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D: Potsdam gegen Fremdenhass

Nach dem rassistisch motivierten Mordversuch an dem Deutschen-Äthiopier Ermyas M. macht Potsdam mobil gegen Fremdenhass. Ober-Bgm. Jann Jakobs rief für Freitag zu einer Großdemonstration auf.

Dort könnten die Potsdamer ihren Zorn über das Verbrechen zum Ausdruck bringen, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag. Prominente veröffentlichten zudem den Aufruf „Wir sind Brandenburg“ für Toleranz und friedliches Zusammenleben. Zu den Unterzeichnern gehört Ministerpräsident Matthias Platzeck.

Das 37-jährige Opfer des brutalen Überfalles vom Ostersonntag liegt noch immer im künstlichen Koma. Ermyas M. hatte ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten und musste am Ostermontag am Schädel operiert werden. Außerdem hatten die Schläger ihm mehrere Knochen gebrochen. Polizei und Bundesanwaltschaft fahnden mit Hochdruck nach den vermutlich zwei Tätern. Dazu wurden weiter Hinweise aus der Bevölkerung ausgewertet, die nach der Veröffentlichung der Täterstimmen auf der Polizei-Website eingegangen waren. Die Aufnahmen stammen von einer Handy-Mailbox, weil das Opfer kurz vor der Tat erfolglos versucht hatte, seine Frau anzurufen.

Unterdessen wurde bekannt, dass eine nigerianische Regierungsdelegation aus Angst vor rassistischen Angriffen ihre Übernachtung in Potsdam storniert hat. Die 15 Gäste einer Wirtschaftskonferenz hätten ursprünglich seit Mittwoch im Hotel Voltaire im Stadtzentrum wohnen sollen, sagte Hoteldirektorin Beate Fernengel. Nachdem sie von dem Angriff auf Ermyas M. gelesen hatten, buchten sie jedoch auf ein Berliner Hotel um.

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