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"Damenskisport muss Vonn dankbar sein"

Er habe in seinem Leben das Glück gehabt, viele große Athleten zu betreuen und möchte sie nicht miteinander vergleichen. Lindsey Vonn habe "ihre eigene Note", sagte Robert Trenkwalder.

Trenkwalder, der bei Red Bull für das “Athletes Special Project” zuständig ist, betreut aus dem Alpinlager auch den Kanadier Erik Guay. Der ehemalige ÖSV-Abfahrts-Trainer ist bei der WM in Val d’Isere stets in der Nähe der 24-jährigen Doppel-Weltmeisterin zu finden, seine Aufgabe ist es, der besten Skifahrerin der Gegenwart ein perfektes Umfeld zu bereiten.

Vonn ist nicht nur auf der Skipiste eine Perfektionistin, auch abseits gibt sie sich tadellos: “Sie verfügt über so eine Professionalität, dass der Damenskisport sehr dankbar sein muss, dass es so was gibt”, sagte Trenkwalder (61) im Gespräch mit der APA – Austria Presse Agentur. Trenkwalder hatte im April 2004 seinen Abschied aus dem Trainergeschäft bekanntgegeben, 13 Jahre war er für den Österreichischen Skiverband tätig gewesen, u.a. hatte er auch den Tiroler Günther Mader privat betreut.

Seit vier Jahren leitet der in Amras bei Innsbruck geborene ehemalige Wiltener Sängerknabe und Volksschullehrer die Red-Bull-Athletenbetreuung. “Im Team mit Spezialisten analysiert der Tiroler Trainingsstrategien ausgesuchter Spitzensportler, erkennt zusätzliche Needs und entwirft additive Programme, die in den Trainingsplan der Athleten eingeflochten werden”, heißt es dazu im “The Red Bulletin”.

“Robert sorgt dafür, dass wir die besten Flüge haben, die besten Hotels. Hier in Val d’Isere haben wir eine Basis mit Rädern und eigenem Massagetisch. Für mich gibt es das bestmögliche Programm, das es mir ermöglichst, auch bestmöglich Skizufahren”, erzählte Vonn, die immer wieder erwähnt, dass sie ohne diese “unglaubliche Arbeit” nicht da wäre, wo sie jetzt stehe. Hört man Trenkwalder zu, dann ist Lindsey Vonn auch eine Musterschülerin: “Sie arbeitet in jedem der vielen einzelnen Bereiche konsequent. Und deshalb hat sie jetzt diesen Standard erreicht.”

Lindsey Vonn musste nach Super-G-Gold die Disqualifikation im Slalom der Super-Kombi (sie hätte auf dem Silberrang gelegen) wegstecken. Dass sie für die Abfahrt wieder voll konzentriert gewesen war, dazu sei einige Arbeit notwendig gewesen, berichtete Trenkwalder. “Wir haben eine nüchterne Analyse gemacht, dass der Kombinationsbewerb einer der schwierigsten Bewerbe überhaupt ist, der weit unterschätzt ist, weil auch das Reglement immer wieder wechselt. Und natürlich braucht es dann schon viel Arbeit, dass sie das aufarbeitet. Aber wenn man es aufgearbeitet hat und weiß, dass in ein, zwei Tagen der nächste Bewerb kommt, dann muss man sich auf den nächsten Bewerb konzentrieren.”

Dass Red Bull der Athletin neben anderer Unterstützung u.a. auch Physiotherapeut (Oliver Saringer) und Konditions-Coach (Martin Hager) zur Verfügung stellt, ist das eine. Dass Vonn auch anzunehmen weiß, was man ihr bietet, das andere: “Ich werde jetzt nicht alles ausplauschen, was wir machen. Aber es ist auch eine Tatsache, dass der Teil, den wir beitragen können, und alles, was wir sonst speziell abchecken können, auch von der Athletin angenommen und umgesetzt werden muss. Und das macht sie hervorragend”, lobte Trenkwalder. Man dürfe aber auch nicht vergessen, welche Arbeit die amerikanischen Ski-Coaches das ganze Jahr über leisten, die Serviceleute, Skifirmen und Lindseys Ehemann Thomas Vonn.

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