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Cuche Abfahrtssieger in Lake Louise - Walchhofer Vierter

©APA
Das erste Speedrennen des noch jungen Weltcup-Winters hat mit dem US-Amerikaner T.J. Lanning auch den ersten Schwerverletzten gebracht, der 25-jährige wurde nach einem fürchterlichen Sturz mit Beinverletzungen ins Spital geflogen.
Bilder: Abfahrt der Herren in Lake Louise

Sieger in der Abfahrt von Lake Louise wurde der Schweizer Didier Cuche vor dem Südtiroler Werner Heel (0,44 Sek. zurück) und seinen Landsmann Carlo Janka (0,62). Der im zweiten Training dominierende Michael Walchhofer wurde Vierter (0,67) und damit bester eines allerdings schwer geschlagenen ÖSV-Teams.

Cuche hat damit auch wieder die Führung im Gesamtweltcup übernommen, er hält bei zwei Siegen in drei Rennen, hatte der 35-Jährige doch auch bereits den Riesentorlauf in Sölden und damit den Saison-Auftaktbewerb für sich entschieden. “Ich bin zufrieden mit der Leistung, auch wie ich gefahren bin. Was ich machen wollte, ist mir aufgegangen”, sagte Cuche, der das erste Training dominiert hatte, während Walchhofer im zweiten souverän voran gelegen war.

Der Salzburger Walchhofer, Verteidiger im Abfahrtsweltcup, hatte großes Pech, denn wenige Minuten vor seinem Start war die dritte Schnalle am einem Skischuh gebrochen, dem Servicemann gelang es nicht mehr, dies zeitgerecht zu reparieren, der Läufer musste praktisch ohne Startvorbereitung ins Rennen.

“Eine blöde Geschichte. Es ist die wichtigste Schnalle am ganzen Schuh, ohne sie hat man nicht so den Halt, wie man sich das wünschen würde. Es gelang nur noch, die Schnalle runter zu tun und es zuzupicken. Ich habe es dann mit Routine versucht, aber der Cuche, der Teufel, der ist heute sauber gut gefahren, aber wir werden ihn heuer schon noch packen”, versprach Walchhofer, der nach hervorragender oberer Zwischenzeit viel verloren hatte, weil der Druck auf den Ski fehlte. “Für diese Umstände bin ich mit der Fahrt zufrieden.”

“Richtiges Lake-Louise-Wetter. Wenn alle gleich schlechte Sicht haben, gewinnt der Beste”, hatte Walchhofer vor der Abfahrt gemeint. Dies traf dann für die ersten 24 Läufer auch zu, nach dem Sturz von Lanning und der dadurch bedingten langen Unterbrechung wurde die Sicht etwas besser, am Resultat ganz an der Spitze änderte sich aber nichts mehr.

Zur Freude von Cuche natürlich, der gehofft hatte, dass es fair bleibt. Und den Lauf von Patrick Järbyn (Startnummer 55), den mit 40 Jahren Ältesten im Feld, noch abwarten wollte. Gut so, wurde der Schwede doch Siebenter. Von seiner eigenen Leistung war Cuche ob des schlechten zweiten Trainings ein wenig überrascht: “Die Korrekturen, die ich machen wollte, sind mir aufgegangen. Ich habe meine Linie umgestellt, bin nicht so hart, sondern mehr mit Gefühl gefahren.”

Und natürlich ist Cuche jetzt auch für den Super-G am Sonntag optimistisch ist: “Ich wusste nicht ganz, wie ich beinander bin in der Abfahrt. Aber wenn es in der Abfahrt und im Riesen gut geht, sollte es auch im Super-G gut gehen.” Mit Schaudern hatte sich Cuche wie das Gros der Fahrer im Zielraum umgedreht, als die Bilder vom Lanning-Sturz noch einmal eingespielt wurden. “Es tut mir leid für T.J., er ist schon so oft verletzt worden”, sagte Cuche. Für Lanning war es das erste Weltcup-Rennen seit 24. Jänner in Kitzbühel gewesen, als er in der Abfahrt gestürzt war und sich das Kreuzband im Knie gerissen hatte.

Lanning hatte bei einer Geschwindigkeit von rund 130 km/h bei einem Tor eingefädelt und war nach einer 200 bis 300 Meter langen Sturzphase zum Liegen gekommen. Es hatte ihm das linke Bein komplett verdreht, der Sportler schrie vor Schmerzen. Nach der länger dauernden, doch durchorganisiert wirkenden Erstversorgung wurde der US-Fahrer mit dem Helikopter abtransportiert.

“Ich schau da gleich wieder weg. Es weiß jeder, wie weh so was tun kann”, sagte Klaus Kröll, der außerhalb der Top Ten unmittelbar vor Romed Baumann zweitbester Österreicher geworden war. Sehr unzufrieden war er mit seiner Fahrt. “Das war ziemlich schlecht, ich bin oben gleich bei den zwei Kurven nicht auf Zug, nicht ins Fahren gekommen. Im mittleren Teil hat das Timing nie gepasst.” Die drei Langzeitverletzten Mario Scheiber, Andreas Buder und Hans Grugger, die ihr Comeback gaben, landeten sogar außerhalb der Punkteränge. Ebenfalls im geschlagenen Feld waren der US-Amerikaner Bode Miller und der Norweger Akel Lund Svindal zu finden.

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