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Vorarlberger Krankenhäuser rechnen mit dritter Welle

Die Vorarlberger Krankenhäuser rechnen mit einer dritten Corona-Welle Anfang des Jahres.

Man bereite sich bereits darauf vor, die Krise sei nicht vorbei, so die Verantwortlichen der Vorarlberger Spitäler am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in einem Rückblick auf das ablaufende, herausfordernde Jahr 2020. Sie riefen zur Einhaltung der Corona-Regeln auch über die Feiertage auf und empfahlen der Bevölkerung dringend, sich impfen zu lassen.

Derzeit liegen 104 Corona-Patienten in Vorarlbergs Spitälern, 13 davon müssen beatmet werden. Insgesamt starben bisher 127 Personen mit oder an einer Covid-19-Infektion im Krankenhaus, so Gerald Fleisch, Direktor der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG).

Die Situation sei weiter "hoch angespannt". Sorge bereiteten ihm die um sich greifende "Covid-Müdigkeit und die Scheinsicherheit", was vor allem über die Feiertage zu einem erneuten Anstieg der Infektionen führen könnte. "Wir rechnen mit einer dritten Welle und bereiten uns darauf vor", so Fleisch. Im Umland Vorarlbergs nehmen die Fallzahlen zu - die Situation in der Schweiz und Deutschland sei "besorgniserregend".

Keine Impfpflicht für Spitalsmitarbeiter

Eine Impfpflicht für Spitalmitarbeiter werde es nicht geben, doch als Arbeitgeber habe man ein "hohes Interesse an einer hohen Durchimpfungsrate". Es werde dann auch Bereiche geben, in denen nur geimpfte Mitarbeiter tätig sein dürften. "Jeder, der sich impfen lässt, schützt nicht nur sich, sondern auch andere", so Fleisch. An der Triage sei man in Vorarlberg nur knapp vorbeigeschrammt: "Es war sauknapp." Man sei zudem kurz vor Aktivierung des Notversorgungszentrums in Dornbirn gestanden.

Lerneffekt aus erster Welle

Wolfgang Elsäßer, Chefarzt des LKH Feldkirch, beschrieb die Herausforderungen, die das mehrfache Herunter- und Hochfahren des Betriebs für die Spitäler bedeuteten. Man habe aus dem ersten Lockdown, der ein "echter" war, gelernt und im zweiten Lockdown mit einer an die Situation angepassten Versorgung reagiert, um die "Kollateralschäden" für die Patienten gering zu halten. Die versäumten OPs habe man im Sommer aufholen können. Derzeit sei die OP-Leistung von 50 auf 75 Prozent hochgefahren, er wünsche sich eine weitere Steigerung. Eine hohe Akzeptanz der Impfung und damit eine Herdenimmunität würde die Spitalmitarbeiter früher entlasten, denn ein Ende der Krise sei noch nicht in Sicht. "Darum ergeht wirklich der Aufruf, sich impfen zu lassen", betonte der Chefarzt.

Marathon ohne Ziel

Mit einem Marathon ohne Ziel verglich Harald Maikisch, Verwaltungsdirektor des LKH Feldkirch, die Krise im Jahresrückblick. Man habe sich rasch auf Änderungen einstellen müssen, was von den Mitarbeitern - vom Haustechniker bis zum Pflegepersonal - und deren Familien enorme Flexibilität erfordert habe. Bisher seien im LKH Feldkirch etwa über 122.000 PCR-Tests abgewickelt worden. "Die Impfung könnte eine Riesenchance sein - hoffentlich wird sie genutzt", so Maikisch mit Blick auf die Impfdiskussion. "Wir sind nach wie vor weit von einer Normalität in den Spitälern entfernt", betonte Pflegedirektor Michael Scheffknecht. So helfen Anästhesie- und OP-Pfleger auf den Intensivstationen, Krankenpflegepersonal muss auf anderen Stationen für positiv getestete Kollegen einspringen. Die Belastung sei anhaltend hoch. Auch er bat daher weiter um Vorsicht.

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