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"Buaba, bauan miar an Funka"

Die Fernsicht: ein Traum. Zumal nach Tagen, in denen der Winter noch einmal seine Spuren hinterlassen hat. Ringsum tief verschneite Berge und Talsohlen, die golden im Sonnenlicht glänzen.

Armin Bitschnau registriert es mit Wohlwollen. Von oben. Von Jetzmunt aus. Einem Ortsteil von Bartholomäberg. Hier, an einem der schönsten Aussichtsplätze, steht sein Funken. „Der 58 ste“, wie er stolz betont. Damit ist der bald 73-Jährige wohl einer der längst dienenden Funkenmeister im Land.

Holz ist kein Problem

An diesem Wochenende haben sie ihren großen Auftritt. Funkenzünfte und Funkengemeinschaften sorgen dafür, dass nach guter alter Sitte der Winter ausgetrieben wird. Immer gelingt dieses Ansinnen zwar nicht. Aber Brauch ist Brauch und dem wird hierzulande kräftig gefrönt. Armin Bitschnau baute seinen ersten Funken im zarten Alter von 13 Jahren. Zumindest war er daran beteiligt. „Buaba, wenn r hälfn, bauan miar an Funka“, hieß es damals. „Mit Helfen war Holz sammeln gemeint“, erzählt der ehemalige Forstarbeiter.

So klopften sie bei Landwirten an und trugen unermüdlich Brennbares zusammen. „Einer hat einem Bauern sogar einmal das ganze Dachholz für den Maisäß stibitzt“, erinnert sich Armin Bitschnau mit Schmunzeln. Der merkte das Unbill glücklicherweise erst im Frühjahr, als der Funken schon längst Geschichte war. Heute ist Holz kein Problem mehr. „Wir bekommen genug“, so Bitschnau.

1000 Holzscheite

Rund 27 Meter misst die Tanne, die Armin Bischnau am Donnerstag mit seinen Helfern aufstellte. Der Funken wird 23 bis 24 Meter hoch, schätzt er. Und achteckig. „Früher durften die Reichen den Funken zwölfeckig machen. Dem Mittelstand blieben acht und den Armen nur noch vier Ecken“, gräbt Bitschnau kurz in der Historie. Selbstredend verfügten die Bessergestellten auch über Knechte, die im Sommer das Funkenholz herzurichten hatten. In der Funkengemeinschaft Jetzmunt kann jeder mitmachen.

Rund 1000 Holzscheite sind nötig, um das Werk zu vollenden. Penibel genau muss da gearbeitet werden. Denn kein einziger Nagel hält die hölzerne Pracht. Was auch Nachteile beschert. Im letzten Jahr machte ein Fönsturm alle Mühen zunichte. „Die Scheiter flogen wie Zündhölzer durch die Gegend“, erzählt Armin Bitschnau. Also wurde der Funkensonntag um eine Woche verschoben. „Dafür hat es noch keiner geschafft, uns den Funken vorzeitig anzuzünden“, sagt er mit verschmitztem Lachen.

Das soll auch diesmal nicht vorkommen. Aber bevor die Flammen lodern wird heute Abend noch die Hexe gebührend verabschiedet. Und morgen stehen die „Letzten Drei“ auf dem Programm. Wobei das in Jetzmunt nicht gar so wörtlich genommen wird. Mit kirchlichem Segen übrigens. „Wir haben das mit dem Pfarrer geklärt“, versichert Armin Bitschnau. Der Funkenmeister möchte bleiben, „so lange es geht“. Den Sechzigsten will Bitschnau „auf jeden Fall schaffen“.

ZUR PERSON

Armin Bitschnau
  • Beruf: Forstarbeiter und Jagdaufseher
  • Geboren: 01. 07. 1933, Schruns
  • Familie: Verheiratet, 7 Kinder
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