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Damit die erholsame Zeit nicht zur Verhütungsfalle wird

Pille und Urlaub: Experten warnen vor Zeitverschiebung, Hitze, Durchfall, Erbrechen und Einnahmen von anderen Medikamenten.

Sommer, Sonne, Strand und Meer – viele Frauen brauchen für die Urlaubsvorbereitung ein gutes Organisationstalent. Denn nicht nur an Bikini und Trägerkleid muss gedacht werden, auch bei der Einnahme von oralen Verhütungsmitteln muss einiges beachtet werden. Aufpassen bei Zeitverschiebung, Hitze, Durchfall, Erbrechen und Einnahmen von anderen Medikamenten wie Malariamittel, die die Wirkung der Pille „entschärfen“, warnten am Donnerstag Experten bei einer Pressekonferenz in Wien.

Denn nicht nur die altbekannten Probleme wie die Zeitverschiebung bei Fernreisen oder die typischen Urlaubserkrankungen wie Durchfall und Erbrechen können die Wirkung der Pille schwächen. Was viele nicht wissen: Viele Substanzen aus bestimmten Arzneimittelgruppen, die gerade in der Urlaubszeit genommen werden müssen, könnten die Familienplanung durcheinander bringen.

So kann es laut Univ. Prof. Dr. Elisabeth Vytiska-Binsdorfer von der Universitäts-Frauenklinik in Wien zu einer Wirkungsverminderung bei einigen Malariamittel, Pilzmittel, Schlaf- und Beruhigungsmittel sowie Schmerzmittel wie Aspirin geben. Der Einsatz von zusätzlichen Verhütungsmethoden wie einem Kondom sei daher anzuraten, sagte die Medizinerin.

Da Frau nicht nur in südliche Länder reist, sondern die Temperaturen hier zu Lande in den Sommermonaten merklich ansteigen, warnten die Experten vor einer Überhitzung des Hormonpräparats. Bei über 50 Grad kann der Effekt der Pille vermindert werden.

„Verhütung muss sicher, verlässlich, einfach und zum Lebensstil der Frau passen“, sagte Dr. Andrea Weghofer von der Yale University in New Haven in den USA. Eine Möglichkeit, die strenge Einnahmeregel zu umgehen, bieten die neuen Hormonpräparate wie das Verhütungspflaster und der Vaginalring Nuvaring, die über mehrere Wochen appliziert werden und an die man nicht täglich denken muss, meinte OA Dr. Monika Schaffer vom Ambulatorium für Kinder- und Jugendgynäkologie an der Uniklinik Graz.

Mit einem so genannten Quick Switch könne man etwa von jeglicher Art der hormonellen Kontrazeption auf den Vaginalring gewechselt werden. „Dieser Vorteil zählt sowohl für die Geschäftsreisende, die überraschend zu einer Konferenz muss ebenso wie für die spontanen Nutzerinnen der Restplatzbörse“, sagte die Medizinerin. Möchte man zur gewohnten Pille zurückkehren, sei das kein Problem, erklärte Schaffer.

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