D: "Bruno" soll in Bayern bleiben

Die Überreste des Ende Juni erschossenen Braunbären "Bruno" bleiben in Bayern. "Er ist Eigentum des Freistaates", sagte Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) am Donnerstag.

Der Kadaver soll wissenschaftlichen Zwecken dienen und nicht kommerziell genutzt werden. Auch Italien hatte Ansprüche auf den Bären angemeldet.

Schnappauf verteidigte noch einmal die Erschießung des Bären. Die Tötung des Tieres sei am Ende unvermeidbar gewesen. SPD und Grüne erklärten dagegen, der Bär hätte auch betäubt und eingefangen werden können. Schnappauf sagte, nach Einschätzung aller beteiligten Experten habe der offiziell „JJ1“ genannte Bär eine Gefahr für Menschen dargestellt. Von Anfang an sei der Abschuss empfohlen worden. Er habe sich gegen das Votum der Fachleute zu Fangversuchen entschlossen.

Die Situation sei aber dann weiter eskaliert, das Tier habe immer weniger Scheu vor Menschen gezeigt und sei zu einem konkreten Unfallrisiko geworden. „Die Entscheidung zum Abschuss ist allen Beteiligten außerordentlich schwer gefallen. Niemand wollte „JJ1“ tot sehen“, betonte Schnappauf. Auch ein Betäubungsversuch wäre am Ende jedoch zu gefährlich gewesen.

Schnappauf berichtete zudem von zahlreichen Beschimpfungen und Morddrohungen nach dem Abschuss des Bären. „Es ist unglaublich, was sich in diesen Tagen abgespielt hat“, erklärte er. Schnappauf warf der SPD vor, die Stimmung weiter angeheizt zu haben. Die Sozialdemokraten hatten unter anderem den Rücktritt von Schnappauf verlangt. Der SPD-Abgeordnete Ludwig Wörner wies die Vorwürfe zurück. „Wir glauben, dass diese Rücktrittsforderung gerechtfertigt war, im Kontext der letzten Jahre.“

Als Konsequenz aus den Erfahrungen mit „Bruno“ soll jetzt ein Bärenmanagement für den Freistaat eingerichtet werden. Es gebe dazu bereits einen Entwurf, sagte Schnappauf.

Der aus Norditalien stammende „Problembär“ war vor seiner Erschießung im Grenzgebiet von Österreich und Bayern herumgestreunt. Wochenlange Einfangversuche eines finnischen Team mit speziellen Bärensuchhunden scheiterten. Die Überreste von „Bruno“ sollen jetzt präpariert werden, was nach Angaben von Schnappauf einige Monate in Anspruch nehmen wird.

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