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D: Sicherheitspanne bei Papstbesuch

Beim Papst-Besuch in Regensburg ist es am Dienstag zu einer Sicherheitspanne während des Gottesdienstes von Benedikt XVI. vor rund einer viertel Million Menschen gekommen.

Kurz vor Ende der Messe war ein junger Mann aus nicht geklärten Gründen auf den Altarhügel zugestürmt, auf dem der Papst gerade zelebrierte. Der Mann konnte von den Einsatzkräften zwar unmittelbar vor der Altartreppe niedergerungen und abgeführt werden. Wenig später sei der Verdächtige allerdings laufen gelassen worden, ohne seine Identität festzustellen, räumte der Regensburger Kripochef Albert Stürzer am Dienstagabend ein.

Am Ende des Open-Air-Gottesdienstes war etwa sechs Meter Absperrgitter vor dem Altar geöffnet worden, damit der Papst einigen Besuchern die Kommunion spenden kann. Der unbekannte Pilger rannte auf diese Lücke in der Absperrung zu und wollte den Altarhügel erklimmen. Er wurde jedoch schnell von Polizisten, Personenschützern des Vatikans und privaten Sicherheitskräften des Bistums Regensburg gestoppt. Da der Mann eine Vatikan-Fahne dabei hatte, nehmen die Einsatzkräfte an, dass es sich vielleicht nur um einen Papst-Fan handelt, der dem Pontifex nah sein wollte. Bewaffnet war der Mann offenbar nicht.

Nach dem Zwischenfall wurde der Gottesdienst-Störer von der Polizei an den privaten Sicherheitsdienst übergeben. Kurze Zeit später war der Mann verschwunden. „Warum er nicht festgehalten wurde, ist auch für uns eine gute Frage“, räumte Stürzer ein. „Es sieht etwas unglücklich aus.“ Insgesamt habe das Sicherheitskonzept aber funktioniert. In solchen Situationen gehe es in erster Linie darum, die Verdächtigen aus der Nähe des Heiligen Vaters zu bringen. Dies sei gelungen, sagte der Kripochef.

Mithilfe der Fotos, die Pressefotografen von dem Zwischenfall angefertigt haben, wollen die Ermittler nun den Mann identifizieren. Gegen ihn sei ein Ermittlungsverfahren wegen Hausfriedensbruchs eingeleitet worden, weil er den abgesperrten Bereich betreten habe, erklärte der Leitende Regensburger Oberstaatsanwalt Johann Plöd. Ob der Vorfall auch für die Einleitung eines Verfahrens wegen Störung der Religionsausübung reiche, sei indes fraglich. Der Gottesdienst sei dafür möglicherweise zu wenig gestört worden, sagte Plöd.

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