Corona: Warum brauchen wir den dritten Stich?

Die Ärztekammer informiert umfassend über die Notwendigkeit der Impfauffrischung.
Die Ärztekammer informiert umfassend über die Notwendigkeit der Impfauffrischung.
Die Ärztekammer informiert über die aktuelle Situation in Vorarlberg in Sachen Auffrischung. Die Impfung bleibt das wichtigste Instrument im Kampf gegen die Pandemie.

Seit Mitte September werden die ersten Auffrischungsimpfungen in Vorarlberg durchgeführt. Begonnen wurde wie schon bei den Erstimmunisierungen in den Alten- und Pflegeheimen. Eines der wichtigsten Ziele im Kampf gegen die COVID-19 Pandemie neben dem Erreichen einer möglichst hohen Durchimpfungsrate in der Bevölkerung ist die Auffrischung der Immunisierung von bereits Geimpften. Ab Oktober werden die Auffrischungsimpfungen auch in den Krankenhäusern und im niedergelassenen Bereich sowie bei anderen Gesundheitsdiensten durchgeführt. Die Ärztekammer ruft daher alle Vorarlbergerinnen und Vorarlberger auf, sich rechtzeitig für die Auffrischungsimpfung anzumelden, denn eine Einladung wie bei der Erstimmunisierung wird es nicht geben.

Weit weg vom Ende der Pandemie

„Die Auffrischungsimpfungen in den Alten- und Pflegeheimen wurden sehr gut angenommen und konnten reibungslos durchgeführt werden“, sagt Dr. Daniela Jonas, Impfreferentin der Ärztekammer für Vorarlberg. Mittlerweile wurden rund 1300 Drittimpfungen in den Heimen durchgeführt, insgesamt gab es bereits 2500 Drittimmunisierungen. „Die Impfbereitschaft in den Heimen ist hoch und der Wunsch nach Normalität enorm. Die Pandemie ist noch nicht vorbei, es ist daher nach wie vor essenziell, dass wir die älteren Mitmenschen und Risikopatientinnen und -patienten bestmöglich schützen“, so Jonas weiter.

30.000 Erstimpfungen fehlen

Im gleichen Zug weist die Fachärztin für Kinder- und Jugendheilkunde darauf hin, dass immer noch 30.000 Erstimpfungen in Vorarlberg fehlen, um das Coronavirus über den Winter in den Griff zu bekommen: „Wir sind leider immer noch weit davon entfernt, die Pandemie für beendet erklären zu können. Länder wie Dänemark oder Norwegen konnten national bereits ein Ende der Pandemie ausrufen, weil sie über eine deutlich höhere Impfquote verfügen. An diesen Vorbildern müssen wir uns orientieren, damit wir auch in Österreich die Corona-Schutzmaßnahmen aufheben können“.

Auffrischung des Impfschutzes enorm wichtig

Mit der Drittimpfung soll die Schutzwirkung der Impfung verstärkt werden, denn Daten aus Ländern wie Israel oder England zeigen, dass bei Personen im hohen Alter oder mit bestimmten Vorerkrankungen die Schutzwirkung insbesondere gegen die Delta-Variante nicht in allen Fällen neun Monate lang in vollem Ausmaß gegeben ist. „Die Daten zeigen, dass mittels einer Drittimpfung Ansteckungen, Impfdurchbrüche und vor allem schwere Krankheitsverläufe, die Krankenhausaufenthalte notwendig machen, verhindert werden können“, erklärt Impfreferentin Dr. Alexandra Rümmele-Waibel. „Daher empfehlen wir von Seiten der Ärztekammer, die Möglichkeit der Drittimpfung wahrzunehmen“.

Die Auffrischung des Impfschutzes ist laut Empfehlung des nationalen Impfgremiums sechs bis neun Monate nach der ersten Vollimmunisierung für Heimbewohnerinnen und -bewohner, Personen über 65 Jahre oder mit Vorerkrankung sowie für jene, die mit einem Vektor-Impfstoff (Johnson&Johnson, AstraZeneca) geimpft wurden, notwendig. Für alle anderen über 18-Jährigen wird die dritte Impfdosis nach neun bis zwölf Monaten empfohlen. Gleiches gilt für Genesene. Der empfohlene Impftermin kann ganz einfach über die Plattform des Landes unter impfung.lwz-vorarlberg.at abgefragt werden. Man benötigt dazu lediglich Geburtsdatum, Datum der Vollimmunisierung (Tag der 2. Impfung) sowie den verwendeten Impfstoff.

Generell ist zu beachten, dass der Grüne Pass nach spätestens zwölf Monaten ungültig (rot) wird, wenn die Drittimpfung nicht gemacht wird.

„Bei der dritten Impfung können ähnliche Impfreaktionen auftreten wie beim zweiten Stich“, so die Impfreferentin weiter. Der dritte Stich wird entweder mit dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer oder Moderna durchgeführt.

Hinsichtlich Auffrischungsimpfung und Grippeimpfung bestehe kein Grund zur Sorge. Beide Impfungen können in relativ kurzen Abständen zueinander durchgeführt werden.

Impfen von Kindern

Die Auffrischungsimpfung ist laut derzeitigem Wissensstand bei Kindern ab 16 Jahren erforderlich. Eine Vollimmunisierung für die 12- bis 15-Jährigen wird aber empfohlen. „Nach wie vor ist es möglich, seine Kinder impfen zu lassen. Termine können direkt mit der Kinderärztin/dem Kinderarzt vereinbart werden“, erklärt Dr. Jonas. In naher Zukunft sollen auch die 5- bis 12-Jährigen geimpft werden können. Hierbei soll ein Impfstoff mit angepasster Dosis verimpft werden.

Selbständige Anmeldung erforderlich, keine Einladung durch das Land

Im Vergleich zu den Erstimmunisierungen im Frühjahr werden dieses Mal keine Einladung für die Auffrischungsimpfung verschickt, die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger müssen sich proaktiv für die Drittimpfung anmelden. Dafür stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Die erste Option ist die Anmeldung über die extra überarbeitete Online-Plattform des Landes.

Zusätzlich zur Anmeldeplattform können Impftermine im niedergelassenen Bereich direkt mit der jeweiligen Ordination telefonisch vereinbart werden“, erläutert Robert Spiegel. Patientinnen und Patienten wenden sich an ihre Hausärztin/ihren Hausarzt, die weitere Anmeldung und Organisation erfolgt über die Praxis. Für Personen, die keinen eigenen Hausarzt haben, gibt es auf der Webseite www.medicus-online.at unter dem Menüpunkt „Impfwesen“ eine Liste mit jenen Ärztinnen und Ärzten, die Impfungen für die Bevölkerung anbieten, auch wenn man selbst nicht Patientin oder Patient bei der Ärztin/beim Arzt ist. Eine Anmeldung auf der Online-Plattform des Landes ist nicht notwendig, lediglich die Anmeldung vorab in der Ordination.

„Wir empfehlen allen, die Drittimpfung nicht ausfallen zu lassen, sondern rechtzeitig einen Termin zu vereinbaren“, betont Dr. Spiegel erneut. Die Entscheidung, ob man sich ein drittes Mal impfen lässt oder nicht, sollte auf keinen Fall von einem Antikörper-Test abhängig gemacht werden. „Die Auffrischung ist der einzige Weg, dass wir die Pandemie bald beenden und zur Normalität zurückkehren können“.

Impfangebot vorrangig in den Ordinationen

Im Gegensatz zum Frühjahr wird der Großteil der Impfungen nunmehr ausschließlich in den Ordinationen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten durchgeführt. Impfstraßen wie noch zu Beginn des Jahres wird es nur noch vereinzelt geben. Seit der Schließung der Impfstraßen wurden bereits ca. 14.000 Impfungen in den Ordinationen durchgeführt. „Die Ärztinnen und Ärzte, die bereit sind zu impfen, haben ausreichend Impftermine zur Verfügung gestellt, damit jeder schnellstmöglich eine Erstimmunisierung oder eine Auffrischungsimpfung erhält. Jetzt ist die Bevölkerung in der Verantwortung, sich für diese Termine anzumelden“, appelliert OMR Dr. Robert Spiegel, COVID-19 Beauftragter der Ärztekammer für Vorarlberg, an die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger.

Neben den Impfmöglichkeiten im niedergelassenen Bereich gibt es auch weiterhin die Möglichkeit, sich in Einkaufzentren, im Impfbus oder in Impfstraßen zu impfen.

Er empfiehlt Personen, die noch unsicher sind, ob sie sich impfen lassen sollen oder nicht, sich Rat beim eigenen Hausarzt/der eigenen Hausärztin zu holen. „Für Ungeimpfte besteht nach wie vor ein großes Risiko, sich anzustecken und auch einen schweren Krankheitsverlauf zu erleiden. Speziell die Delta-Variante ist hochinfektiös und gefährlich, nur eine Impfung kann schützen“, so Spiegel abschließend.

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(VOL.AT)

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