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Bush, Gorbatschow und Kissinger bei Mega-Konferenz in Jerusalem

©AP
US-Präsident George Bush allein reicht aus, um das tägliche Leben in Jerusalem unerträglich zu machen. Fünf Riesentransportmaschinen vom Typ C-17 sind am Montag mit Helikoptern, gepanzerten Limousinen und anderen Sicherheitsgeräten an Bord gelandet. Damit soll der amerikanische Präsident in den nächsten Tagen in der Heiligen Stadt geschützt werden.
Bush in Israel eingetroffen

Doch Staatspräsident Shimon Peres begnügt sich nicht mit Bush als Ehrengast zu der von ihm einberufenen Mega-Konferenz aus Anlass des 60-jährigen Bestehens Israels: 30 Staats- und Regierungschefs und noch weitere 3500 Gäste werden drei Tage lang alle Suiten und Hotelzimmer in Jerusalem in Beschlag nehmen und für eine Schließung von Rupin, König David, Maimonides, Ben Zvi und Hanassie sorgen. Das sind zentrale Durchgangsstraßen in Jerusalem. Als Alternative empfiehlt die Polizei Menachem Begin und Golda Meir.

Zu den hochrangigen Gästen zählen die Präsidenten von Georgien, Kroatien, Albanien, Polen, sowie die Staatsoberhäupter der Mongolei, von Burkina Faso, Togo, der Slowakei und Ungarn. Noch berühmter sind Politiker aus der Vergangenheit, darunter Joschka Fischer, Henry Kissinger, Michail Gorbatschow und sogar der frühere Präsident des größten islamischen Landes, Wahid Abdurraham aus Indonesien. Jenseits der Weltpolitik zählen so manche illustre Namen zu den persönlichen Freunden von Peres, einem der dienstältesten Politiker der Welt. Der Medienmogul Rupert Murdoch wird ebenso seine Aufwartung machen wie der Gründer von Google und der Präsident von Yahoo.

Für ein kleines Seminar im Präsidentenpalais am Vorabend der Mega-Konferenz werden sieben Nobelpreisträger einfliegen, um sich mit Peres über die Zukunft des jüdischen Volkes zu unterhalten. Dazu stoßen werden jüdische Intellektuelle wie Bernard-Henri Levy, Alan Dershowitz und Todd Gitlin.

21 Millionen Schekel, also über 4 Millionen Euro, hat der Staat bereitgestellt, um in den “Hallen der Nation”, dem Kongresszentrum von Jerusalem, 50 Sprecher und 400 Arbeitszimmer für anreisende Journalisten bereitzustellen. Die Polizei will Sicherheitsstufe 3 ausrufen, die höchste vor dem akuten Notstand.

Und weil Präsident Bush, ein bekennender Christ, den Wunsch geäußert hat, die vor 2000 Jahren verfassten Qumran-Rollen persönlich in Augenschein zu nehmen, wird es in der Nacht zum Dienstag ein aufwendiges Transportverfahren geben. Mit Panzerwagen und 20 bewaffneten Sicherheitsleuten werden einige der kostbaren Pergamentrollen vom Israel-Museum in die Kongresshalle gebracht. Amerikanische Sicherheitsleute hatten ein Veto gegen einen Besuch des US-Präsidenten im Israel-Museum eingelegt, wo die empfindlichen Textrollen in dumpfem Licht und klimatisiert unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen gehütet werden. Diese vor etwa 60 Jahren von einem arabischen Ziegenhirten zufällig gefundenen Bibeltexte gehören zu den kostbarsten historischen Denkmälern des Judentums und des Staates Israel.

Der Mega-Event wird freilich durch eine Peinlichkeit überschattet, die von den Planern der Riesenkonferenz nicht vorhergesehen werden konnte: die neuesten Verdächtigungen gegen Ministerpräsident Ehud Olmert wegen möglicher Bestechung und Korruption. “Die Persönlichkeit von Shimon Peres wird vielleicht ein klein wenig die verlorene nationale Ehre retten”, schreibt die Zeitung Haaretz, während die Polizei und die Staatsanwaltschaft darauf verzichten wollen, Olmert in den kommenden Tagen zu verhören, um ihn nicht vom Empfang für die zahlreichen Staatsgäste abzulenken.

Die Plenarsitzungen und Diskussionsrunden mit Titeln wie “Auf in die Zukunft”, “Angesichts der Zukunft”, “Die Zukunft aus Sicht von Nobelpreisträgern” oder “Globale Perspektiven der Zukunft” werden von Dienstagabend bis Donnerstag andauern. Dann erst werden die Bürger und Autofahrer Jerusalems wieder in die Gegenwart entlassen.

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