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Christopher Reeve verstorben

Der US-Schauspieler Christopher Reeve ist tot. Der 52-Jährige sei am Sonntag an Herzversagen verstorben, teilte sein Sprecher Wesley Combs am in der Nacht auf Montag (Ortszeit) in Washington mit.

Christopher Reeve, seit einem Reitunfall im Jahr 1995 querschnittsgelähmter, legendärer Film-Darsteller des Comic-Helden „Superman“, starb am Sonntag, im Alter von 52 Jahren in einem Krankenhaus in Mount Kisco. Bereits am Samstag hatte er in seinem Haus einen Herzstillstand erlitten und war ins Koma gefallen. Reeve war zuvor in einem Krankenhaus wegen einer Infektion behandelt worden, die aber auf den gesamten Körper übergriff. Bis zuletzt hatte der Star gehofft, eines Tages wieder gehen zu können. Reeve engagierte sich nach seinem Unfall für Schwerbehinderte und setzte sich für Stammzellenforschung ein. Seine Witwe Dana dankte in einer Erklärung den „Millionen Fans rund um den Globus“, die ihren Mann über die Jahre unterstützt haben.

Erst am vergangenen Freitagabend rühmte US-Präsidentschaftskandidat John Kerry während des Rededuells mit Präsident George W. Bush Reeve als einen Freund und Helden, und versprach, schon allein für ihn als künftiger Präsident Stammzellenforschung zuzulassen. Seit seinem schweren Reitunfall 1995 war Reeve vom Hals abwärts gelähmt. Der Schauspieler nützte seither seine Bekanntheit, um sich mit Engagement für Schwerbehinderte einzusetzen. Er gründete mehrere Wohlfahrtsorganisationen, darunter die Christopher Reeve Stiftung. Dabei setzte er sich vehement für die Stammzellenforschung ein und sammelte Spendengelder, um die Entwicklung von Therapien für Wirbelsäulen- und Rückenmarks-Geschädigte zu unterstützen.

Der 1,93 Meter große Schauspieler Reeves wurde am 25. September 1952 in New York City geboren, und errang seinen Durchbruch mit seiner überzeugenden Darstellung des „Superman“ 1978 bis 1987. Bei der letzten Fortsetzung verfasste er auch das Drehbuch. Er machte aus dieser Comic-Figur einen glaubwürdigen Charakter, der neben übermenschlicher Kraft und Entschlossenheit auch Warmherzigkeit und Humor zeigte. Allerdings engte die Rolle auch die Möglichkeiten des hervorragend in New York, London und Paris ausgebildeten Schauspielers aus intellektuellem Elternhaus ein. Bis zu seinem Unfall konnte Reeve in weiteren Filmen nicht mehr an die große Popularität als „Superman“ anschließen.

Nach seinem Unfall landete er mit seinem Buch „Still me“ 1998 auf der Bestseller-Liste der „New York Times“. Darin schrieb er auch, dass ihm der Freitod oft näher stand als das mühsame Überleben am künstlichen Beatmungsgerät. In einem dieser kritischen Momente machten ihm erst die Worte seiner Frau Dana wieder Mut: „Du bist immer noch Du. Und ich liebe Dich.“ Dagegen soll seine eigene Mutter die Ärzte unmittelbar nach dem Unfall unter Schock angefleht haben, dem Leben ihres Sohnes ein Ende zu setzen. Reeve selbst schrieb über sich: „Auch, wenn mein Körper nicht mehr so funktioniert wie früher: Herz, Verstand und Seele sind davon nicht beeinträchtigt.“

Sein Versprechen, zum 50. Geburtstag wieder eigenständig gehen zu können, konnte er nicht mehr erfüllen. Dennoch gab er sich nicht geschlagen. Seine Erfahrungen hielt er in seinem zweiten Buch, „Nothing is impossible: Reflections on a New Life“ fest. Zu seinen Filmen außer „Superman“ gehören „U-Boot in Not“, „Absturz in der Wildnis“, „Was vom Tage übrig blieb“ und „Tödlicher Betrug“. Darin spielte er einen Polizisten, der von einer Kugel in die Wirbelsäule getroffen und gelähmt wird.

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