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Bregenz wartet seit 20 Monaten auf Derbysieg

Seit mehr als eineinhalb Jahren sind die „Roten Teufel“ im Ländle-Derby nicht zu halten. Im Bild Lukas Herburger.
Seit mehr als eineinhalb Jahren sind die „Roten Teufel“ im Ländle-Derby nicht zu halten. Im Bild Lukas Herburger. ©Stiplovsek
63Ländle-Derbys gab es bislang in der Handball-Liga Austria. Bregenz konnte zwar 37 für sich entscheiden, doch die letzten vier Begegnungen gingen allesamt an die „Roten Teufel“.

Zuletzt musste sich Österreichs Rekordmeister am 29. September in eigener Halle mit 24:29 gegen den amtierenden Meister aus der Nachbargemeinde geschlagen geben. Seit dem 2. April 2011 warten die Bodenseestädter nur schon auf einen Derbysieg. Für morgen, Montag (20.20 Uhr, Sporthalle am See), hat die Sveinsson-Truppen Revanche angekündigt.

Denn die Bregenzer brauchen jeden Punkt. Ansonsten könnte es im Kampf um ein Ticket für das Meister-Play-off – hier spielen die sechs bestplatzierten Teams des Grunddurchgangs – noch einmal richtig eng werden. Die NEUE am Sonntag hat beide Teams vor dem Derby unter die Lupe genommen, die Stärken und Schwächen analysiert:

Torwart: Golub Doknic ist klar der stärkste Goalie der Handball-Liga Austria. Der 30-Jährige kann Partien im Alleingang entscheiden. Mit Ex-Teamkeeper Thomas Huemer haben die Harder eine adäquate Alternative. Bei Bregenz klafft hinter Goran Aleksic eine große Lücke. Klarer Vorteil für Hard

Rechtsaußen: Bei beiden Teams ist diese Position mit Knauth/Rigas beziehungsweise Klopcic/Rauch doppelt besetzt. Für Hard spricht, dass Michael Knauth gegen seine Ex-Kollegen immer wieder zur Hochform aufgelaufen ist.

Linksaußen: Hard hat mit Michael Jochum und Luca Raschle zwei starke Spieler für den linken Flügel. Bei Bregenz ist diese Position die Achillesferse.

Kreisläufer: Die Harder mussen auf Janis Glusaks (Ellenbogenverletzung) verzichten. Mit Alex Kathrein, Lukas Herburger oder Bernd Friede haben sie jedoch Alternativen, Bei den Bregenzern ist Andraz Podvrsic (Rücken) angeschlagen. Gleichstand.

Rückraum rechts: Neben Scharfschütze Marko Tanaskovic haben die „Roten Teufel“ mit Boris Zivkovic noch einen Rohdiamanten im Köcher. Die Bregenzer verfügen mit Lucas Mayer nur über einen starken Linkshänder für den Rückraum. Erneut Vorteil für Hard.

Rückraum Mitte: Marko Krsmancic ist ein Mann von internationalem Format. Der 23-Jährige debütierte vor Kurzem im serbischen Team. Und mit Bernd Friede haben die Harder noch den „Handballer des Jahres 2012“ in der Hinterhand.

Drasko Mrvaljevic (mit Dam­enverletzung stark gehandicapt) ist der Kopf bei den Bregenzern. Im Ländle-Derby dürften auch noch Gernot Watzl und Lukas Frühstück ihre Spielanteile bekommen. Hard ist auf dieser Position routinierter und eingespielter.

Rückraum links: Neo-Teamspieler Dominik Schmid hat sich enorm weiterentwickelt. Mit Krsmancic und Friede haben die Harder weitere Alternativen. Bei Bregenz dürfte Neuzugang Povilas Babarskas (Bänderverletzung) ausfallen. Dann müssten Mrvaljevic oder Gernot Watzl im linken Rückraum auflaufen. Wenn Schmid wie zuletzt so groß aufspielen kann, klarer Vorteil für den amtierenden Meister.

Deckung: Die Harder Abwehr bereitete schon so manchem Gegner Sorgenfalten. Die Burger-Schützlinge sind nicht zimperlich, können ordentlich hinlangen, sind mannschaftlich geschlossen. Bei Bregenz tun sich immer wieder Lücken in der Deckung auf. Vor allem die jungen Spieler brauchen noch Zeit.

Auswechselbank: Hard hat nicht nur eine starke Startformation, sondern auch die stärkste Auswechselbank in der Handball-Liga Austria. Hier nutzen die Eigenbauspieler ihre Chance. Der große, ausgeglichene Kader war ein Garant für den Meistertitel 2012. Bregenz verfügt ebenfalls über eine starke Anfangssieben. Doch danach klaffen Lücken auf. Klarer Punktgewinn für den Titelverteidiger aus Hard.

Trainer: Hard-Trainer Markus Burger hat in den letzten Jahren ein Meisterteam geformt. Fast unverändert ist der Titelverteidiger in die neue Saison gestartet. Zudem waren sowohl Burger als auch sein Co Andriy Kuzo zuvor in Bregenz aktiv, kennen den Gegner ganz genau.

Ein wesentlich schwereres Amt hat da Geir Sveinsson. Der Isländer muss quasi ein neues Team formieren. Bregenz hatten nach der enttäuschenden Vorsaison zahlreiche Abgänge zu verkräften. Mit Mrvaljevic und Barbarskas wurden nur zwei Hochkärater nachbesetzt. Für die Bregenzer Eigenbauspieler kommt der Einsatz in der HLA-Mannschaft teilweise noch zu früh.

Fans: Schon Ende September in Bregenz haben die Fans der „Roten Teufel“ gezeigt, wer der Herr in der Halle ist. Die Farbe Rot dürfte am Montag aller Voraussicht auch wieder Trumpf in der Sporthalle am See sein.

(NEUE)

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