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Brasilien zittert sich ins Viertelfinale

Die Entscheidung fiel erst im Elfmeterschießen
Die Entscheidung fiel erst im Elfmeterschießen ©EPA
In einer dramatischen Partie setzt sich der Gastgeber gegen Chile erst im Elfmeterschießen durch.
Brasilien - Chile 2:1 n.E.

Mit dem ersten Achtelfinale zwischen Brasilien und Chile begann in Belo Horizonte die K.O.-Phase der Weltmeisterschaft. Brasiliens Teamchef Scolari änderte sein Team für dieses Achtelfinale auf einer Position. Für den bisher enttäuschenden Paulinho stand heute Fernandinho in der Startelf, der nach seiner Einwechslung im letzten Gruppenspiel gegen Kamerun einen guten Eindruck hinterlassen konnte. Die Chilenen traten in exakt der Aufstellung an, die auch gegen Spanien zum Erfolg geführt hatte.

Von Beginn an entwickelte sich ein hartes und intensives Spiel, beide Teams schenkten sich nichts. Die erste Torannäherung hatten die Gastgeber, nach einer Ecke kam Marcelo zum Schuss, der aber sein Ziel verfehlte. Nach zwölf Minuten hätten die heimischen Fans gerne einen Elfmeter für ihr Team gesehen, Schiedsrichter Webb entschied, nachdem Hulk zu Boden ging, aber richtigerweise auf Weiterspielen.

Nach etwas mehr als 17 Minuten durften die Brasilianer dann aber doch über die Führung jubeln. Kapitän Thiago Silva verlängerte einen Eckball per Kopf an den langen Pfosten, dort standen David Luiz und Jara, die Kugel sprang zum 1:0 ins Tor. Den Ball zuletzt berührt hatte wohl der Chilene Jara, auch wenn Luiz als offizieller Torschütze angegeben wurde. Von Chile war in der Offensive wenig zu sehen, durch eine Unaufmerksamkeit von Hulk kam plötzlich Sanchez an den Ball und erzielte aus der ersten chilenischen Chance den Ausgleich.

Beinahe hätte Neymar sein Team postwendend wieder in Führung gebracht, sein Kopfball ging nur hauchdünn am Pfosten vorbei. Der Superstar der Selecao stand auch in der nächsten Szene im Mittelpunkt. Nach einem langen Ball nahm der Mann vom FC Barcelona die Kugel perfekt an, die Chilenen waren zwar dazwischen, aber Fred fand dennoch noch die Chance auf den nächsten Treffer vor. Drei Minuten vor der Pause prüfte Dani Alves dann Claudio Bravo noch ein weiteres Mal mit einem Distanzschuss. Das Fazit nach 45 Minuten: Brasilien zwar das bessere Team und mit deutlich mehr Gelegenheiten, Chile nutzte aber einen Fehler der Gastgeber aus und war damit die effizientere Mannschaft. „La Roja“ hatte allerdings in der Nachspielzeit sogar den Führungstreffer auf dem Fuß, es ging aber mit dem 1:1-Unentschieden in die Kabinen.

Nach Seitenwechsel dauerte es ein wenig bis zum nächsten Aufreger. Genau gesagt waren schon beinahe zehn Minuten vergangen, da zappelte der Ball erneut im Netz, Hulk hatte getroffen. Allerdings entschied Schiedsrichter Webb in dieser Siatuation auf Handspiel des Brasilianser, Zeitlupenbilder sollten den Unparteiischen bestätigen, kein Tor. Etwas mehr als eine Stunde war vorüber, da musste Julio Cesar nach einem wunderbaren chilenischen Angriff gegen Aranguiz retten, sonst wäre die Selecao in Rückstand geraten.

Den Brasilianern war die nervliche Belastung anzumerken, die mit Fortdauer der Partie natürlich nicht kleiner wurde. Konnte man sich in den ersten 45 Minuten noch einige Chancen erspielen, so blieben gute Offensivaktionen zumindest in der ersten halben Stunde in Halbzeit zwei eher Mangelware. Der eingewechselte Jo (75.) und Hulk (83.) hatten die besten Chancen, verpassten die Entscheidung zugunsten des Gastgebers aber. Die Chilenen wollten in dieser Phase den Gegner einfach nur noch möglichst weit weg vom eigenen Tor halten, Entlastungsangriffe wurde gegen Ende der regulären Spielzeit weniger. Es blieb nach 90 Minuten beim 1:1, es ging in die Verlängerung.

Auch in dieser Verlängerung hatten die Brasilianer mehr von der Partie. Versuche, den zweiten Treffer zu erzielen, scheiterten aber oft frühzeitig. Beste Aktion war ein Schuss von Hulk, den aber Bravo abwehren konnte. Chile kämpfte und verteidigte aufopferungsvoll, nach vorne ging aber so gut wie nichts mehr. Den Matchball hatte dann aber trotzdem der Außenseiter auf dem Fuss. Kurz vor dem Schlusspfiff setzte Pinilla einen Schuss an die Querlatte, beinahe wäre Brasilien bereits hier k.o. Gegangen. Nach 120 hart umkämpften Minuten stand es aber immer noch 1:1, das so ungeliebte Elfmeterschießen musste die Entscheidung in diesem Achtelfinale bringen.

In dieser Lotterie zeigten sich die Nerven beider Teams. Von den ersten acht Schützen vergaben insgesamt vier, zwei auf beiden Seiten. Als fünfter Schütze für Brasilien trat Superstar Neymar an, dessen Nerven hielten und er verwandelte sicher. Bei den Chilenen war Eigentorschütze Jara an der Reihe und er wurde endgültig zur tragischen Figur. Sein Schuss ging nur an den Pfosten, das Elfmeterschießen war entschieden. Brasilien zitterte sich damit schussendlich doch noch ins Viertelfinale, während die unglaublich kämpfenden Chilenen erneut im Duell mit der Selecao den Kürzeren zogen.

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