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Bush ohne "göttlichen Auftrag"

Das Weiße Haus hat Angaben zurückgewiesen, wonach US-Präsident George W. Bush bei den Kriegen in Afghanistan und im Irak nach eigenen Worten "im Auftrag Gottes" handelte.

Bush habe nie solche Äußerungen gemacht, sagte US-Regierungssprecher Scott McClellan am Freitag. Das sei „absurd“. Der britische Fernsehsender BBC hatte zuvor Äußerungen zitiert, die Bush im Jahr 2003 bei seinem ersten Treffen mit dem damaligen palästinensischen Ministerpräsidenten (jetzigen Präsidenten) Mahmud Abbas und dem damaligen palästinensischen Außenminister (jetzt Vizepremier und Informationsminister) Nabil Shaath gemacht haben soll.

Laut Shaath sagte Bush: „Ich handle im Auftrag von Gott. Gott hat mir gesagt: ’George, geh nach Afghanistan und bekämpfe diese Terroristen.’ Das habe ich getan, und dann hat Gott mir gesagt: ’George, beende die Tyrannei im Irak…’ Und das habe ich getan. Und nun fühle ich, dass Gott wieder zu mir spricht: ’George, gib den Palästinensern ihren eigenen Staat und den Israelis Sicherheit, und bring dem Nahen Osten Frieden.’ Und, so Gott es will, das werde ich tun.“

Abbas, der damals ebenfalls an dem Treffen in dem ägyptischen Badeort Scharm el Scheich teilnahm, erinnerte sich laut BBC an Bushs Worte: „Ich habe eine moralische und religiöse Verpflichtung. Deshalb werde ich euch einen palästinensischen Staat verschaffen.“ Die BBC veröffentlichte die Zitate am Donnerstagabend vorab aus einer neuen dreiteiligen Fernsehserie über den Nahen Osten.

Die Serie soll am kommenden Montag starten und umspannt die Friedensbemühungen von den Gesprächen von Ex-US-Präsident Bill Clinton im Jahr 1999 bis zum israelischen Abzug aus dem Gazastreifen im vergangenen August. Einem BBC-Sprecher zufolge wurde die US-Regierung über den Inhalt der Fernsehserie „Trügerischer Frieden: Israel und die Araber“ informiert. Das Weiße Haus habe es damals jedoch abgelehnt, private Gespräche zu kommentieren.

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