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Buchhandel bricht ein

Wie die "Vorarlberger Nachrichten" in der Mittwochsausgabe berichten, hat der traditionelle Buchhandel mit starken Einbrüchen zu kämpfen, während die Umsätze von Onlineanbietern wie Amazon steigen.

Denn im Vergleich zu 2010 wird in den ersten fünf Monaten dieses Jahres bereits ein Umsatzrückgang von 4,3 Prozent verzeichnet. Dies bestätigte Inge Kralupper, Geschäftsführerin des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels, den VN. Der bisherige Höhepunkt des Einbruchs kam im Mai. Mit einem Minus von 9,6 Prozent steht der stationäre Buchhandel vor großen und fast existenziellen Herausforderungen.

Onlinehandel zu stark

„Fest steht, dass wir gegenüber den Onlinehändlern verlieren“, sagt Michael Kernstock, Obmann des WKO-Fachverbands für Buch- und Medienwirtschaft. Diese Tendenz werde anhalten, ist sich auch Günter Wohlgenannt, Geschäftsführer von „Das Buch“, sicher. Die Verschiebung zugunsten des Online-Buchhandels zählt damit zu den Hauptproblemen, denen sich traditionelle Verkaufsfilialen stellen müssen. Trotzdem bekräftigt Wohlgenannt: „Wenn es zu einem gewissen Teil zu einer Verschiebung kommt, werden die Buchhandlungen ihre Aufgabe und ihren Platz behalten. Man merkt durchaus, dass Kunden neben Onlinehändlern wie Amazon die Buchhandlungen dennoch zu schätzen wissen.  Wir sind gefordert, die Serviceleistungen zu bewahren.“ Diese auszubauen und weitere Maßnahmen für die Kundenbindung zu setzen, sei dabei wichtig und durchaus vorstellbar. Hinzu sei aber auch das verhältnismäßig schöne Wetter im Frühjahr und Mai ein möglicher Faktor für die derzeitigen Verluste. „Die Menschen verbrachten ihre Zeit lieber im Freien als im Buchgeschäft“, vermutet Wohlgenannt.

Hoffnungsschimmer Herbst

Die Buchhändler hoffen auf den Aufschwung im Herbst. „Traditionell wissen wir, dass die Hauptproduktion im zweiten Halbjahr kommt. Zu dieser Zeit finden auch Großereignisse, wie die Frankfurter Buchmesse, statt, wo die Haupttitel des Jahres seitens der Verlage präsentiert werden“, erklärt Inge Kralupper, Geschäftsführerin des Hauptverbandes des Österreichischen Buchhandels. Außerdem fügt sie hinzu, dass der Buchhandel in der Vergangenheit sehr starke Steigerungen verzeichnete und die Umsatzentwicklung in diesem Jahr von einem hohen Niveau ausgehe. „Allgemein erleben wir aber dennoch ein sehr unerfreuliches erstes Halbjahr und liegen damit im Trend aller deutschsprachigen Länder. Mit dem Medium Buch hat es an sich aber nichts zu tun, sondern mit den aktuellen Titeln am Markt“, fügt sie hinzu. Im zweiten Halbjahr werde es sicher wieder aufwärts gehen.

Minus-Prognose 2011

„Es werden immer wetter- und erscheinungsbedingte Schwankungen existieren“, sagt Wohlgenannt. „Manchmal gibt es sehr starke Titel, wie zum Beispiel jener von Arno Geiger Anfang des Jahres. Auf Grund dieses Buchs konnten wir zu dieser Zeit sogar ein kräftiges Plus verzeichnen.“ Der Geschäftsführer von „Das Buch“ blickt damit mit Wohlwollen in die Zukunft des traditionellen Buchhandels: „Auf Grund eines Monats kann nicht von einem allgemeinen Bruch die Rede sein.“ Dennoch wird der große Aufschwung in diesem Jahr ausbleiben, auch wenn die Händler im Herbst aufholen können, prognostiziert Michael Kernstock, Obmann des WKO-Fachverbands Buch- und Medienwirtschaft. „Aus dem Minus können wir dieses Jahr aber nicht mehr rauskommen.“  VN-EBI

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