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Covid-19: Warum der Güterverkehr nach Italien nicht eingeschränkt wird

Das Coronavirus hat auch Auswirkungen auf den Güterverkehr.
Das Coronavirus hat auch Auswirkungen auf den Güterverkehr. ©Roland Paulitsch, AFP
Das Coronavirus wirkt sich auch auf Vorarlberger Speditionen aus. Fachgruppengeschäftsführer Gerhard Amann erklärt die derzeitige Situation und warum Lkw weiter nach Italien fahren.

Das Coronavirus breitet sich aus. Der internationale Transport- und Güterverkehr kämpft daher mit Liefereinschränkungen: Chinas Exporte sackten im Januar und Februar ab. Die Österreichische Post musste die Annahme von Sendungen nach China stoppen. Eine wöchentliche Güterzugverbindung von China nach Mannheim traf zweimal ohne Ladung ein. Und: Die Pariser Gefco-Gruppe hat inzwischen einen Sondertransportplan für ihre Pkw-Transporte aufgestellt - um nur einige Beispiele zu nennen.

Erst kürzlich wurde ganz Italien zur Sperrzone erklärt. Das italienische Verkehrsministerium ist auf die Sicherheit der Lkw-Fahrer bedacht: Lkw-Fahrer sollen so etwa nicht mehr aussteigen, sich mit Maske und Handschuhen schützen und einen Mindestabstand von einem Meter zu anderen Personen einhalten. Auch Gesundheitschecks, beispielsweise am Brenner, an vier Grenzpunkten von Deutschland und Polen, sowie an Bahnhöfen und Autobahnen, sind geplant. Nach derzeitigem Stand wird es keine Blockierungen des Warentransportes von und nach Italien geben. Der Güterverkehr soll ohne Einschränkungen - auch in Sperrzonen - weiterlaufen.

Auch Vorarlberg betroffen

Das Coronavirus habe selbstverständlich auch Auswirkungen auf Speditionen aus Vorarlberg, wie Gerhard Amann, Geschäftsführer der Fachgruppe Spedition und Logistik der Wirtschaftskammer gegenüber VOL.AT bestätigt. "Man kann natürlich nicht wissen, wie sich das weiterentwickelt", erklärt Amann im Telefoninterview. Derzeit sei der Güterverkehr offen, aber es sei trotzdem mit wesentlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Manche Betriebe seien geschlossen und die Disposition sei sehr schwierig möglich. "Vor allem weiß man nie, ob nicht von heute auf morgen unter Umständen nicht doch eine Beschränkung kommt, dass man keine Waren mehr anliefern und nicht abholen darf. Das ist im Moment noch offen", verdeutlicht der Fachgruppengeschäftsführer.

"Alle haben Vorsichtsmaßnahmen"

Natürlich gibt es auch Vorsichtmaßnahmen für alle Mitarbeiter der Ländle-Speditionen. "Das sind die üblichen Maßnahmen, die es überall gibt, mit Maske und Hände waschen, aber es ist natürlich für jeden etwas ein mulmiges Gefühl", so Amann gegenüber VOL.AT. Was die Erklärung Italiens zur Sperrzone angeht, wisse man jetzt schon, was zu tun sei. "Auch die Schweizer sind alles andere als unvorsichtig", erklärt er. Trotzdem würden sie derzeit noch italienische Grenzgänger in die Schweiz fahren lassen. "Alle haben Vorsichtsmaßnahmen, mehr kann man nicht tun", betont der Dornbirner. Inwiefern die Einschränkungen durch das Coronavirus den Speditionen schaden, werde man abschätzen. Das Problem sei vor allem, dass die Rundläufe nicht mehr stimmen würden: "Sonst sind die Lkw immer voll in beide Richtungen. Das lässt sich im Moment so natürlich nicht richtig disponieren", erklärt er. "Der Schaden ist ganz sicher hoch, aber beziffern kann ich ihn leider nicht."

Wirtschaftskammer informiert

Es gelte, abzuwarten, was passiere. "Wir sitzen hier auch ein bisschen auf Nadeln", meint Amann. "Sobald wir zum Beispiel von der Wirtschaftskammer Österreich in Wien informiert werden, geht es innerhalb von wenigen Minuten an unsere Mitglieder raus", schildert der Fachgruppengeschäftsführer den Ablauf. Auf der Internetseite der Wirtschaftskammer finde man sehr umfangreiche Informationen zum Coronavirus. Während die Busreisen nach Italien fast gänzlich zum Erliegen gekommen seien, laufe der Lkw-Verkehr weiter. "Von was sollen die Leute in Italien leben? Sie brauchen auch Lebensmittel", gibt Amann zu verstehen. "Das ist auch der Grund, warum man den Güterverkehr nicht eingeschränkt hat."

(Red.)

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