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Darum ist der Preis für Gold so hoch und welche Rolle China dabei spielt

Der Goldkurs ist nach wie vor sehr hoch.
Der Goldkurs ist nach wie vor sehr hoch. ©Reuters
Der aktuelle Goldpreis behauptet sich beständig über der Grenze von 1900 Dollar pro Unze. Dieser Zustand ist insbesondere auf einen Akteur zurückzuführen: China.

Nach dem Tiefpunkt von 1620 Dollar pro Unze im September des letzten Jahres hat sich der Preis für das Edelmetall deutlich erholt und verharrt seit Ende März bei über 1900 Dollar. Seit Anfang des Jahres liegt der Preis 7 Prozent höher. Die Feinunze Gold wurde am Montagnachmittag in London mit 1970 Dollar gehandelt. Das waren rund 11 Dollar mehr als am Freitag.

China kauft Gold ein

Die Festigkeit des Goldpreises beruht vornehmlich auf Einkäufen aus China. Gemäß Angaben des Internationalen Währungsfonds sind die offiziellen Goldreserven des Landes seit Ende Oktober um 128 Tonnen gestiegen, was den Verkauf von 100 Tonnen aus börsengehandelten Fonds (ETFs) seitens anderer Investoren kompensierte.

Goldpreisentwicklung von GOLD.DE

Chinas Appetit auf Gold lässt nach

Doch China ist ein launischer Käufer und sein Appetit auf Gold scheint, laut Bloomberg, nachzulassen. Die Einkäufe sind aktuell auf einem Tiefstand dieses Zyklus, nachdem sie in den vorangegangenen Jahren zeitweise komplett ausgesetzt waren. Sollte diese Nachfrage aus China zurückgehen, bleiben wenige Faktoren, die den Goldpreis stützen könnten.

Geht Chinas Nachfrage nach Gold zurück? ©Reuters

Abwärtstrend

Die in Bloomberg erfassten ETF-Bestände sind in neun aufeinanderfolgenden Wochen gesunken und haben damit einen Abwärtstrend wieder aufgenommen, der nur kurz durch die Bankenkrise im März unterbrochen wurde. Der Futures-Markt bietet ebenso reichlich Raum für Verkäufe, wobei die Netto-Bullenpositionen im Verhältnis zu den offenen Positionen bei über 20 Prozent liegt.

Schwache Phase

Zudem befindet sich der physische Markt in einer saisonal schwachen Phase. In den vergangenen drei Jahren sanken die Goldpreise jeweils in den Monaten August und September. Eine Erholung ist typischerweise vor dem indischen Diwali-Fest im November zu beobachten, welches bis zum chinesischen Mondneujahrsfest im Februar anhält.

Gold sollte billiger sein

Laut einer Analyse von Bloomberg wird Gold derzeit mit einem Rekordaufschlag auf einen modellierten Wert gehandelt, der auf dem Dollar und den realen Zinssätzen basiert. Diese in der Regel zuverlässige Regressionsanalyse legt nahe, dass Gold etwa 350 Dollar billiger sein sollte als es momentan ist.

Was den Goldpreis doch in die Höhe treiben könnte

Ein Risikofaktor für dieses Kurs-Szenario ist ein schwächerer Dollar, vor allem wenn die Europäische Zentralbank (EZB) eine restriktivere Haltung als die US-Notenbank Fed einnimmt. Dies könnte den Dollar-Carry-Trade eliminieren und den Goldpreis in die Höhe treiben.

Das US Federal Reserve Gebäude.

Ein weiterer Schlüsselfaktor ist die Entwicklung der US-Realzinsen. Der Realzins wird gewöhnlich durch Abzug der Inflationsrate von der Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen definiert. Falls die Renditen auf US-Staatsanleihen aufgrund einer voraussichtlichen Konjunktureintrübung und sinkender Fed-Leitzinsen zurückgehen, während die Inflation zäh bleibt, sinkt der Realzins, was den Goldpreis tendenziell erhöht. (VOL.AT mit Material von Bloomberg)

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