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Dalai Lama besucht Deutschland

Der 70-jährige Dalai Lama ist am Dienstag zu einem dreitägigen Besuch in Deutschland angekommen. Überreichung des Hessischen Friedenspreises. Er wurde von Ministerpräsident Koch empfangen.

Der Dalai Lama hat am Dienstag seinen viertägigen Besuch im deutschen Bundesland Hessen begonnen, das ihn mit dem „Hessischen Friedenspreis“ ausgezeichnet hat. Das tibetische Exil-Oberhaupt wurde von Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) in Wiesbaden willkommen geheißen. Anschließend kamen der Staatsgast und der Regierungschef zu einer ersten Unterredung in der Staatskanzlei zusammen. Vor seinem Hotel wurde der 70-jährige Friedensnobelpreisträger von zahlreichen Anhängern begeistert empfangen.

Für Donnerstag ist eine öffentliche Ansprache des 14. Dalai Lama, Tenzin Gyatso, in Wiesbaden geplant. Dazu werden weit über 10.000 Besucher erwartet. Bei einem Festakt wird der 93-jährige österreichische Forscher und Bergsteiger Heinrich Harrer die Laudatio halten. Harrer verbindet seit bald sechs Jahrzehnten eine enge Beziehung mit dem Dalai Lama und mit Tibet. Nach seiner abenteuerlichen Flucht aus britischer Kriegsgefangenschaft in Indien gelangte er nach Lhasa. Die Zeit als Lehrer des jungen Dalai Lama (bis 1951) machte den Kärntner berühmt und ließ sein (inzwischen verfilmtes) Buch „Sieben Jahre in Tibet“ zum Welterfolg werden.

Das nach der Niederschlagung des tibetischen Volksaufstands durch chinesische Besatzungstruppen 1959 nach Indien geflüchtete geistliche und weltliche Oberhaupt Tibets erhält den Hessischen Friedenspreis als “überragender Religionsführer, dessen großes Verdienst die erfolgreiche Konfliktprävention ist“. Durch den Verzicht auf die staatliche Unabhängigkeit seiner Heimat bei gleichzeitiger Forderung nach kultureller Autonomie habe er wichtige Schritte auf dem Weg zur Lösung des Konflikts getan. Das Kuratorium würdigte auch die Entscheidung des Dalai Lama, die weltliche Macht an einen vom tibetischen Exilparlament gewählten Ministerpräsidenten abzugeben. Beispielgebend sei auch seine tolerante Haltung gegenüber anderen Religionen.

Der Hessische Friedenspreis ist mit 25.000 Euro dotiert. Im vergangenen Jahr war der frühere schwedische IAEO-Generaldirektor und UNO-Chefwaffeninspektor Hans Blix für seinen Einsatz im Irak mit dem Preis ausgezeichnet worden.

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