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Costa Rica schafft Sensation

Die "Ticos" Jubeln über verdienten Sieg
Die "Ticos" Jubeln über verdienten Sieg ©AP
Costa Rica schlägt Mitfavorit Uruguay trotz Rückstand am Ende sensationell mit 3:1.
URU - CRC 1:3

Uruguay musste in der Partie gegen Costa Rica noch aufgrund seiner Meniskusverletzung auf Stürmerstar Luis Suarez verzichten, der Torschützenkönig der Premier League soll erst im zweiten Gruppenspiel gegen England zum ersten Einsatz kommen. Mit Edinson Cavani und Diego Forlan in der Startelf waren die „Himmelblauen“ in der Offensive aber zumindest den Namen nach dennoch mehr als gut besetzt.

Costa Rica war wie erwartet mit einer defensiven Ausrichtung in das erste Spiel der Gruppe D gestartet. In dieser Gruppe treffen die „Ticos“ mit Italien, England und eben Uruguay auf drei frühere Weltmeister, die Mannschaft des kolumbianischen Trainers Jorge Luis Pinto ging wohl als vermeintlich größter Außenseiter in dieses WM-Turnier. Ein Irrtum, wie sich herausstellen sollte. Auf der anderen Seite wird bzw. wurde den „Urus“ bei dieser Weltmeisterschaft doch einiges zugetraut, zuletzt landete man in Südafrika bei der letzten Endrunde bekanntlich auf dem vierten Rang.

Zerfahrenes Spiel

Dennoch tat sich Uruguay zu Beginn sehr schwer, aus dem Spiel heraus gelang es nicht, Gefahr zu erzeugen. Einzig nach Standards und Fehlern von Costa Rica kam man zu Chancen, die beste vergab Cavani nach einem Aussetzer in der Defensive der Mittelamerikaner. Der Stürmer von Paris Saint-Germain verzog in dieser Situation aber deutlich.

Nach 23 Minuten bekam der Angreifer dann die nächste Gelegenheit, dieses Mal vom Elfmeterpunkt. Der aufgerückte Innenverteidiger Lugano wurde im gegnerischen Strafraum nach einem Ringer-Griff von Junior Diaz zu Fall gebracht, der deutsche Schiedsrichter Felix Brych entschied folgerichtig auf Strafstoß. Diesen verwertete Cavani zum 1:0, Keeper Navas war zwar in der richtigen Ecke, der Schuss war aber zu platziert.

Nur wenig später versuchte es Campbell auf der Gegenseite aus großer Distanz, er verfehlte den Kasten nur ganz knapp. Es war dies die erste richtige Torchance für Costa Rica in diesem Spiel, nach etwas mehr als einer halben Stunde traf Gonzalez dann auch noch das Außennetz des von Muslera gehüteten uruguayischen Tores. Vor der Pause musste Costa Rica´s Keeper dann auch noch einmal eingreifen, einen abgefälschter Schuss von Forlan konnte der Schlussmann gerade noch über die Latte lenken. Weitere Highlights gab es in der ersten Hälfte keine mehr, beim Stand von 1:0 wurden die Seiten gewechselt. Spielerisch waren diese ersten 45 Minuten alles andere als ein fußballerischer Augenschmaus, vor allem der Favorit aus Uruguay enttäuschte trotz Führung auf ganzer Linie.

Costa Rica dreht die Partie

Auch in Halbzeit zwei entstand die erste gefährliche Aktion aus einer Standardsituation. Nach einem Freistoß für Costa Rica durch Bolanos kam Duarte gleich zwei Mal zum Abschluss, konnte die Kugel aber nicht im gegnerischen Gehäuse unterbringen. Der Außenseiter blieb weiter dran und kam in der 54. Minute zum nicht unverdienten Ausgleich. Endlich bekamen die Zuschauer in Fortaleza einmal eine Kombination geboten, nach Angriff über rechts und der darauf folgenden Flanke stand Campbell in der Mitte völlig ungedeckt und verwertete mit einem satten Schuss zum 1:1. Die Fans aus Costa Rica waren noch mit dem Jubel über den Ausgleich beschäftigt, da gab es erneut Freistoß für Christian Bolanos. Wie bereits zuvor kam der Ball gefährlich vors Tor und wieder war es Duarte, der seinem Gegenspieler enteilen konnte. Dieses Mal konnte Muslera den Kopfball nicht mehr abwehren, der Außenseiter hatte die Partie innerhalb von drei Minuten gedreht – 1:2.

Das so routinierte Team aus Uruguay bot weiterhin eine sehr enttäuschende Leistung, bereits vor dem Turnier waren Stimmen laut geworden, La Celeste“ habe möglicherweise den Zenit der Leistungsfähigkeit überschritten. Die Elf von Oscar Tabarez fand auch in der Folge kaum ein wirkungsvolles Mittel gegen die beherzt aufspielende Mannschaft von Costa Rica. Die Partie hatte nun dank der Dramaturgie einen ganz anderen Unterhaltungswert als noch in Halbzeit eins. Jeder Ballkontakt der Ticos wurde im Stadion gefeiert, das Publikum war ganz klar auf Seiten des Underdogs. Sechs Minuten vor dem Ende fiel dann die endgültige Entscheidung: Traumpass von Campbell auf den kurz zuvor eingewechselten Urena und dieser schob die Kugel vorbei an Muslera zum 3:1 ins Tor.

Costa Rica bewies in dieser Auftaktpartie, dass man sich zurecht für diese WM qualifiziert hat und nicht nur per Zufall Mexiko in der Quali hinter sich ließ. Der Traum des Weltmeisters von 1950 das Kunststück von damals zu wiederholen, droht hingegen nach dem ersten Spiel schon zu zerplatzen. Uruguay konnte zu keiner Zeit überzeugen und musste sich nach 90 Minuten dem Gegner aus Costa Rica völlig verdient mit 1:3 geschlagen werden. Unschön noch eine Szene von Pereira, der nach einer hässlichen Attacke gegen Campbell zurecht mit Rot vom Platz flog. Die WM hat nach der so nicht zu erwartenden gestrigen Klatsche für Spanien seine nächste große Sensation, die Todesgruppe macht bereits zum Auftakt seinem Namen alle Ehren.

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