Britische Ministerin stellt sich gegen Blair

Erstmals hat sich eine britische Ministerin in der Irak-Frage offen gegen Premierminister Tony Blair gestellt. Sie werde keinen Golfkrieg unterstützen.

Entwicklungsministerin Clare Short sagte am Sonntag in einem Fernsehinterview, sie werde höchstens eine einzelne Militäraktion, aber keinen richtigen Krieg gegen den Irak unterstützen: „Wir dürfen keinen neuen Golfkrieg bekommen“, sagte sie. „Wir dürfen die irakische Bevölkerung nicht wieder leiden lassen. Sie hat schon zu viel gelitten. Das wäre falsch.“

Zuvor hatte bereits ein anderes Mitglied des Kabinetts, der ehemalige Außenminister und heutige Mehrheitsführer im Unterhaus, Robin Cook, gesagt, dass ein Krieg ohne UNO-Mandat für ihn undenkbar sei. Am Dienstagnachmittag wird das britische Unterhaus über das Thema Irak debattieren. Erwartet wird, dass Blair dabei aus den Reihen seiner eigenen Labour Party scharf angegriffen werden wird.

Generalmajor Patrick Cordingley, einer der britischen Kommandanten im Golfkrieg von 1991, sagte im „Sunday Telegraph“, er sei „absolut gegen den Krieg“. Der ehemalige Chef einer als „Wüstenratten“ bekannten Spezialeinheit sagte: „Ich empfinde sehr stark, dass das falsch ist. Es gibt keine Rechtfertigung dafür, britische Truppen in den Irak zu schicken.“ Er bezweifelte auch, dass ihn das für Dienstag angekündigte Regierungsdossier mit Beweisen für die Existenz irakischer Massenvernichtungswaffen überzeugen könne.

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