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CH: 84 Verhaftungen in Bern

Die Demonstrationen in der Berner Altstadt gegen das bevorstehende Weltwirtschaftsforum in Davos sind am Samstag zwar weitgehend friedlich verlaufen. Befürchtete Ausschreitungen blieben aus - Sachschaden mit 10.000 Schweizer Franken beziffert.

Doch obwohl die befürchteten Ausschreitungen ausblieben, nahm die Stadtpolizei nach eigenen Angaben 84 Personen in Gewahrsam. Die 79 Männer und fünf Frauen seien zur näheren Kontrolle auf den Polizeistützpunkt geführt worden, hieß es. Darunter befänden sich neben 17©Schweizer Jugendlichen auch Personen aus Deutschland und Frankreich. Die Festnahmen seien erfolgt, weil die Demonstranten strafbare Handlungen begangen oder gefährliche Gegenstände wie Baseballschläger, Feuerwerkskörper, Vermummungsmaterial oder Sprayerutensilien mit sich getragen hätten.

In der Früh sei es außerdem zu Sachbeschädigungen gekommen, hieß es weiter. Dabei seien unter anderem eine McDonald’s-Filiale und zwei Bushaltestellen beschädigt worden. Der Sachschaden belaufe sich auf 10.000 Schweizer Franken (6.455 Euro).

Verkleidet, mit Masken, Tanz und Theater hatten die Demonstranten in der Berner Innenstadt die Wirtschaftsführer aufs Korn genommen und auch ihrem Unmut über das massive Polizeiaufgebot und die Bewilligungspraxis der Stadt Luft gemacht. An einer bewilligten Tanzparade durch das Berner Mattequartier nahmen rund 500 Personen teil.

Im Laufe des Samstags versammelten sich auf dem Kornhausplatz mehrmals einige hundert Gegner des Weltwirtschaftsforums und wurden von der Polizei sofort eingekesselt. Nach Polizeiangaben sollte damit verhindert werden, dass die Demonstranten durch die Innenstadt zogen.

In einer ersten Bilanz übte der Grüne Berner Stadtrat Daniele Jenni scharfe Kritik an dem Polizeieinsatz und bezeichnete die präventiven Kontrollen als grundrechtswidrig und unverhältnismäßig. Auch eine linke Delegation des Berner Stadtrats kritisierte den Polizeieinsatz.

Beim Weltwirtschaftsforum in Davos versammeln sich jedes Jahr Spitzen aus Politik und Wirtschaft aus aller Welt. Heuer haben unter anderem der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), der britische Premier Tony Blair und der französische Präsident Jacques Chirac ihr Kommen angekündigt. Das Treffen beginnt am Mittwoch und dauert bis Samstag.

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