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Cook verschärft Kritik an Blairs Irak-Politik

Der ehemalige britische Außenminister Robin Cook hat seine Kritik an der Irak-Politik von Premierminister Tony Blair weiter verschärft.

Teile der beiden umstrittenen Geheimdienst-Dossiers seien „schlichtweg ungenau“, sagte Cook am heutigen Freitag dem Rundfunksender BBC. Cooks Nachfolger Jack Straw wies die Kritik vor dem außenpolitischen Ausschuss des Unterhauses zurück und erklärte, die Regierung habe mit ihrer Entscheidung zum Irak-Krieg „ehrenhaft und korrekt“ gehandelt.

„Für mich geht es darum, dass uns als Begründung für den Krieg Dinge genannt wurden, die sich danach als falsch herausgestellt haben“, sagte Cook. Dazu gehörten vor allem die Angaben über irakische Massenvernichtungswaffen, für die bisher noch keine Hinweise gefunden worden seien. Cook war von 1997 bis 2001 Außenminister. Er hatte aus Protest gegen Blairs Irak-Kurs im März seinen Posten als Fraktionschef von Blairs Labour Party im Unterhaus niedergelegt.

Straw sagte, er hoffe, dass weitere Beweise für biologische und chemische Waffen in Irak gefunden würden. Doch selbst wenn dies nicht der Fall sei, sei der Krieg gerechtfertigt gewesen. Niemand könne ernsthaft bezweifeln, dass der gestürzte irakische Staatschef Saddam Hussein eine Gefahr für den internationalen Frieden und die Sicherheit dargestellt habe.

Im Mittelpunkt der Kritik an der britischen Regierung steht ein Dossier aus dem September vergangenen Jahres, wonach Irak binnen 45 Minuten in der Lage gewesen sein soll, biologische oder chemische Waffen einzusetzen. Blair hatte am Mittwoch vor dem Unterhaus bekräftigt, dass die Informationen in dem Dossier richtig seien.

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