnte.

Kilometerweit zu spüren

Erhebliche Sachschäden wurden aus der ganzen Region gemeldet, teilte Italiens Zivilschutzchef Franco Gabrielli mit. Das Beben hatte um 4.04 Uhr die Region Emilia-Romagna erschüttert. Sein Epizentrum lag nahe der Gemeinde Finale Emilia, 37 Kilometer nördlich von Bologna in der Po-Ebene, hieß es unter Berufung auf das Nationale Geophysikalische und Vulkanologische Institut. Die Stärke wurde mit 5,9 angegeben. Danach kam es zu mehreren Nachbeben.

Am stärksten betroffen war die Gemeinde Sant’Agostino. Hier musste die Bevölkerung ihre Wohnungen verlassen. Die Menschen wurden in einer Sporthalle untergebracht. In Mirandola bei Modena mussten die Kranken des städtischen Spitals aus Sicherheitsgründen evakuiert werden. Die Menschen rannten aus Angst auf die Straße.

Auch in Mailand war das Erdbeben deutlich zu spüren. In der Provinz Modena stürzte ein Turm ein; drei Personen wurden verletzt. Mehrere Fabriken in der Gegend wurden schwer beschädigt. Die Behörden sprachen von Schäden in Millionenhöhe. Die Erschütterungen waren auch in der Toskana, im Veneto, in der Lombardei, in Trentino Südtirol und in Friaul zu spüren. Auch in der Gegend um Innsbruck wurden “schwankende Bewegungen” gemeldet, wie die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) berichtete.

3.000 Menschen evakuiert

Über 3.000 Personen haben am Sonntag infolge des Erdbebens in der norditalienischen Region Emilia Romagna ihre Wohnungen verlassen müssen. Die meisten Betroffenen befinden sich in der Provinz Modena, weitere 500 Menschen mussten in der Provinz Ferrara ihre Wohnungen verlassen, teilte der Zivilschutz mit. 500 Sträflinge mussten aus Sicherheitsgründen das Gefängnis von Ferrara verlassen.Am stärksten betroffen war die Gemeinde Sant’Agostino in der Provinz Ferrara. Hier musste die Bevölkerung ihre Wohnungen verlassen. Die Menschen wurden in einer Sporthalle untergebracht. In Mirandola bei Modena mussten die Kranken des städtischen Spitals aus Sicherheitsgründen evakuiert werden. Die Menschen rannten aus Angst auf die Straße.

Bei dem Erdbeben kam es zu erheblichen Sachschäden. Mehrere Fabriken in der Gegend von Ferrara wurden zerstört. 300.000 Laiber des renommierten Parmesankäse Grana padano und Parmigiano reggiano, die in der Gegend hergestellt werden, gingen verloren, weil die Lager, in denen sie aufbewahrt wurden, beschädigt wurden. Der Sachschaden beträgt 250 Millionen Euro.

Papst mit Botschaft

Die Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecke zwischen Bologna und Florenz war mehrere Stunden lang unterbrochen, konnte am Sonntagvormittag jedoch wieder in Betrieb genommen werden. Trotzdem kam es zu Verspätungen von bis zu drei Stunden.

Die Behörden meldeten auch viele Kilometer fern vom Epizentrum schwere Schäden an Kunstwerken und Kulturgütern. Die Schäden bei Monumenten und Gebäuden mit historischer Bedeutung seien erheblich, teilten Experten des italienischen Kulturministeriums in Rom mit. Feuerwehrmannschaften seien am Werk, um das genaue Ausmaß festzustellen. Besonders betroffen seien Kirchen und Schlösser in den Provinzen Modena, Bologna und Ferrara.

Papst Benedikt XVI. bekundete seine Solidarität mit der vom Erdbeben betroffenen Menschen. Er fühle mit jenen, die von der Katastrophe betroffen seien und erbitte für die Opfer Gottes Barmherzigkeit, sagte er am Sonntagmittag bei dem Angelusgebet auf dem Petersplatz.

Das Erdbeben in Norditalien weckt Erinnerungen an die Katastrophe in der mittelitalienischen Region Abruzzen. Im April 2009 kamen bei einem Beben der Stärke 6,2 in der Nähe der Abruzzen-Hauptstadt L’Aquila 309 Todesopfer Menschen ums Leben. Zehntausende wurden obdachlos.

(APA)

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