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Bush will US-Militärhospital untersuchen

Nach Entlassung von US-Heeresstaatssekretär Harvey kündigt Bush im Skandal um die schlechte medizinische Versorgung verwundeter US-Soldaten die Einrichtung einer Untersuchungskommission an.

Im Text seiner wöchentlichen Radioansprache am Samstag sagte Bush, er sei „zutiefst aufgewühlt über die jüngsten Berichte über die unterdurchschnittlichen Bedingungen“ im Armeehospital Walter Reed in Washington. Verteidigungsminister Robert Gates hatte am Freitag (Ortszeit) den Rücktritt des für die US-Landstreitkräfte zuständigen Heeresstaatssekretärs Harvey mitgeteilt.

Die Untersuchungskommission werde die Behandlung von Soldaten vom „Schlachtfeld bis zu ihrer Rückkehr ins Zivilistenleben als Veteranen“ prüfen, um eine Berücksichtigung ihrer körperlichen und psychischen Bedürfnisse sicherzustellen, sagte Bushs Sprecherin Dana Perino in Washington. Im Hospital Walter Reed werden verletzte Soldaten aus den Einsätzen im Irak und in Afghanistan versorgt.

Bush will den US-Kongress nach Angaben seiner Sprecherin um die Freigabe von 86 Milliarden Dollar (65 Milliarden Euro) zur Versorgung von US-Veteranen bitten. Die Bewilligung der Summe würde demnach einen Anstieg um 77 Prozent seit seinem Amtsantritt und den höchsten Versorgungsetat für Veteranen in der Geschichte der Vereinigten Staaten darstellen, warb Bush vorab in seiner Radioansprache. „Dieses Land hat die moralische Verpflichtung, unseren Soldaten und Soldatinnen die beste Fürsorge und Behandlung zu bieten. Sie verdienen es, und sie werden es bekommen“, teilte der US-Präsident weiter mit.

Gates teilte in Washington mit, er habe den Rücktritt von Harvey angenommen. „Ich bin enttäuscht, dass manche in der Armee den Ernst der Lage nicht angemessen eingeschätzt haben“, sagte der Verteidigungsminister. Er ordnete eine Prüfung der Zustände im Hospital Walter Reed sowie im National Naval Medical Center in Bethesda im US-Staat Maryland an. Ein Bericht soll in anderthalb Monaten vorliegen.

Zuvor war Generalmajor George Weightman die Leitung des Militärhospitals Walter Reed entzogen worden. Nachdem auch gegen den vorgesehenen Übergangschef Generalleutnant Kevin Kiley Vorwürfe laut wurden, wurde Generalmajor Eric Schoomaker zum vorläufigen Krankenhauschef bestimmt.

Der demokratische Senator Joseph Lieberman forderte die Verabschiedung einer Resolution zu den Mängeln im Hospital Walter Reed. „Das Weiße Haus und der Kongress haben eine dringende Verpflichtung, jetzt die Nachlässigkeit im Walter Reed und die langfristigen Angelegenheiten, die unserer verwundeten Veteranen betreffen, in Ordnung zu bringen“, erklärte Lieberman.

Der Skandal war vor zwei Wochen ins Rollen gekommen, nachdem die „Washington Post“ über die miserable Unterbringung im Hospital Walter Reed berichtet hatte. Verwundete US-Soldaten wurden demnach in Zimmern mit Schimmel befallenen Wänden und löchrigen Decken untergebracht. Die Räumlichkeiten seien mit Ungeziefer wie Nagern und Kakerlaken befallen. Zudem mussten die entlassenen Soldaten der Zeitung zufolge hohe bürokratische Hürden für die ihnen zustehenden Hilfen zu nehmen.

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