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Cobra übt für Ernstfall in Zügen

Terror macht auch vor dem Zugsverkehr nicht Halt. Diese Erkenntnis gibt es nicht erst seit den Anschlägen von Madrid 2004 und den vereitelten Angriffen auf deutschen Bahnhöfen im Jahr 2006.
Bilder des Übungseinsatzes

Zwar gebe es derzeit kein konkretes Bedrohungsszenario, sagte jetzt der ÖBB-Sicherheitsverantwortliche Gerhard Schiffauer im APA-Gespräch. Vorbereitet will man dennoch sein, und so trainieren regelmäßig die heimischen Polizeieinheiten in den Waggons der Bahn, zuletzt das Eko Cobra in der Vorwoche in Graz.

“Was tun wir, wenn im Zug etwas ist”, lautete das Motto der Übung, an der rund 25 Polizisten teilnahmen. Ohne Publikum nahm sich das Kommando einen Waggon und übte Zugriffe auf Verdächtige im Zug, oder wie man in eine internationale Garnitur hineinkommt. Pro Jahr gibt es zumindest zwei bis drei solcher Übungen, sagte Schiffauer. “Wobei das nicht unser Angebot ist, sondern die Cobra kommt auf uns zu.”

Diese Übungen sind Teil einer umfassenden Polizeikooperation zwischen den ÖBB und dem Innenministerium, sagte der ÖBB-Sicherheitsverantwortliche. Bereits vor einigen Jahren habe man sich im einem Grundsatzpapier auf diese Zusammenarbeit geeinigt. So kooperiere man bei der Videoüberwachung. Die Übungen sind ein weiterer Teil. Auch die Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung (WEGA) trainiere regelmäßig in Zügen.

Übungsbedarf orteten sowohl WEGA als auch Cobra nach einer Geiselnahme in Meidling, die zum Glück unblutig ausging. “Beide Einheiten wollten nachüben, nach dem Motto: Was wäre, wenn …” Trainings in ÖBB-Waggons gibt es auch für das Jagdkommando des Bundesheeres. Dies diene nicht zuletzt der Ausbildung vor Auslandseinsätzen.

Ein aktuelles Beispiel für die Zusammenarbeit der Bahn und der Polizei betrifft die Wiener Suchtgiftproblematik. Nicht zuletzt durch die U-Bahnstreifen der Exekutive ist es zu einer Verdrängung hin zur Schnellbahn gekommen. Vor allem auf der Strecke Handelskai-Praterstern seien relativ häufig Dealer und Süchtige bei ihren Geschäften zu beobachten, räumte Schiffauer ein. Bei Beschwerden oder entsprechenden Beobachtungen informieren die ÖBB die Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität. Auch uniformierte Beamte sind in der S-Bahn unterwegs. “15 bis 20 mutmaßliche Dealer wurden bereits festgenommen”, so der ÖBB-Sicherheitschef. Außerdem gebe es betriebseigenes Personal. “Aber die Beschwerden halten sich im Großen und Ganzen in Grenzen.”

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