Das Fieber der Alpen stoppen

©VOL.AT
Meteorologe Andreas Jäger über die Auswirkungen des Klimawandels auf Vorarlberg.

„Das Klima hat sich schon immer verändert“, lautet ein beliebtes Argument vieler Klimawandelleugner. Ein Blick in die Geschichte der Erde zeigt, dass sich Eis- und Warmzeiten abwechseln und es gab immer Schwankungen, aber: „Die waren immer nach unten. Wir sind auf einem historischen Peak, es war nie wärmer als jetzt“, schlägt Meteorologe Andreas Jäger am Mittwochabend bei „Vorarlberg live“ Alarm. In seinem neuen Buch „Die Alpen im Fieber“ befasst sich der gebürtige Hohenemser mit der meteorologischen Geschichte der Alpen. Vorarlberg sei, was den Klimawandel betrifft, zwar auf dem richtigen Weg, das Entscheidende sei aber, dass die klimatischen Veränderungen bis 2050 schon betoniert sind. „Wenn wir es in den kommenden zwei, drei Jahrzehnten nicht schaffen zu bremsen, dann wird es arg. Wir müssen da sehr aktiv etwas tun, damit es nicht zu noch mehr Kipppunkten kommt“, erklärt Jäger.

Auswirkungen auf Skiindustrie

Einige dieser sogenannten Tipping Points seien bereits überschritten worden: „Dazu gehört etwa die Korallenbleiche im Great Barrier Reef oder das Grönländische Eisschild, bei dem das Schmelzen wohl nicht mehr aufzuhalten ist.“

Wenn die Temperatur um mehr zwei Grad ansteigen würde, hätte dies auch für Vorarlberg fatale Folgen, warnt der Meteorologe. Und zwar nicht nur für den Einzelnen, sondern auf alle Wirtschaftsbereiche. „Skifahren in Vorarlberg könnten wir zum Beispiel vergessen. Skigebiete sollten sehr dafür kämpfen, dass der Klimawandel bei zwei Grad stehenbleibt, weil dann können sie noch Skifahren.“ Auch auf die Wasserkraft hätte ein Temperaturanstieg massive Folgen. „Wenn bis 2050 die Gletscher passé sind, dann kommt in einem trockenen Sommer kein Wasser mehr “, prognostiziert Jäger.

(vn/mih)

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Vorarlberg LIVE
  • Das Fieber der Alpen stoppen
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen