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Christina Stürmer "laut-los" in die Charts

Ungewohntes gibt es von Christina Stürmer: Auf ihrem neuen Album "laut-Los" finden sich eine Swing-Version von "Engel fliegen einsam", Country-Sound, Bläser-Klänge und keine Stromgitarren.

Stürmer zieht, wie auf dem CD-Cover ersichtlich, den Stecker – und wo sie sonst laut und energetisch ist, geht es nun auf dem komplett unplugged eingespielten Akustik-Album ruhig und verspielt zu. Auf diese Art geht es “viel mehr um die Musik”, sagte Stürmer im Gespräch mit der APA – “eine irrsinnige Herausforderung”.

Die erfolgreiche Popsängerin hat schon früher bei ihren Live-Konzerten einen Unplugged-Teil eingebaut – “und der ist immer gut angekommen”, so Stürmer. Daher habe sie “die Plattenfirma überredet”, ein reines Akustik-Album zu veröffentlichen. “Im Normalfall kommt so ein Akustikalbum nach dem achten oder zehnten Album. Wer sagt, dass ich zehn Alben machen kann?”, argumentiert Stürmer. “laut-Los” birgt nun alte Songs wie “Nie Genug” und “Scherbenmeer” in neuem Akustik-Gewand und auch neue Nummern, wie die kommende Single “Träume leben ewig”. Und auch eine Fußball-Hymne: Mit ihrem offiziellen ÖFB-Song zur EURO 2008 mit dem Titel “Fieber” beschreibt Stürmer “die Euphorie, das Spektakel und den Zusammenhalt”, den die EURO mit sich bringen soll.

Von diesem Gefühlsrausch will sie sich anstecken lassen, auch wenn Stürmer selbst “Fußball-Laie” ist und erst zweimal im Stadion ein Match verfolgt hat. Prognose darüber, wer bei der EM in Österreich und der Schweiz gewinnt, will Stürmer keine abgeben (die spontane Antwort “Österreich, na klar!” war ironisch). Überzeugt ist die Sängerin jedoch davon, dass Österreich weiter kommen wird als viele vermuten: “Ich glaube nicht, dass die gleich am Anfang irgendwo ausscheiden”, so Stürmer, die sich gegen den öffentlichen Umgang mit dem nicht eben erfolgreichen Team ausspricht: Es gebe ständig Gerede, dass “Österreich so schlecht spielt. Ich glaube, wenn man denen ein bisschen öfter auf die Schulter klopfen und die nicht immer so runterschasseln würde, dann haben’s die echt drauf. Gerade im eigene Land können’s die echt weit bringen.”

Stürmer selbst wird am Tag der Eröffnung der Fußball-EM am Wiener Rathausplatz spielen und dort sicher auch “Fieber” zum Besten geben. Zuvor gibt es die “laut-Los”-Tour, die am 2. April in der Bettfedernfabrik in Oberwaltersdorf südlich von Wien den Auftakt nimmt und u.a. nach Linz (Posthof, 4.4.), Innsbruck (Congress, 8.4.), Graz (Orpheum, 10. und 11.4.), Wien (Volkstheater, 15.4.) und Salzburg (Salzburgarena Piccola, 19.4.) führt sowie ab 24.4. nach Deutschland weitergeht. Vor dem ersten Konzert der Akustik-Tour ist Stürmer ein bisschen “mulmig”: “Es ist für uns sehr spannend, ein gesetztes Konzert zu spielen, weil man auf andere Sachen achten muss”, so Stürmer: Immerhin müssen die ansonsten gern kreischend herumspringenden Fans ruhig sitzen, und es gibt kaum Lichtshow.

Die erste Single zum neuen Album, “Träume leben ewig”, erscheint am 28. März, und entgegen dem Titel sind das Thema eher jene Träume, die nicht ewig leben. Wie es Stürmer mit dem Traum vom Popstar-Dasein geht? “Auch von diesem Traum glaub ich nicht unbedingt, dass der ewig lebt”, so Stürmer. “So schnell es bergauf geht, kann es auch irgendwann bergab gehen. Deshalb kann ich nicht davon ausgehen, dass ich noch fünf Alben aufnehme. Ich wünsch es mir natürlich, aber ich kann es nicht planen.” Irgendwann werde “die Luft raussein. Hoffentlich nicht allzu bald, aber wer weiß.”

Große Gedanken darüber mache sie sich aber nicht. “Ich bin ein Mensch, der in der Gegenwart lebt. Ich möchte so lange Musik machen, wie’s nur geht, auch wenn es auf kleineren Bühnen ist.” Mit dem Popstar-Dasein ist die auch in Deutschland überaus erfolgreiche Sängerin durchaus zufrieden: “So blöd es klingt, ich habe es mir schlimmer vorgestellt”, lacht Stürmer. “Popstar-Dasein war für mich immer dieses Extreme – Paparazzi, alle verfolgen dich und lauern dir irgendwo auf. So schlimm ist es gar nicht.” Sie habe “noch immer meine Freizeit, meine Ruhe, mich verfolgt keiner, ich kann Musik machen und den Leuten gefällt’s anscheinend.”

Auch beim neuen Haus, das sich Stürmer in Niederösterreich gekauft hat, standen noch “keine Fan-Busse” vor der Mauer. “Wir haben noch keine Mauer, wir haben einen Gartenzaun”, schmunzelt Stürmer. “Ich glaube, dass die richtigen Fans eh ungefähr wissen, wie ich ticke, dass ich meine Privatsphäre sehr schätze.” In diese vorzudringen versuchen “eher die Medien”. Die Fans “wissen, wenn sie läuten und fragen, ob sie einen Kaffee kriegen, dass ich da sagen werde: Nein.”

Das Akustik-Album sei keine “neue Linie”, die Stürmer nach ihrem Managementwechsel zu Jahresbeginn künftig ausschließlich verfolgen werde. “Das nächste Album wird sicher wieder laut werden”, sagt die Sängerin. Streit mit dem alten Management war nicht der Grund für den Wechsel: “Es hat nicht mehr funktioniert”, sagt Stürmer. Viel ändern für die Fans werde sich nicht: “Ich bin noch immer die Christina Stürmer.”

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