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D: Streiks gefährden Menschenleben

Wegen des Streiksan deutschen Unikliniken sind schwere Vorwürfe gegen die Gewerkschaft ver.di erhoben worden. Leitende Professoren warfen ihr vor, mit dem Leben der Patienten zu spielen.

Leitende Professoren der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) warfen der Gewerkschaft vor, mit dem Leben der Patienten zu spielen, die nun nicht behandelt werden könnten. Die Dienstleistungsgewerkschaft wies die Kritik am Mittwoch zurück.

Der Leiter der Herzchirurgie der MHH, Professor Axel Haverich, erklärte, er habe bereits bei vier Patienten mit schwersten Herzerkrankungen Operationen absagen müssen. „Die Streikenden spielen mit Menschleben“, erklärte der Chirurg. Ein Patient sei vor einer schweren Herzoperation bereits unter Beruhigungsmitteln gestanden und sei wieder aus dem Operationssaal geholt worden.

MHH-Vizepräsident Andreas Tecklenburg erklärte, seit dem Beginn des Streiks am Montag habe an der Klinik jede zweite Operation ausfallen müssen. Von 22 Operationssälen könnten nur noch neun genützt werden. Es sei geradezu perfide, den Streik auf dem Rücken der Patienten auszutragen. Jeder Streiktag bedeute zudem für die MHH einen Einnahmenausfall von 250.000 Euro.

Der MHH-Urologe Professor Udo Jonas erklärte, ein oder zwei Tage Streik ließen sich überbrücken, danach werde „die Situation aber absolut kritisch“. In seiner Abteilung gebe es sieben Krebspatienten, die unbedingt an Prostata oder Niere operiert werden müssten.

Der ver.di-Landesbezirksleiter Wolfgang Denia wies die Vorwürfe zurück. Man habe mit der MHH vor Streikbeginn eine Notdienstvereinbarung abgeschlossen, die sicherstelle, dass Notfallbehandlungen oder auch Krebsoperationen und Transplantationen weiter stattfinden könnten. Anders lautende Vorwürfe seien „der vorläufige Höhepunkt eines widerwärtigen Schauspiels“, sagte Denia. Ver.di habe an der MHH „keine einzige Operation abgelehnt, um die die Ärzte gebeten hatten“. Die Leitung der MHH müsse aufhören, „Unsinn zu erzählen und Desinformation zu betreiben“.

Nach Angaben der Gewerkschaft waren am dritten Streiktag im deutschen Bundesland Niedersachsen 9.000 Beschäftigte des Landes und von Kommunen im Ausstand. Die Zahl der bestreikten Krankenhäuser erhöhte sich von zwölf auf landesweit 30.

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