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Charles wollte Hochzeit absagen

Prinz Charles (56) war nach einem Zeitungsbericht so frustriert über die Pannenserie bei seinen Hochzeits-vorbereitungen, dass er daran dachte, alles wieder abzusagen.

„Zur Hölle damit“, habe er gerufen. „Alle sind gegen mich. Lasst uns die ganze Sache einfach vergessen.“ Seine Verlobte Camilla Parker Bowles (57) habe ihn aber beschworen, doch die Nerven zu behalten, berichtete der „Sunday Express“ unter Berufung auf Hofquellen.

Nachdem Königin Elizabeth II. (78) bereits mitgeteilt hatte, dass sie an der standesamtlichen Trauung nicht teilnehmen werde, warnte nun auch Prinz Philip (83), er könne sein Kommen „nicht garantieren“. Der Vater von Charles hält sich am 8. April zunächst in Deutschland auf. Wie die „Daily Mail“ berichtete, hat er einen regulären Linienflug gebucht und ist darauf angewiesen, dass die Maschine pünktlich startet. Ein Sprecher des Buckingham-Palastes sagte: „Der Prinz hat einen prall gefüllten Kalender voller Verpflichtungen und privater Termine.“

Der Labour-Abgeordnete Ian Davidson forderte eine Erklärung dafür, warum Charles und Camilla in Windsor heiraten anstatt in Schottland. Eine Heirat auf dem königlichen Anwesen Balmoral wäre für den Steuerzahler wesentlich günstiger ausgefallen, weil dort viel weniger Polizisten nötig gewesen wären als in Windsor, sagte Davidson, Mitglied des Rechnungsprüfungsausschusses im Unterhaus. In Schottland hätte es auch keine rechtlichen Probleme wie in England gegeben, weil die Heiratsgesetze dort liberaler sind. Deswegen hatte Charles Schwester Anne ihren zweiten Mann in Schottland geheiratet.

Charles Spencer, der Bruder von Prinzessin Diana, hat seine Teilnahme an der Hochzeit nach Informationen des „Sunday Mirror“ abgesagt. Der Graf hatte die Windsors 1997 in seiner Trauerrede zum Tode Dianas in der Westminsterabtei vor Fernsehzuschauern auf der ganzen Welt attackiert. In jüngster Zeit soll sich das Verhältnis zwischen den beiden Familien aber etwas entspannt haben.

Nach einem Bericht der „Mail on Sunday“ hat die Queen ihre künftige Schwiegertochter bisher noch nicht zu ihrer traditionellen Geburtstagsparade „Trooping the Colour“ im Juni eingeladen. Die Queen ist angeblich darauf bedacht, Distanz zu der vergleichsweise unbeliebten Camilla zu wahren. Camilla hatte in der vergangenen Woche auch nicht an einem Staatsbankett im Buckingham-Palast teilgenommen.

Prinz Charles und seine Eltern – ein weites Feld

Was sind das nur für Eltern? Da heiratet der älteste Sohn, und die Mutter sagt, zur Trauung wird sie nicht kommen, nur zum anschließenden kirchlichen Segen. Und der Vater sagt, er weiß noch nicht, ob er es überhaupt schaffen wird. Ja, er will sich bemühen, aber versprechen kann er nichts, denn er hat an dem Tag noch einen anderen Termin. Wenn die Briten das hören, wissen sie, dass es nur um eine Familie gehen kann – die Windsors.

Andere Königshäuser wie die holländischen Oranier ziehen es vor, sich privat den Anschein einer „ganz normalen Familie“ zu geben, doch dafür werden sie in London als „Fahrrad-Monarchie“ belächelt. Die Windsors leben in einer Zeitkapsel. Sie sitzen auf einem Purpurthron wie aus tschechischen Märchenfilmen, Diener drücken ihnen morgens die Zahnpasta auf die Bürste – und Eltern und Kinder haben ein altmodisch distanziertes Verhältnis zueinander.

Dass Königin Elizabeth II. (78) nicht zur Trauung kommt und Prinz Philip (83) am Tag der Hochzeit zu einem Besuch in Deutschland weilt – ausgerechnet Deutschland! – spricht Bände. Da können ihre Sprecher noch so oft versichern, dass Elizabeth und Philip die Hochzeit „unterstützen“. Ihre Beteuerungen, so schrieb der „Independent“, seien ungefähr so glaubwürdig, wie wenn König Heinrich VIII. nach der Enthauptung seiner zweiten Gemahlin gesagt hätte, er wolle dies „nicht als Brüskierung verstanden wissen“.

Prinz Charles (56) und seine Eltern – ein weites Feld. In seiner offiziellen Biografie klagt der Thronfolger über seine „elende Kindheit“. Er könne sich an keine einzige Geste der Zuneigung erinnern. Im Kindergartenalter wurde er nur zwei Mal am Tag zu einer kurzen Audienz bei seiner Mutter vorgelassen. Wenn er sich verabschiedete, machte er einen Diener.

Ein einziges Mal sei Elizabeth länger geblieben, um dabei zu sein, als er von einem Kindermädchen gebadet wurde: „Sie tauchte ihre Hände nicht in das Badewasser, aber zumindest schaute sie zu“, erinnerte sich Charles. Seinem Vater wirft er vor, ihn auf ein Internat geschickt zu haben, auf dem er jahrelang schikaniert worden sei. Man muss nicht auf der in London ausgestellten Originalcouch von Sigmund Freud gelegen haben, um zu erkennen, dass all dies der Eltern-Kind-Beziehung wenig förderlich war.

Umgekehrt treibt Charles seine Mutter auch nach Informationen monarchistischer Blätter wie des „Daily Telegraph“ regelmäßig „zur Verzweiflung“. Sie hält ihn demnach für wehleidig und exzentrisch, „wenn nicht gar für etwas verrückt“. Noch schlechter ist sein Vater auf ihn zu sprechen. Philip soll seinen Ältesten als „Spinner“ und „Schwächling“ beschimpft haben. Öffentlich hat er gesagt, dass sie „sehr unterschiedliche Charaktere“ seien.

Auch ihre künftige Schwiegertochter haben Elizabeth und Philip nicht gerade ins Herz geschlossen. Es heißt, die Queen habe Camilla (57) einmal als „niederträchtige Frau“ bezeichnet, die zudem „ziemlich verlebt“ aussehe. Philip schrieb an Diana: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass dich irgendjemand, der noch alle Tassen im Schrank hat, für Camilla verlassen würde.“ Dennoch hat die Queen dem Heiratswunsch ihres Sohnes schließlich nachgegeben, wohl weil ihr der Gedanke unerträglich war, König Charles III. könne einmal mit einer Mätresse an seiner Seite das Land repräsentieren.

Bei all dem ist die Königin auf Distanz bedacht. Zum einen will sie sich vermutlich von der bisherigen Pannenserie bei den Hochzeitsvorbereitungen absetzen. Zum anderen will sie verhindern, dass ihre letzten Jahre von der noch immer unbeliebten Camilla überschattet werden. Der Veteran der britischen Hofberichterstatter, Richard Kay, zitierte am Samstag einen ehemaligen Mitarbeiter der Queen mit den Worten: „Charles ist ganz auf sich allein gestellt.“

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