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Burgtheater: Hartmann präsentierte erste Spielzeit

Burgtheaterdirektor Matthias Hartmann
Burgtheaterdirektor Matthias Hartmann ©© APA
Der neue Burgtheaterdirektor Matthias Hartmann stellte seine Pläne für Wiens Vorzeigetheater vor: 26 Premieren sind geplant. Das Kasino wird umgebaut und aufgewertet. Eine neue Spielstätte für junges Publikum soll auf dem Lusterboden entstehen.

Mit einem “Bouquet an internationalen Sensationen” wartet Hartmann für den Rest der Spielzeit auf. Dazu zählt unter anderem im März “Das Begräbnis”: Für das Burgtheater schreibt Thomas Vinterberg (gemeinsam mit Mogens Rukov) exklusiv eine Fortsetzung seines Film-Erfolgs “Das Fest” und inszeniert sie auch selbst. Andrea Breth wird im Februar 2010 am Burgtheater “Quai West” von Bernard-Marie Koltès inszenieren. “Breth wird Wien erhalten bleiben, worauf ich mich freue”, so Hartmann. Das Stück habe das Potenzial, ein Klassiker der Moderne zu werden.

Auf dem Plan steht auch die Uraufführung eines neuen Stücks von Yasmina Reza, die Jürgen Gosch im Februar 2010 im Akademietheater realisieren soll (Hartmann: “Sofern es ihm gut geht”). “Der Gott des Gemetzels”, den Dieter Giesing im Vorjahr für die Burg inszenierte – Gosch leitete in Zürich die Uraufführung – bleibt übrigens im Repertoire ebenso wie zahlreiche Inszenierungen des Shakespeare-Zyklus’. Diesen erweitert Hartmann sogar um weitere Produktionen (“Shakespeare ist hier keinesfalls bereits abgefackelt”): Stefan Pucher soll im Dezember “Antonius und Cleopatra” ins Burgtheater bringen (“Das Stück könnte irgendwann auch ‘Rom’ heißen, denn er arbeitet im Moment auch mit anderen Versatzstücken.”), Jan Bosse inszeniert “Othello” im Akademietheater. Barbara Frey soll in Zürich mit Burgtheater-Schauspielern “Was ihr wollt” erarbeiten und später auch nach Wien bringen, Claus Peymanns fast ein Jahrzehnt alte BE-Inszenierung von “Richard II.” mit Michael Maertens versucht Hartmann ebenfalls an die Burg zu holen.

Den Uraufführungs-Reigen ergänzen das neue Franzobel-Stück “Zweite Luft oder das Drama des Hans Orsolics” (Premiere im Mai 2010 im Kasino), “Peking-Opel” von René Pollesch, der auch selbst inszeniert (Juni 2010 im Akademietheater) und “Alle Toten fliegen hoch, Teil 6” von Joachim Meyerhoff (Frühjahr 2010 im Vestibül). David Marton (“ein Grenzgänger zwischen Musiktheater und Schauspiel”, so Hartmann) inszeniert Peter Esterházys neues Stück “Harmonia Caelestis” im November im Kasino, Sibylle Berg, mit der Hartmann eine lange Zusammenarbeit verbindet, hat mit “Nur Nachts” ein Stück geschrieben, das in der Regie von Niklaus Helbling im Februar 2010 im Kasino zu sehen sein wird.

Im Juni 2010 soll Luc Bondy als Koproduktion mit den Wiener Festwochen Carlo Goldonis “Trilogie der Sommerfrische” im Burgtheater inszenieren. Alvis Hermanis, der “Theateravantgardist, der zwischenzeitlich in die strenge Form zurück geht, um von dort wieder herauszutentakeln” (Hartmann) zeigt im Oktober im Akademietheater “Eine Familie” von Tracy Letts. Dass das “Klassikertheater bei uns nicht zu kurz kommt”, zeigt der designierte Direktor mit Stefan Bachmanns Inszenierung von Horváths “Geschichten aus dem Wienerwald” (April 2010 im Akademietheater). Mit “Lorenzaccio” von Alfred de Musset zeigt ebenfalls Bachmann “ein großes, ausuferndes barockes Drama, das die Frage nach Macht und Moral stellt”, so Hartmann (Oktober 2009 im Burgtheater). Auch Stefan Kimmig soll den Reigen der fixen Regisseure ergänzen: Er wird die Spielzeit 2010/11 eröffnen.

Warum Hartmann gleich fünf Eigeninszenierungen aus Bochum und Zürich mit nach Wien bringt, beantwortete der designierte Direktor kurz und bündig: “Wir bringen einiges mit, weil es gut ist.” So etwa die Österreichische Erstaufführung der Roman-Adaption “1979” nach Christian Kracht (Hartmann: “Dieser Versuch ist immer noch gültig”, Premiere im November im Akademietheater), Becketts “Warten auf Godot” (September im Burgtheater) und schließlich die Inszenierung der “Todesvariationen” von Jon Fosse, den Hartmann als “einen sehr zentralen Autor für mich, an den ich mich sehr hängen werde”, bezeichnete (Jänner 2010 im Akademietheater). Von Zürich nach Wien kommen Hartmanns “Amphitryon” von Heinrich von Kleist (September im Akademietheater) sowie seine erste Bernhard-Annäherung mit “Immanuel Kant” (als Österreichische Erstaufführung im November im Burgtheater).

Neu sind die “Artists in Residence”: In der ersten Saison sind Jan Lauwers und die Needcompany, die Hartmanns “künstlerisches Arbeiten stark beeinflusst” haben, zu Gast und werden neue Produktionen erarbeiten: “Sie werden sich auf eine sehr vorsichtige Art und Weise einmischen.” Auf eine Idee von Peter Turrini geht “Kakanien. Neue Republik der Dichter. Ein Redezyklus” zurück, mit dem dem neuen Wirtschaftsraum Osteuropa “ein geistiges Organ zur Seite gestellt” werden soll. “Das Reflektorium. Stegreif-Theorien mit Stefan Zweifel” heißt die monatliche “bewusstseinserweiternde Veranstaltung”, die sich philosophischer Hinter- und Abgründe annimmt. Gedacht ist die Reihe für ein “kleineres Publikum mit elitärem Anspruch”.

Dass Hartmann nach Bochum und Zürich nun am Ziel angekommen ist, will er so nicht gelten lassen: “Am Ziel zu sein, ist das Gefährlichste, was man denken kann.” Aber Wien ist schon schön, das gibt Hartmann nicht nur angesichts der hinter der großen Glasfront blühenden Bäume zu: “Ich wollte gerne her. Das ist wahr!”

Web: http://www.burgtheater.at

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