Bundesliga-Vorstand Ebenbauer für Ligaformat-Änderung

Laut Ebenbauer verträgt Österreich maximal 14 Proficlubs
Laut Ebenbauer verträgt Österreich maximal 14 Proficlubs
Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer hat sich in einem Interview mit dem "Kurier" (Freitag-Ausgabe) für eine Änderung des Formats der beiden höchsten österreichischen Fußball-Spielklassen ausgesprochen. Aufgrund der wirtschaftlichen Gegebenheiten hält der Wiener die derzeitige Regelung mit 20 Profi-Clubs - je 10 in der Bundesliga und der Erste Liga - nicht für sinnvoll.


“Sportlich sind die beiden Zehnerligen nach all unseren Analysen das beste Format. Aber aus wirtschaftlicher Sicht verträgt Österreich mit der derzeitigen Absteigerregelung in der zweiten Spielklasse sicher nicht 20-Profi-Vereine”, wurde Ebenbauer zitiert.

Außerdem meinte der 40-Jährige: “Österreich verträgt wirtschaftlich nur 12 Profi-Clubs, maximal 14. Wenn wir gegen eine geschlossene Liga sind – und das bin ich -, kann es nur eine nicht zu große Profiliga geben, für die sich dann auch noch mögliche Aufsteiger anbieten.”

Bei einer Meisterschaft mit 12 oder 14 Vereinen würde die Saison mit Hin- und Rückspielen in nur 22 oder 26 Runden ausgetragen werden. “Es gibt aber viele interessante und international erprobte Möglichkeiten mit Play-offs im Frühjahr oder einem Turniermodus im Finish”, sagte Ebenbauer zu dieser Thematik und sprach sich gegen eine 16er-Liga aus.

Im derzeitigen Format spielen die zehn Clubs in den beiden Ligen pro Saison 36 Runden und treten dabei je viermal gegeneinander an. Dieser Modus gilt nach derzeitigem Stand bis einschließlich der Saison 2019/20. Der sich daran orientierende TV-Vertrag läuft mit 30. Juni 2018 aus. Eine Änderung müsste sowohl vom ÖFB-Präsidium als auch von der Bundesliga beschlossen werden. Im Rahmen der Liga-Hauptversammlung wäre dafür eine Zweidrittel-Mehrheit notwendig.

Bei einer Hauptversammlung verfügt jeder Oberhaus-Verein über fünf und jeder Erste-Liga-Vertreter über drei Stimmen, wobei der FC Liefering wegen seiner Nähe zu Red Bull Salzburg nicht stimmberechtigt ist. Zuletzt gab es bei vielen Clubs in der zweithöchsten Spielklasse finanzielle Probleme – Austria Salzburg rutschte in die Insolvenz und ist deshalb Fix-Absteiger, auch Austria Kärnten, der Kapfenberger SV oder der SC Wiener Neustadt sind knapp bei Kasse.

Die Spieler-Gewerkschaft “Vereinigung der Fußballer” (VdF) zeigte sich von Ebenbauers Vorstoß angetan. “Wir begrüßen, dass die Liga in die Offensive geht, hoffen, dass der Umbau unter Berücksichtigung aller Beteiligten passiert und dass es zu einer Lösung kommt, die in einer einzigen Profi-Liga endet”, sagte der VdF-Vorsitzende Gernot Zirngast der APA.

Außerdem meinte Zirngast: “Ob es dann 10, 12, 14 oder 16 Vereine in der höchsten Liga sind, muss eine Evaluierung ergeben, da legen wir uns nicht fest. Wir sind aber schon seit Jahren der Meinung, dass Österreich nur Platz für eine Profi-Liga hat.”

Red Bull Salzburgs sportlicher Leiter Christoph Freund konnte den Überlegungen ebenfalls einiges abgewinnen. “Es ist ein wichtiger Punkt, der angesprochen wurde. Entscheidend ist, die Qualität des Produkts Bundesliga zu erhöhen. Auf eine genaue Zahl will ich mich nicht festlegen, aber man muss schauen, wie man den Level heben kann”, meinte Freund am Freitag. Ebenbauers Aussage, dass Österreich zu klein sei für 20 Profi-Vereine, könne er nachvollziehen. “Österreich ist nicht extrem groß, es ist ein guter Ansatz, darüber zu diskutieren”, so Freund.

Auch Sturm-Graz-Trainer Franco Foda beteiligte sich an der Liga-Formats-Diskussion. “Ich bin kein großer Fan der Zehnerliga. Wenn man viermal gegeneinander im Jahr spielt, dann ist das einfach zu viel”, schilderte der Deutsche seine Sicht. Wichtig sei, dass die Thematik jetzt einmal angesprochen wurde. “Jetzt muss man das ausdiskutieren. Wesentlich ist, dass man das Beste für den österreichischen Fußball findet”, sagte Foda.

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