Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Chefwechsel bei Autohersteller Ford

Der US-Autohersteller Ford reagiert auf seinen jüngsten Milliarden-Verlust mit dem Wechsel des Firmenchefs. Das teilte der Konzern am Dienstag nach Börsenschluss mit.

Der Ex-Boeing-Manager Alan Mulally werde künftig die operative Führung übernehmen. Er löst Bill Ford ab, der aber weiter den Verwaltungsrat vorstehen wird. Der Wechsel ist der vorerst letzte Schritt bei Fords Vorhaben, die Kosten drastisch zu senken und das Geschäftsmodell komplett zu überarbeiten.

Der Konzern kämpft wie der Branchenprimus General Motors mit Überkapazitäten. Branchenexperten werteten den Wechsel positiv. Die Ford-Aktien stiegen nach Bekanntgabe der Personalie nachbörslich um drei Prozent an.

Mulally wird einer der ersten Chefs eines großen US-Autobauers sein, der aus einer anderen Branche kommt. Er soll auch dem Ford-Verwaltungsrat angehören. Mulally habe die Boeing- Sparte Verkehrsflugzeuge erfolgreich durch eine schwere Zeit geführt, sagte Mark Oline von Fitch Rating. Er habe Wert auf die Ausgliederung von Bereichen und die Steigerung der Effizienz gelegt.

Mulally galt im vergangenen Jahr als Favorit für den Posten des Boeing-Vorstandsvorsitzenden. Das Unternehmen setzte aber auf eine externe Lösung und holte 3M-Chef Jim McNerney. Nerney ernannte umgehend den 60-jährigen bisherigen Vizepräsidenten im Verkauf, Scott Carson, zu Mulallys Nachfolger.

Bill Ford ist ein Nachfolger des Firmengründers Henry Ford. Er führte den Konzern seit 2001 und leitete zahlreiche Sparmaßnahmen ein. Dazu gehören der Abbau von 30.000 Arbeitsplätzen und die Schließung von 14 Werken. Unter Bill fiel Fords Marktanteil in den USA von 23 auf 17 Prozent, der Aktienkurs gab um 70 Prozent nach. Im ersten Halbjahr 2006 hatte Ford einen Verlust von 1,44 Milliarden Dollar hinnehmen müssen. Der Druck der Investoren auf Bill war daher deutlich gewachsen. Er wird aber weiterhin eine starke Position im Konzern haben. Die Familie Ford hält zudem die Kontrollmehrheit am Unternehmen.

Ford hat nach Angaben der Experten unter anderem mit veralteten Modellen zu kämpfen. Vor allem die Nachfrage nach spritschluckenden Geländewagen brach wegen der Rekordpreise für Benzin ein. Dagegen gewinnen Konkurrenten aus Japan und Europa Marktanteile. Um schneller wieder Gewinne zu schreiben, hatte Ford erst Mitte August angekündigt, seine Autoproduktion in Nordamerika drastisch zu senken. Im Gesamtjahr 2006 soll die Produktion mit rund drei Millionen Autos neun Prozent unter dem Vorjahr liegen.

Bill Ford hatte einem Medienbericht zufolge erst vor wenigen Tagen in einer Nachricht an die Mitarbeiter erklärt, der Konzern brauche ein neues Geschäftsmodell. Ford erwäge, sich an Manager außerhalb der Firma zu wenden und Allianzen mit anderen Autobauern einzugehen. Zudem hatte Ford jüngst mitgeteilt, den teilweisen oder kompletten Verkauf der Traditionsmarke Aston Martin zu erwägen. Zugleich hieß es, über die Zukunft der anderen Luxusmarken sei noch keine Entscheidung getroffen worden. Einem Medienbericht zufolge plant Ford den Verkauf der Luxusmarken Jaguar und Land Rover an eine Investmentfirma.

Die Zeitung „USA Today“ hatte berichtet, die Familie Ford sei bereit, sich alle Möglichkeiten anzusehen, mit denen das Unternehmen wieder profitabel gemacht werden könne. Dazu gehöre auch der Rückzug von der Börse.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Welt
  • Chefwechsel bei Autohersteller Ford
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen