Emotionale Performance vor der Basilika in Rankweil

Mirjam Mayer (VOL.AT) mirjam.mayer@russmedia.com
Die Lustenauer Künstlerin Conni Holzer hat sich mit einem traurigen und schrecklichen Thema beschäftigt. Bei ihrer Performance zeigt sie sich nackt, verletzlich und ausgeliefert.

Exklusive Bilder und Video von der Performance von Conni Holzer

Tödliche Gewalt gegen Frauen ist auch in Österreich traurige Realität. Die Lustenauer Künstlerin Conni Holzer hat sich für ihr neuestes transmediales Projekt mit dem Thema der Femizide auseinandergesetzt. Neben einem großen Ölbild gehören dazu auch ein Performance-Video und eine Live-Performance.

Verletzlichkeit und Intimität

Holzer zeigt sich bei der Performance nackt, symbolisiert damit Verletzlichkeit, Intimität und Ausgeliefert-Sein. Sie bemalt sich selbst mit roter Farbe, schwingt bunte Schnüren und wiederholt Bewegungsabläufe. Begleitet wird das Ganze von einer Audio-Collage mit Beschreibungen zu Femiziden in Österreich.

Ein Ausschnitt aus dem Performance-Video. Quelle: handout/Conni Holzer

Live-Performance in Rankweil

Am Donnerstagabend zeigte sie ihre Live-Perfomance "Kuana brengt mi ôm / No One Kills Me – Vol.2" beim Mesnerstüble am Vorplatz der Basilika Rankweil. Da es sich dabei um einen öffentlichen Platz handelt, trug sie zum Kinderschutz - anders als im Video - Unterwäsche.

"Ein gesellschaftliches Problem"

"Die Frauen werden an ihren intimsten Orten verletzt und umgebracht", verdeutlicht die Künstlerin im VOL.AT-Gespräch. "In ihrem Zuhause und von Menschen, die ihnen am Nächsten sind." Mit ihrer Kunst will sie das Private in die Öffentlichkeit bringen und die Verletzlichkeit unterstreichen. "Femizide passieren im Privaten, aber sie sind nichts Privates. Sie gehen uns alle an, weil es ein gesellschaftliches Problem ist", meint sie.

Reaktionen auf die Performance

VOL.AT war am Donnerstag vor Ort beim Mesnerstüble und sprach mit Besuchern. "Die ganze Thematik ist sehr erschreckend", so Daniel Furxer aus Dornbirn. Besonders gut gefielen ihm die Informationen im Audio in Kombination mit den Bewegungen. Birgit Holzer, die Mutter der Künstlerin, zeigte sich zutiefst berührt: "Es hat mich jetzt einfach total aufgewühlt", verdeutlicht sie gegenüber VOL.AT. Gänsehaut gab es bei Mara Colnago aus Gisingen nach der feministischen Performance. "Die Intensität, mit der die Künstlerin das Thema rübergebracht hat, war einfach wirklich unbeschreiblich", meint sie.

Holzer möchte die Live-Performance noch an weiteren Orten aufführen - fixiert ist aber noch nichts. Die Ausstellung mit dem Ölbild, Performance-Video und Requisiten ist noch bis Ende Mai im Zuge der Veranstaltungen "Von Evas Töchtern" im Mesnerstüble zu sehen. Im Juni wird die Ausstellung zudem Sonntags geöffnet sein.

(VOL.AT)

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