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Bäume sollen einem Fußballplatz weichen

Thüringe - Für eine Kunstrasenanlage soll in Thüringen ein Hektar Auwald gerodet werden.

 Seit Jahren kämpft der Fußballclub Thüringen um den Bau eines Kunstrasen-Trainingsplatzes, um endlich das überstrapazierte Rasenspielfeld der Klubanlage entlasten zu können. Derzeit müssen sieben Nachwuchs- und drei Kampfmannschaften auf dem Hauptspielfeld ihre Übungseinheiten und den landesweiten Spielbetrieb abwickeln. Die vorherrschende Infrastruktur stößt also gleichsam permanent an die Auslinie, Abhilfe tut Not.

Standortsuche

Die Gemeinde unterstützt das Anliegen des Fußballklubs nach einem Ausweichplatz. „Der Verein erfüllt eine wichtige Aufgabe innerhalb der Dorfgemeinschaft, bietet vor allem den Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung“, bekräftigt Bürgermeister Harald Witwer. Umso verständlicher die Bemühungen, einen geeigneten Standort für einen Fußballtraningsplatz zu finden. Das Ansinnen gestaltete sich aber von Anfang an schwierig. Den Angaben Witwers zufolge konnten bei ins Auge gefassten landwirtschaftlichen Flächen keine Einigung mit den Eignern erzielt werden. Auch eine Kooperation mit dem Nachbarverein in Ludesch auf dem dortigen Trainingsgelände sei aus Kapazitätsgründen nicht möglich.

“Keine Alternative”

Letztlich übrig geblieben ist nach langem Hin und Her ein Standort, der unterhalb des Hilti-Werksgeländes an der Lutz in der Landesgrünzone liegt. Im Wissen darum, dass es sich hier um Auwald- und Grundwasserschongebiet handelt, räumt der Bürgermeister ein: „Wir hätten gerne ein anderes Gelände gewählt, es gibt aber keine Alternative dazu.“ Mit dem Grundeigentümer, der Agrargemeinschaft, konnte eine Nutzungsvereinbarung getroffen werden.

Millionenprojekt

Das alles in allem rund eine Million Euro teure Trainingsplatzprojekt soll nun also gleichsam im Auwald auf Kunstrasengrün gebracht werden. Für die geplante Gesamtanlage mit Umkleidegebäude, Parkplätzen, Verlegung einer Forststraße sowie Retentionsbecken müssen knapp 10.000 Quadratmeter Wald gerodet werden. Die Naturschutzbedenken gegen das Vorhaben äußerten sich schon darin, dass es zwei Anläufe brauchte, bis der Raumplanungsbeirat des Landes mehrheitlich grünes Licht für die Flächenumwidmung gab.

Massive Kritik

In Anlehung an negative Sachverständigen-Beurtei- lungen fürs Gesamtprojekt im laufenden naturschutz-, forst- und wasserrechtlichen BH-Bewilligungsverfahren übt Naturschutzanwältin Katharina Lins denn auch Kritik, dass „die geplante Rodung von fast einem Hektar Auwald einen massiven Eingriff in die naturnahe und artenreiche Landschaft darstelle.“ Der Bludenzer Bezirkshauptmann Dr. Johannes Nöbl teilte auf Anfrage mit, dass eine Entscheidung noch nicht absehbar ist. „Es stehen noch Überprüfungen zur Bewertung ökologischer Ausgleichsmaßnahmen und erforderlicher Ausgleichsflächen an.“ Überdies seien auch noch offene Fragen im Zusammenhang mit vormaligen Hausmülldeponien in dem Gebiet zu klären.

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