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"Corona-Comeback" in Europa: Immer mehr Reisewarnungen für Österreicher

©APA / DPA
Im Folgenden ein Überblick über die derzeitigen Reisewarnungen für Österreicher in Europa und außerhalb Europas. Kroatien-Rückkehrer müssen negativen Test vorlegen.
Österreich: Reisewarnung für Kroatien
Corona-Chaos am Ballermann
282 Neuinfektionen in Österreich

Die EU-Staaten haben in diesem Sommer ein fast kollektives Problem. Die Infektionszahlen steigen fast überall wieder an. Sowohl das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) als auch das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sprechen bereits von einem Wiedererstarken des Virus in manchen Ländern.

"Das Risiko eines Wiederauflebens von Covid-19 ist sehr real", schrieb EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides schon zu Wochenbeginn auf Twitter. Sie verwies dabei auf die jüngste ECDC-Risikobewertung für die Länder des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) zuzüglich Großbritannien. Darin heißt es, viele Staaten testeten jetzt bereits milde Verdachtsfälle ohne Symptome, was zu der Zunahme der Fallzahlen beitrage. In mehreren Ländern gebe es aber auch "ein echtes Wiederaufleben an Fällen", das eine Folge davon sei, dass die Maßnahmen zum Abstandhalten gelockert worden seien.

Immer mehr Reisewarnungen für Österreicher

Mit der ab Montag geltenden Reisewarnung für Kroatien wird die Liste möglicher Reiseländer für Österreicher erneut kürzer. Aufgrund der steigenden Corona-Zahlen in Kroatien und weil auch immer mehr Corona-Fälle in Österreich mit Kroatien-Bezug auftauchen, hat das Außenministerium am Freitag erneut eine Reisewarnung für das Land ausgesprochen. Urlauber, die sich derzeit in Kroatien befinden, rief das Außenministerium dringend auf, heimzukehren.

Dass die Reisewarnung für Kroatien nicht mit sofortiger Wirkung, sondern erst verzögert in Kraft tritt, hat mehrere Gründe: Die österreichische Regierung will den Urlaubern in Kroatien einerseits Zeit geben, um heimreisen zu können. Andererseits verschafft sich die Regierung so selbst Zeit, um die Rechtsnormen zur Regelung des Reiseverkehrs im Gesetz ändern zu können.

Kroatien-Rückkehrer müssen negativen Test vorlegen

Nach der Einstufung von Kroatien als Risikoland ab Montag, 00:00 Uhr, muss bei der Einreise nach Österreich ein ärztliches Gesundheitszeugnis vorgelegt werden. Das erklärte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Freitag per Aussendung. "Dieses Gesundheitszeugnis muss einen negativen PCR-Test bestätigen, der nicht länger als 72 Stunden zurückliegen darf", hieß es darin.

Wenn ein solcher Nachweis nicht erbracht werden kann, müssten die Reiserückkehrer innerhalb von 48 Stunden einen Test veranlassen, teilte Anschober weiters mit. Bis das Testergebnis vorliege, müssten sie in Quarantäne bleiben. "Damit ist Kroatien gleich eingestuft wie andere Länder des Balkans - Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien."

Im Folgenden ein Überblick über die derzeitigen REISEWARNUNGEN für Österreicher:

Reisewarnungen in Europa

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie gelten (inklusive Kroatien) Reisewarnungen für 32 Staaten bzw. zwei Teilregionen weltweit. In Europa sind das neben Kroatien und dem spanischen Festland die EU-Länder Bulgarien, Rumänien, Portugal und Schweden sowie Albanien, Bosnien-Herzegowina, der Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien, die Republik Moldau, Russland, Serbien, die Türkei, die Ukraine und Weißrussland (Belarus).

Angespannte Situation auch auf Mallorca und den Balearen

Auf der beliebten Mallorca werden immer mehr Corona-Fälle registriert. Während der vergangenen sieben Tage kletterte die Zahl der Neuinfektionen nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums vom Freitag auf mehr als 50 je 100 000 Einwohner. Nach offiziellen Angaben der regionalen Gesundheitsbehörde gibt es auf den Baleareninseln Mallorca, Ibiza, Menorca und Formentera zurzeit mehr als 1500 Corona-Fälle auf den Inseln mit insgesamt etwa 1,15 Millionen Einwohnern. In den vergangenen 24 Stunden seien 264 Neuinfektionen registriert worden, schrieb die "Mallorca Zeitung" am Freitag.

Für das Corona-Krisenmanagement in Deutschland gilt das Urlaubsland Spanien (mit Ausnahme der Kanarischen Inseln) seit Freitagnachmittag als Risikogebiet. Das entschieden die beteiligten Bundesministerien wegen der hohen Infektionszahlen in Spanien, heißt es aus Regierungskreisen.

Partielle Reisewarnung von Österreich für Spanien

Österreich hat für Spanien derzeit eine partielle Reisewarnung ausgegeben.
Vor Reisen nach Festland-Spanien warnt das Außenministerium mit der Sicherheitsstufe 5. Für die Balearen (u.a. Ibiza, Mallorca, Menorca) und die Kanarischen Inseln (u.a. Teneriffa, Gran Canaria, Fuerte Ventura, Lanzarote) gilt weiterhin "Hohes Sicherheitsrisiko" mit der Sicherheitsstufe 4.

Platter fordert Gesundheitschecks wegen Balkan-Rückkehrern

Aufgrund der steigenden Zahlen in den Balkanländern werden seit dem gestrigen Donnerstag auch an der Brennergrenze gesundheitspolizeiliche Kontrollen durchgeführt. Balkan-Rückkehrer könnten großräumig über den Brenner ausweichen, um Kontrollen an den Grenzübergängen in der Steiermark, Kärnten oder dem Burgenland zu umgehen, so die Begründung der Kontrollen.

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) fordert angesichts steigender Corona-Infiziertenzahlen durch Balkan-Rückkehrer "Gesundheitschecks an allen österreichischen Südgrenzen". "Hier besteht Handlungsbedarf", sagte Platter im APA-Gespräch. Es gelte, einen "weiteren unkontrollierten Anstieg in Österreich zu verhindern und die Bildung neuer Cluster zu unterbinden".

Reisewarnungen außerhalb Europas

Außerhalb Europas warnt das Außenministerium wegen der Pandemie weiterhin vor Reisen nach Ägypten, Bangladesch, Brasilien, Chile, Ecuador, Indien, Indonesien, in den Iran, Mexiko, Nigeria, Pakistan, Peru, Philippinen, Senegal, Südafrika und in die USA sowie in die chinesische Provinz Hubei.

Reisewarnungen außerdem für:

Abgesehen von der Pandemie warnt das Außenamt außerdem vor Reisen nach Afghanistan, in den Irak, in den Jemen, nach Libyen, nach Niger, Mali, Somalia, in den Südsudan, nach Syrien und in die Zentralafrikanische Republik. Grundsätzlich rät das Außenministerium aufgrund der Coronakrise "dringend von allen nicht notwendigen" Auslandsreisen ab.

Reisewarnung ≠ Reiseverbot

Eine Reisewarnung berechtigt zu einem kostenlosen Storno einer gebuchten Reise. Eine Reisewarnung ist aber kein Reiseverbot. Sollte allerdings eine Rückholaktion aus einer Region oder einem Land durchgeführt werden, wo es eine ausdrückliche Reisewarnung gibt, können die Reisenden an den Konsularkosten beteiligt werden.

(APA)

Service: Alle Reisewarnungen des österreichischen Außenministeriums

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