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China: Umweltkatastrophe droht

Aus Angst vor einer Benzolverseuchung ist in der chinesischen Millionenstadt Harbin die Trinkwasserversorgung abgestellt worden. Dies teilte die chinesische Umweltbehörde am Mittwoch mit.

Der durch Harbin fließende Fluss Songhua sei nach einer Explosionsserie in einer Chemiefabrik in der Nachbarprovinz Jilin verseucht.

Nach den Explosionen vor zehn Tagen sei Benzol in den Fluss gelangt, der Benzolwert im Wasser sei zunächst 108 Mal höher gewesen als erlaubt, verwies die Behörde auf Messungen in Jilin. Inzwischen sei der Wert gesunken. Das in der Industrie gebräuchliche Benzol ist giftig, Krebs erregend und kann bei hoher Dosierung tödlich sein.

Ein auf dem Fluss treibender, 80 Kilometer langer Benzol-Teppich sollte die Millionenstadt Harbin am Donnerstag erreichen. Die Umweltbehörde erklärte auf ihrer Internetseite, am Montag habe der Benzolwert im Fluss den erlaubten Höchstwert nur noch um das 29-fache überschritten. Wegen der Gefährlichkeit von Chemikalien wie Benzol habe die Behörde Experten in die Provinz Heilongjiang entsandt. Am Mittwoch wurden bei Harbin laut dem Fernsehsender China Central Television zunächst keine erhöhten Werte gemessen. Fotos vom Dienstag zeigten tot in dem Fluss treibende Fische bei Jilin.

Staatlichen Medienberichten zufolge müssen die 3,8 Millionen Bewohner des Stadtgebiets von Harbin mindestens vier Tage lang ohne fließendes Wasser auskommen. Die Stadtverwaltung sprach von einer „Dringlichkeitsmaßnahme“. Es gehe um die Sicherheit und Gesundheit der Bürger. In den Geschäften von Harbin horteten die Einwohner Wasserflaschen, Tankwagen versorgten die Bevölkerung mit Trinkwasser. Einige Bewohner bohrten eigenhändig Brunnen. Die Schulen wurden für eine Woche geschlossen. Im Großraum Harbin leben neun Millionen Menschen. Die Stadt liegt in der nordostchinesischen Provinz Heilongjiang, der Unglücksort mit dem Chemie-Komplex 380 Kilometer flussaufwärts in Jilin.

Durch die Explosionsserie in der Jilin Petroleum and Chemical Company waren am 13. November mindestens fünf Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Aus Angst vor Vergiftungen wurden mehr als zehntausend Menschen vorübergehend in Sicherheit gebracht. Kurze Zeit nach dem Unglück konnten die Bewohner allerdings in ihre Häuser zurückkehren. Die Regierung erklärte lediglich, dass die Explosionen sich an Anlagen zur Benzolverarbeitung ereigneten. Nähere Angaben über möglicherweise austretende Gifte machte sie nicht.

Die Behörden von Jilin wollten sich gegenüber der Nachrichtenagentur AFP nicht zur Verschmutzung des Flusses äußern. Ein Vertreter der Umweltbehörde in der Stadt Songyuan, 180 Kilometer flussabwärts von Jilin, sagte, dort sei die Trinkwasserversorgung vorübergehend unterbrochen worden. Während sich die chinesische Zentralregierung bei Naturkatastrophen und Umweltverschmutzungen seit einiger Zeit um mehr Transparenz bemüht, halten örtliche Behörden weiterhin ihre Informationen zurück.

Eine russische Sprecherin des World Wildlife Fond (WWF) sagte, das verseuchte Wasser des Songhua könne in drei bis vier Tagen die russische Grenzstadt Chabarowsk erreichen und dann in den russischen Fluss Amur münden.

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