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Corona und Ölpest: So ergeht es der Familie einer Vorarlbergerin in Ecuador

©handout/Judith Wüstner
Judith Wüstner aus Bludesch hat drei Jahre lang bei ihrem Mann in Ecuador gelebt - dem am stärksten von Corona betroffenen Land in Südamerika. Wie es ihrer Familie dort ergeht, verrät sie im VOL.AT-Talk.
Judiths Familie in Ecuador
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Judith Wüstner (35) aus Bludesch vermisst derzeit ihren Mann und ihre Familie. Javier Hualinga, ihr Ehemann, stammt aus Ecuador, genauer gesagt aus dem Amazonasbecken, und gehört der indigenen Bevölkerung der Kishwa an. Judith hat die vergangenen drei Jahre bei ihm und seiner Familie in Ecuador gelebt.

"Ich bin jetzt seit November wieder zurück aus Ecuador und es war eigentlich auch geplant, dass er nachher mit mir nach Österreich zieht, was derzeit aufgrund der geschlossenen Grenzen und Corona nicht möglich ist", verdeutlicht Judith im Talk mit VOL.AT.

Ecuador - das am stärksten betroffene Land in Südamerika

Ecuador sei das am stärksten betroffene Land in Südamerika. "Dort wo mein Mann wohnt, da gibt es zwar relativ wenig bekannte Fälle, aber die medizinische Versorgung ist sehr spärlich bis gar nicht vorhanden", erklärt die Vorarlbergerin.

Verschmutze Flüsse durch Ölpest

Der Fluss als wichtigste Nahrungsmittelquelle ist verschmutzt. Bild: handout/Judith Wüstner

Die Situation ist für ihre Familie gleich doppelt schwer: Am 7. April kam es zu einem gigantischen Erdrutsch, der die größte Erdöl-Pipeline beschädigte. "Bis man es vor Ort bemerkt hat, sind ungefähr 24 Stunden vergangen und dann hat es ungefähr nochmal so lange gedauert, bis man angefangen hat, die Pipeline zu reparieren", berichtet Judith.

Offiziell sei davon die Rede, dass über 4.000 Fass Erdöl in die umliegenden Flüsse gelangt sei. Neue Untersuchungen hätten allerdings ergeben, dass es bis zu 15.000 Fass Erdöl seien. "Es gibt schon Auswirkungen bis nach Peru und Brasilien", so die Bludescherin. "Meine Familie wohnt direkt am Rio Coca, das ist der erste und meist betroffene Fluss."

Coronavirus: Jobs verloren

Durch das Coronavirus hätten alle ihren Job verloren, daher seien sie vom Fluss als wichtige Nahrungsmittelquelle abhängig. "Sie gehen jeden Tag fischen", verdeutlicht sie und ergänzt: "Die Fische sind verseucht." Alternative Wege, um an Lebensmittel zu gelangen, seien derzeit nicht einfach zu finden. "Wir versuchen, dass sie ein klein wenig Hilfe bekommen und nicht aus dem verschmutzen Wasser die Fische essen müssen", gibt Judith zu verstehen.

Sie habe ihrem Mann schon erste finanzielle Hilfe geschickt, da er seinen Job verloren habe.

Judith und ihr Mann Javier. Bild: handout/Judith Wüstner

Spendenaktion im Freundeskreis

In ihrem Haus seien derzeit viele Familienangehörige untergebracht, da sie aufgrund von Corona nicht mehr nach Hause kommen: In drei Häusern würden fünf Familien mit 23 Personen leben.

"Ich habe eine kleine Spendenaktion in meinem Freundeskreis gemacht. Das hat bereits sehr viel Wirkung gezeigt", gibt die Vorarlbergerin zu verstehen. Die indigenen Völker würden im Einklang der Natur leben. "Sie haben sich in den letzten Jahren auch sehr stark dafür eingesetzt, dass sie durch Tourismus unabhängig von der Ölindustrie werden", so Judith gegenüber VOL.AT.

Es sei ihnen auch bereits gelungen, mit kleinen Projekten große Flächen im Primärregenwald zu schützen. "Aufgrund von Corona und geschlossenen Grenzen ist es jetzt natürlich doppelt schwer für sie, da das gesamte Einkommen verloren geht."

Hilfe und Information

Wer Judiths Familie und andere Betroffene in Ecuador unterstützen will, kann das noch bis zum 1. Mai 2020 hier tun.

Mehr Informationen zu nachhaltigem Tourismus findet ihr hier.

(Red.)

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