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Coronavirus - Italien erwägt immer drastischere Maßnahmen

©AP
Italien erwägt wegen der Coronavirus-Epidemie immer drastischere Maßnahmen. Zwei Wochen nach Inkrafttreten der Quarantäne für elf Gemeinden der Lombardei und Venetiens, in denen der Infektionsherd lokalisiert wurde, prüft die Regierung am Samstag, ob diese für 50.000 Personen ausgedehnt werden soll.

Angesichts der zunehmenden Zahl von Infektionsfällen könnte die Sperrzone auf Teile der lombardischen Provinz Bergamo ausgedehnt werden. Dort wurden zuletzt viele neue Infektionsfälle gemeldet. Für die Erweiterung der "roten Zone" soll sich der lombardische Präsident Attilio Fontana ausgesprochen haben, berichtete die römische Tageszeitung "La Repubblica" (Samstagsausgabe). Das letzte Wort hat die Regierung in Rom.

Italien stoppt Justizsystem teilweise

Italien stoppt außerdem einen Teil der Arbeit im Justizsystem. Zunächst für rund zweieinhalb Monate bis Ende Mai sind zum Schutz vor Infektionen Einschränkungen im Justizwesen möglich. Prozesse zu nicht schweren Taten dürfen damit verschoben werden.

Im Kampf gegen das Coronavirus rief die italienische Regierung überdies Ärzte aus dem Ruhestand zurück. Die Regierung begann am Samstag landesweit, Ruheständler zu reaktivieren. Diese Maßnahme ist Teil eines neuen Notprogramms, das bei einer bis in die Nacht dauernden Krisensitzung des Kabinetts beschlossen wurde.

20.000 neue Kräfte für das Gesundheitssystem

Demnach sollen insgesamt 20.000 neue Kräfte für das Gesundheitssystem eingestellt werden. Bei den 20.000 Neu-Einstellungen soll es sich um 5.000 spezialisierte Ärzte sowie 15.000 Krankenpflegekräfte und weitere Helfer handeln. Nach den Beschlüssen des Kabinetts soll in den kommenden Tagen zudem die Zahl der Betten in den Intensivstationen von 5.000 auf 7.500 erhöht werden. Derzeit befinden sich wegen der Lungenkrankheit Covid-19 in Italien 462 Menschen auf Intensivstationen.

Wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus in Italien wird Papst Franziskus das nächste Angelus-Gebet nicht am Fenster vor den Menschen direkt sprechen. Das traditionelle Gebet am Sonntagmittag soll stattdessen per Video live aus dem Papstpalast übertragen werden. Das teilte das Pressebüro des Vatikans am Samstag mit. Es werde zudem auf Bildschirmen auf dem Petersplatz zu sehen sein. Die nächste Generalaudienz am Mittwoch solle ebenfalls auf ähnliche Weise verändert werden. Es gehe darum, die Ausbreitung der neuen Lungenkrankheit Covid-19 zu bremsen und die Sicherheit zu erhöhen.

Zahl der Todesopfer steigt rapide

Die Zahl der Todesopfer war am Freitag auf 197 gestiegen. Das waren 49 mehr als noch am Donnerstag, was den höchsten Sprung seit dem ersten Auftreten des Virus in Italien bedeutet. Die Zahl der Infizierten lag am Freitag bei 4.636.

Hubei erholt sich

In der chinesischen Provinz Hubei ist die Zahl der neu registrierten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus den dritten Tag in Folge zurückgegangen. Mit 74 neuen Fällen habe die Zahl in dem bisherigen Epizentrum der Epidemie ihren niedrigsten Stand seit Anordnung der Quarantänemaßnahmen in der zentralchinesischen Provinz erreicht, teilte die Nationale Gesundheitskommission am Samstag mit. Im Rest des Landes wurden demnach 25 zusätzliche Infektionen nachgewiesen. Die Gesundheitskommission meldete überdies 24 Infektionen bei aus dem Ausland Eingereisten. Die Zahl der Toten durch die Epidemie stieg um 28 auf 3.070.

Ungeachtet der Verärgerung Chinas hat US-Außenminister Mike Pompeo dem neuartigen Coronavirus einen anderen Namen gegeben: "Wuhan-Virus". Am Freitag verwendete er den Begriff zum zweiten Mal in Folge.

USA stellen 37 Mio. Dollar bereit

In einem Interview mit dem Sender CNBC sagte Pompeo mit Blick auf die Epidemie und Pekings Gegenmaßnahmen: "Ich freue mich, dass Sie die chinesische Kommunistische Partei heute gelobt haben, aber denken Sie daran, dass das Wuhan-Coronavirus dies verursacht hat." Am Donnerstag hatte Pompeo bereits gesagt, sein Land stelle 37 Millionen Dollar (33 Millionen Euro) an Hilfen für andere Staaten bereit, die unter der "Ausbreitung des Wuhan-Virus" litten.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte im Februar vor Begriffen wie "Wuhan-Virus" gewarnt. Sie stigmatisierten Menschen chinesischer Herkunft und hielten womöglich Infizierte davon ab, sich auf das Virus testen zu lassen, heißt es in den WHO-Richtlinien zu dem Erreger.

Mehr als 100.000 Infizierte in 90 Ländern

Das neuartige Coronavirus hat mittlerweile mehr als 90 Länder erreicht; mehr als 100.000 Menschen weltweit infizierten sich und mehr als 3.450 Infizierte starben. China hat mit mehr als 80.500 Infizierten und mehr als 3.000 Todesfällen weiterhin die höchste Anzahl von Todesfällen.

Unterdessen meldeten die lateinamerikanischen Länder Costa Rica und Kolumbien ihre ersten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. Wie Costa Ricas Gesundheitsminister Daniel Salas am Freitag (Ortszeit) sagte, wurde in seinem Land eine 49-jährige US-Touristin positiv getestet. Sie habe sich vor ihrer Einreise mit dem neuartigen Coronavirus infiziert und befinde sich nun mit ihrem Mann "in strikter Isolation" in einem Hotel in der Hauptstadt San José.

Kolumbien nun auch betroffen

Wie Kolumbiens Staatschef Iván Duque am Freitag in Bogotá mitteilte, wurde in der kolumbianischen Hauptstadt eine 19-jährige Studentin positiv auf den Erreger getestet, die zuvor die norditalienische Stadt Mailand besucht hatte. 16 Menschen aus dem Umfeld der jungen Frau seien isoliert worden, sagte Gesundheitsminister Fernando Ruiz.

Spanien meldete fünf weitere Tote durch das neuartige Coronavirus. Damit starben in dem EU-Land bereits acht Menschen durch die Epidemie. Bei den neuen Toten handelte es sich nach Behördenangaben um eine 87-jährige Frau in Badalona nahe Barcelona, einen ebenfalls 87-jährigen Mann in Zaragoza im Nordosten Spaniens sowie drei ältere Menschen aus der Region Madrid.

Island ruft den Ausnahmezustand aus

Island hat wegen des Coronavirus den Ausnahmezustand ausgerufen. Der Epidemologe Thorolfur Gudnason hatte das bei einer Pressekonferenz am Freitag in Reykjavik angekündigt, nachdem zwei Corona-Fälle bekannt wurden, die sich in Island angesteckt hatten. Insgesamt wurden bisher 43 Isländer positiv auf das Covid-19-Virus getestet. Die meisten davon haben sich vermutlich beim Winterurlaub in Italien oder Österreich angesteckt.

Israel könnte unterdessen mit Blick auf die Coronakrise die restriktiven Einreiseregelungen auf weitere Länder Europas und die USA ausweiten. Das israelische Gesundheitsministerium arbeite an entsprechenden Ankündigungen, berichteten israelische Medien. Erwägt werde laut Bericht der Tageszeitung "Haaretz" (Onlineausgabe), Rückkehrer aus europäischen Ländern ohne Unterschied unter Quarantäne zu stellen.

5.823 Kranke im Iran

Im Iran, einem der am stärksten vom neuartigen Coronavirus betroffenen Länder außerhalb Chinas, stieg die Zahl der Covid-19-Erkrankten auf 5.823. Wie Gesundheitsbehörden am Samstag mitteilten, starben bisher 145 Corona-Patienten. In Teheran erlag auch eine 55-jährige Parlamentsabgeordnete ihrer Virusinfektion.

Auf dem vor Kalifornien festsitzenden Kreuzfahrtschiff "Grand Princess" sind inzwischen 21 Menschen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Bei 19 Besatzungsmitgliedern und zwei Passagieren sei eine Infektion nachgewiesen worden, erklärte am Freitag US-Vizepräsident Mike Pence, der von US-Präsident Donald Trump mit der Koordination der Maßnahmen gegen die Epidemie beauftragt wurde.

Die US-Gesundheitsbehörden meldeten erstmals Todesfälle durch das neuartige Coronavirus an der Ostküste des Landes. Zwei Menschen seien im Bundesstaat Florida an der durch den Erreger ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, teilte das Gesundheitsministerium von Florida am Freitag mit. Damit erhöhte sich die Zahl der Todesfälle durch das Coronavirus in den USA insgesamt auf 16.

Klopapier-Streitigkeiten in Australien

In Australien hat die Angst vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus einen Ansturm auf Klopapier ausgelöst - nun ist ein Streit um das begehrte Produkt erneut eskaliert. Wegen eines handgreiflichen Streits um eine Packung Klopapier in einem Supermarkt in Sydney musste am Samstag die Polizei anrücken. Bereits zuvor waren Hamsterkäufe in Australien in Gewalt umgeschlagen.

(APA/ag.)

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