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Chinas zweiter bemannter Weltraumflug beendet

Nach dem Erfolg von "Shenzhou VI" plant China für das Jahr 2007 seinen dritten bemannten Flug ins All. Das gab einer der Verantwortlichen des chinesischen Raumfahrt-programms, Tang Xianming, am Montag in Peking bekannt.

Nach fünf Tagen im All sind die Taikonauten Fei Junlong und Nie Haisheng wieder auf der Erde gelandet – und haben damit den zweiten bemannten Weltraumflug in der Geschichte Chinas erfolgreich beendet. Die Raumfähre Shenzou VI landete in der Nacht zum Montag planmäßig in der Inneren Mongolei, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete.

„Unsere Reise ins All war sehr sanft“, sagte Fei im staatlichen Fernsehen und strahlte dabei. „Die Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Kabine waren sehr gut.“ Die Rückkehr der Taikonauten löste in ganz China Jubel aus; in Nies Heimatstadt feierten hunderte Menschen mit Feuerwerken und Drachentänzen auf der Straße.

„Ich spüre, dass viele Leute an uns denken“, sagte Nie, der aus der nordchinesischen Provinz Hebei stammt. „Wir sind sehr dankbar für die Zuwendung und die Liebe unseres Vaterlandes und unserer Landsleute.“ Fei und Nie wurden nach der Landung mit einer Sondermaschine nach Peking geflogen, wo ihnen Verteidigungsminister Cao Gangchuan mit Handschlag gratulierte. Parlamentspräsident Wu Bangguo, der im Raumfahrtkontrollzentrum in der Hauptstadt die Landung mitverfolgt hatte, sprach von einem „Meilenstein“. Das Raumfahrtprogramm sei von großer Bedeutung für Chinas Ansehen in der Welt sowie für die Entwicklung von Wirtschaft, Wissenschaft und der Verteidigungsfähigkeiten.

Bilderbuch-Einsatz

„Soweit wir wissen, war es das, was man als Bilderbuch-Einsatz bezeichnen kann“, sagte eine US-Fachfrau für das chinesische Raumfahrtprogramm, Joan Johnson-Freese. Shenzhou VI („Göttliches Raumschiff“) schwebte an einem Fallschirm auf die Erde zurück und setzte nur einen Kilometer vom geplanten Zielpunkt entfernt auf. Fei und Nie bekamen als erstes Schokolade und Kräutertee gereicht, als sie wieder festen Boden unter den Füßen hatten. Das Fernsehen zeigte die beiden Taikonauten, wie sie sich zunächst wieder an die Schwerkraft gewöhnen mussten. Dann wurden sie von den Bergungsmannschaften und vom Bodenpersonal mit Beifall und Blumen empfangen.

Die Trägerrakete „Langer Marsch 2“ hatte Shenzhou VI vom Weltraumbahnhof Jiuquan in der Inneren Mongolei ins All gebracht. Während ihrer fünftägigen Mission sollten die beiden Taikonauten unter anderem ihre Reaktionen in der Schwerelosigkeit testen. Ihre Experimente sollen die Grundlagen für die weitere Entwicklung des chinesischen Raumfahrtprogramms legen. Der chinesische Regierungschef Wen Jiabao betonte, die Mission im All habe keinen militärischen, sondern einen „rein friedlichen Zweck“. Laut Xinhua beliefen sich die Kosten für das Shenzhou-Programm bisher auf 19 Milliarden Yuan (2,3 Milliarden Dollar); das entspreche weniger als zehn Prozent dessen, was die USA jährlich für die Raumfahrt aufwendeten.

Dritter Flug für 2007 geplant

Nach dem Erfolg von Shenzhou VI plant China für das Jahr 2007 seinen dritten bemannten Flug ins All. Das gab einer der Verantwortlichen des chinesischen Raumfahrtprogramms, Tang Xianming, kurz nach der Landung der Raumfähre bekannt. Vor zwei Jahren hatte China als dritte Nation nach den USA und Russland erstmals eine bemannte Raumfähre ins All geschickt; der Flug von Shenzhou V hatte nur 21 Stunden gedauert. Langfristig plant China, eine eigene Raumstation zu bauen. Für 2017 haben sich die Chinesen vorgenommen, ein Erkundungsgefährt auf den Mond zu schicken.
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