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China und Russland wollen vermitteln

Russland und China wollen beim Sicherheitsgipfel asiatischer Staaten den Versuch unternehmen, im Kaschmir-Konflikt zwischen Indien und Pakistan zu vermitteln.

Russlands Präsident Wladimir Putin kommt dazu am Dienstag mit Pakistans Präsident General Pervez Musharraf und anschließend mit Indiens Ministerpräsident Atal Behari Vajpayee zusammen. Auch der chinesische Präsident Jiang Zemin wollte beide Politiker treffen. Während Russland traditionell gute Beziehungen zu Indien unterhält, verfügt China über enge Kontakte zu Pakistan. Unklar blieb weiter, ob es bei dem Gipfel in Almaty zu einem direkten Aufeinandertreffen Vajpayees und Musharrafs kommen würde.

Musharraf hatte vor dem Gipfel erklärt, er sei zu einem solchen Treffen ohne Bedingungen bereit. Vajpayee dagegen erklärte, es gebe keinen Plan für ein Gespräch unter vier Augen. Beide Seiten haben eine Million Soldaten an der Grenze des geteilten Kaschmir zusammengezogen, wo es fast täglich zu Schusswechseln und Gefechten kommt. Indien wirft Pakistan die Unterstützung moslemischer Rebellen vor, die für eine Loslösung des indischen Teils Kaschmirs kämpfen. Auslöser für die Eskalation der Lage waren Anschläge vermutlich moslemischer Extremisten auf das indische Bundesparlament im Dezember und auf ein Militärlager im indischen Teil Kaschmirs im Mai mit Dutzenden von Toten.

Jammu und Kaschmir ist der einzige Bundesstaat im überwiegend hinduistischen Indien mit mehrheitlich moslemischer Bevölkerung, in Pakistan gehört die Bevölkerung überwiegend dem Islam an. Beide Staaten, die inzwischen über Atomwaffen verfügen, haben wegen Kaschmir bereits zwei Kriege geführt. Internationale Befürchtungen, dass ein Atomkrieg drohe, hatten Vertreter beider Staaten zuletzt zu zerstreuen versucht. Zu China gehört ein kleiner Teil Kaschmirs, Indien kontrolliert rund 45 Prozent, Pakistan etwa ein Drittel der Himalaya-Region.

An der Konferenz für Interaktion und vertrauensbildende Maßnahmen in Asien (CICA) in Almaty nehmen 16 Staaten teil, unter anderem Russland, China, Afghanistan, Israel, Iran, Türkei und die Palästinenser. Die USA, Australien und Japan haben einen Beobachterstatus.

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