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Constantia Privatbank erstes Opfer der Finanzkrise

Die schon seit längerem zum Verkauf stehende Constantia Privatbank (CPB) ist Österreichs erstes Opfer der internationalen Finanzmarktkrise. Das Finanzinstitut wurde buchstäblich über Nacht gerettet.

Als Grund für die kurzfristig bedrohte Existenz des Finanzinstituts nennt CBP-Sprecher Thomas Brey “massive Liquiditätsabflüsse in den vergangenen Tagen”. Die wohlhabenden Kunden der Bank hatten ihre Gelder im großen Stil abgezogen. Das genaue Volumen ist nicht bekannt, soll sich aber im Ausmaß der nun zugeschossenen Liquidität – insgesamt 450 Mio. Euro – bewegen. Die Eigenkapitalausstattung der Bank ist an sich gut.

“Faktum ist, dass die Bank bis vor wenigen Tagen keinerlei Liquiditätsprobleme hatte. Dann kam es zu einer Verbindung der sich weiter verschärfenden Finanzkrise und rufschädigenden Gerüchten und in weiterer Folge zum Abfluss von Liquidität”, bestätigte Brey am Freitag. Dieses Problem sei nun mit der sehr starken neuen Eigentümerstruktur gelöst. Es habe zuletzt “eine gesunde Bank mit vernünftiger Liquiditätsausstattung gegeben, die erst abgeschmolzen ist, als die Bank ins Gerede gekommen ist”, so Brey.

Der Bank das Genick gebrochen hat der Vertrauensverlust der Kunden, den intransparente Zahlungsströme innerhalb der börsenotierten Immobiliengesellschaften Immofinanz und Immoeast unter deren im Oktober zurückgetretenen Chef Karl Petrikovits ausgelöst haben. Für beide Gesellschaften gab es einen Managementvertrag mit der CPB, der gelöst wurde und sich im Prozess der Abspaltung befindet.

Die neuen Eigentümer – Bank Austria, Erste Bank, RZB, Volksbanken und BAWAG – haben die Privatbank um einen geheim gehaltenen Symbolpreis, “einen verkraftbaren Betrag”, bekommen. Dafür schießen sie Liquidität ein. “Es wird nicht Eigenkapital zugeschossen, sondern Liquidität zugeführt und die CPB wird dafür bezahlen”, erklärte Brey. Im wesentlichen habe die Privatbank eine Kreditlinie bekommen.

An die Staatshaftung seien “keine Bedingungen geknüpft”, sagte der Sprecher des Finanzministers, Jürgen Beilein, auf APA-Anfrage. Die Übernahme der Haftung über 400 Mio. Euro erfolge auf Basis des Gesetzes, das erst in Form eines Entwurfs vorliegt und kommenden Montag beschlossen werden soll. Die von den fünf Banken auf die Beine gestellte Gesellschaft müsse lediglich “ein Haftungsentgelt entrichten, das noch festzusetzen ist”, hieß es aus dem Finanzministerium.

Über die genaue Aufteilung des 100-Prozent-Anteils wurde Stillschweigen vereinbart, sie soll aber nach der Größe der fünf beteiligten Banken gestaffelt sein. Die Transaktion erfolgte unter der Federführung der zur italienischen UniCredit gehörenden Bank Austria. Die bisherigen Eigentümer waren im wesentlichen Stiftungen, die der Tochter des im Jahr 2000 verstorbenen Industrie-Tycoons Herbert Turnauer, Christine de Castelbajac, und ihrer Familie zugerechnet werden.

Über die in Amsterdam ansässige Constantia Packaging B.V.hielt Castelbajac die Anteile sowohl an der Constantia-Packaging-Gruppe als auch der Constantia Privatbank (CPB). Der Constantia Packaging B.V. wurde laut Firmenbuch der überwiegende Anteil an der CPB (90,86 Prozent) zugerechnet. Weitere 5 Prozent gehören der Constantia AG, 4,4 Prozent direkt Christine de Castelbajac.

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