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Restarbeiten sind auch am Portalbauwerk noch zu erledigen.
Restarbeiten sind auch am Portalbauwerk noch zu erledigen.

Das Ende der Bauarbeiten

Das Obervermuntwerk II der Vorarlberger Illwerke AG wird ab Ende 2018 für wichtige Spitzen- und Regelenergie für den europäischen Stromverbund sorgen.
Lesen Sie heute Teil 1 der Serie zum Bau des Obervermutwerk II

Das zweitgrößte Kraftwerk des Energiedienstleisters ist ein beeindruckendes Zeugnis Vorarlberger Ingenieurskunst. In Riesenschritten geht es nun in Richtung Fertigstellung. In vier Teilen beleuchten wir die Baufortschritte.

In der Krafthauskaverne erfolgt gerade noch der „Feinschliff“.
In der Krafthauskaverne erfolgt gerade noch der „Feinschliff“.

Wer dieser Tage die fantastische Montafoner Bergwelt im Bereich Vermunt bis Silvretta besucht, entdeckt bei genauerem Hinschauen deutliche Veränderungen bei der Bauinfrastruktur. Dort, wo vor einigen Wochen noch der eine oder andere Baucontainer gestanden hatte, sieht man nun gar nichts mehr. Das ist ein deutliches Zeugnis dafür, dass sich das ehrgeizige Projekt seinem Finale nähert. Schon seit Sommerbeginn machen die Bautrupps mehr und mehr Platz für die Maschinenbau- und Elektrotechniker. „Bauseitig haben wir unsere Hauptarbeiten Mitte Mai dieses Jahres abgeschlossen“, erzählt Chefbauleiter Herbert Schnetzer. Zu diesem Zeitpunkt starteten die Hauptmontagearbeiten in der riesigen Krafthauskaverne, die rund 800 Meter im Berginneren zwei Maschinen beherbergen wird. Ganz beendet sind die Bauarbeiten damit natürlich noch nicht – viel zu oft wird für die Installation von Pumpen, Turbinen, Generatoren oder Kugelschiebern beispielsweise noch sogenannter „Sekundärbeton“ benötigt. „Die Halterungen und Fundamente für die Maschinen müssen sehr gut im Boden verankert werden, denn im Betrieb sind diese hohen Belastungen ausgesetzt“, so Schnetzer, „hier ist immer wieder unser Know-how gefragt.“

Unter- und Oberwasser
Um den letzten Feinschliff geht es für die Baupartie auch noch im sogenannten Oberwasser. Das ist jener Teil, der der Maschinenkaverne vorgelagert ist, also vom oberen Speicher Silvrettasee über das Einlaufbauwerk, den Schützenschacht, den Silvrettastollen über den Druckschacht bis zur Maschine. Im Stollen werden in diesen Tagen die letzten Injektionsarbeiten vorgenommen – das bedeutet, dass kleinste Hohlräume zwischen der Betonauskleidung und dem angrenzenden Felsen mittels einer Injektion mit einem Zement-Wasser-Gemisch verpresst werden. Im Unterwasserbereich von der Maschine bis zum unteren Speicher Vermuntsee sind diese Arbeiten längst erledigt. Auch hat dieser Bereich mit der ersten Füllung mit Wasser Ende November seine Feuertaufe bereits bestanden. Dieser „Test“ steht für die Oberwasserführung im Februar an.

Wasserschloss fertig
Komplett fertiggestellt haben die Bauarbeiter unterdessen das riesige Wasserschloss. Dieser Teil des Kraftwerks besteht unter anderem aus einem Schacht mit rund 300 Meter Höhe und dient dazu, dem Wasser im Kraftwerksbetrieb die Möglichkeit zu geben, nach oben aufzuschwingen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn eine Maschine und damit die Wassermassen abrupt gestoppt werden müssen, oder ein Wechsel von Turbinen- in Pumpbetrieb oder umgekehrt erfolgt. „Was derzeit noch fehlt, ist das sogenannte ‚Ausbaurohr‘ zwischen dem Silvrettastollen und dem steilen Druckschacht, von dem das Wasser dann in Richtung Turbine fließt. Dieses spezielle Rohr kann auch später wieder ausgebaut werden und wird benötigt, um bei Instandhaltungsarbeiten in den entleerten Oberwasserbereich zu gelangen“, so Schnetzer.

Wintersperre der Silvretta-Hochalpenstraße
Mit dem weiteren Abbau der Baustelleneinrichtung müssen die Verantwortlichen noch ein wenig warten. Denn mit dem frühen Wintereinbruch bleibt der Zugang zur Baustelle über die Straße wieder bis frühestens Ende April 2018 verwehrt. Dort, wo noch vor einem Jahr Hochbetrieb geherrscht hat und in mehreren Schichten gearbeitet wurde, sieht man jetzt nur noch vereinzelt Arbeiter. Die große Montagehalle des Stahlwasserbaus wird nur noch zeitweise genützt, die Materialaufbereitung und eine von zwei Betonmischanlagen sind bereits außer Betrieb. In den zahlreichen Werkstätten im Baugebiet gibt es nur noch Tagschichten, Einrichtungen beim Eingangsportal zum Fuchslochstollen sind bereits komplett verschwunden. Der Rückbau der restlichen Einrichtung erfolgt dann mit der Öffnung der Silvretta-Hochalpenstraße, sodass im Spätsommer weitestgehend mit den Bauarbeiten beim Projekt Obervermuntwerk II abgeschlossen werden kann. Der Anschluss des Obervermuntwerks I an die neue Triebwasserführung sowie der Abtrag der alten, oberirdischen Druckrohrleitung erfolgt in der Bausaison 2019.

Weitere Informationen:
www.obervermuntwerk2.at
obervermuntwerk2@illwerke.at
Twitter: @Projekt_OVWII

 

Fotos: illwerke vkw/Patrick Säly Photography

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